Weiß vielleicht jemand, was Schwarzer Peter auf Griechisch heißt?

Essay von Andreas Schäfer

Wie fühlt sich ein „Halbgrieche„ in Zeiten der Krise? Wird er notgedrungen zum Experten für alles Griechische? Andreas Schäfer, Journalist und Romancier, hat sich 2002 in seinem Buch „Auf dem Weg nach Messara„ an sein griechisches Erbteil herangewagt. Seitdem wird er immer wieder mal in Sippenhaftung genommen…

Jetzt, da Griechenland mal wieder Thema des Tages ist (Griechenland kündigt „Titanenkampf“ an. Regierung in Athen will neue Immobiliensteuer erheben/FDP-Rösler schließt Pleite des Landes nicht aus. SZ, 12.9.2011), melden sich die alten Reflexe wieder, der Versteck-, der Weg-duck-Impuls:  Hoffentlich will mich nicht wieder ein Medienorgan in die Erklärpflicht nehmen und die Einsparunfähigkeit der griechischen Regierung aus dem Charakter des Griechen als solchem hergeleitet haben.

Sagen Sie mal, Herr Schäfer, lässt sich das Vortäuschen falscher Tatsachen, die Nichteinhaltung von Versprechen eigentlich historisch erklären? Möglicherweise aus der Verschlagenheit der Spartaner oder aus der Unterdrückung durch die Osmanen, die dem Volkscharakter eine Art Opfermentalität eingeprägt hat – mit allen Übersprungshandlungen, die dazu gehören?

Einmal rief ein Redakteur an und sagte: Wir machen eine Geschichte über Klischees. Weil Angela Merkel doch gesagt hat, die Südländer sollten mehr arbeiten und nicht so faul sein. Gegen den Strich. Ironisch. Zum Beispiel: Die Iren trinken. Die Spanier, keine Ahnung, feiern und essen Tapas. Und die Griechen? Oh je, sagte ich. Bitte, du musst das machen, wir haben keinen anderen (gemeint war: jemand mit griechischem Hintergrund, jemand mit Befugnis). Durch spielerische Klischeeübertreibung den Merkel´schen Klischees den Wind aus den Segeln nehmen. So ähnlich. Dazu fiel mir nichts ein. Zum Glück stand da noch ein Buch im Regal. Es hieß: „Griechen pauschal“ und versammelte Allgemeinplätze.

Andreas Schäfer, Schwarzer Peter-2

Ein anderes Mal saß ich in einer Talkshow unter lauter Deutsch-Griechen und wurde vorgestellt als der, der „in seinen Büchern die Griechen mit der Seele sucht“. Gerade hatte die Bild-Zeitung ihre Pleite-Griechen Kampagne gefahren, der Focus hatte Aphrodite mit dem Stinkefinger aufs Cover gedruckt, worauf erboste Griechen zum Boykott deutscher Produkte aufgerufen hatten.

Die Sendung hatte wohl die Aufgabe, Schaden zu begrenzen, Gemüter zu beruhigen, einen letzten Rest der sprichwörtlichen deutsch-griechischen Freundschaft zu retten. Sympathisches Kennenlernfernsehen mit aus Kreta eingeflogener Combo, dem obligatorischen Fernsehpromi (ein Grieche aus der Lindenstraße, der Sohn, nicht der Vater) und der ungefähr ein Dutzend mal wiederholten Frage: „Wie tickt der Grieche denn nun?“

Der Lindenstraße-Grieche sagte: Wir Griechen lieben die Freiheit! Eine deutsch-griechische Verlegerin fing fast an zu weinen. Die gastfreundlichen Griechen! Und jetzt diese Häme. Ich war quasi als Soziologe gecastet und sollte analysieren. Kein ausgeprägter Sinn fürs Allgemeinwohl, weil die  griechische Gesellschaft nicht durch so etwas wie Aufklärung gegangen sei.  Außerdem gäbe es kein Bürgertum, also im mitteleuropäischen Sinn. Das wichtigste in Griechenland ist die Familie!, rief der Lindenstraßen-Schauspieler dazwischen.

Schwarzer Peter-3

Und steigerte sich immer weiter in einen Griechenstolz hinein: Erfinder der Demokratie! Tod oder Freiheit! skandierte er. (Kampfspruch während des Befreiungskrieges, den griechische Schulkinder am Nationalfeiertag noch heute skandieren müssen). Dramaturgisch war das erfreulich. Bedauernde Tränen, kurze Einblicke in Alltag und Geschichte, die nebenbei ein paar Klischees entkräfteten. Aber gleichzeitig konnte man vor laufender Kamera auch sehen, dass der Grieche offenbar doch etwas anders tickt.

Später nahm mich der Schauspieler zur Seite. Du, das war nicht böse gemeint. Weißt ja, wie das Spiel funktioniert. Er schaute aufs Display seines Handys und las die neueste SMS ab: Zwei Stunden Gerede und kein einziger substantieller Satz, hatte ein entsetzter Freund geschrieben. Ha!, machte der Schauspieler da triumphierend, als hätte der Sinn seiner Wir-lieben-die-Freiheit Performance genau darin bestanden: das, worum es eigentlich geht, hinter Stereotypen zu verstecken. Das genuin griechische Rebellentum sollte nicht erklärt, sondern demonstriert werden, indem man dem verachteten deutschen Kamerablick genau das vor die Linse schleuderte, was der ohnehin nur zu sehen gewillt war: den leicht entflammbaren (also leidenschaftlichen) Klischee-Griechen, der in jeder Ouzo-Werbung bella figura gemacht hätte.

Die deutsche Dame mit dem Schalk im Blick, die vom Rand der Gruppe die intelligentesten Einwürfe geliefert hatte (und schon seit dreißig Jahren in eremitischer Abgeschiedenheit auf der Peloponnes lebt), sagte: Besucht mich doch mal in meiner Hütte auf der Mani. Es klang wie eine Einladung auf den Berg der Erkenntnis. Dann, sagte ihr Blick, würden wir verstehen, und das unselige Identitäts- und Volkscharaktergerede hätte endlich ein Ende.

Einer von der Kreta-Combo wollte wissen, worum es gegangen sei. Alle seien so aufgeregt gewesen. Wir versuchte es, aber es war unmöglich zu erklären. Griechische Seele. Völkerfreundschaft. Schuld zuweisen, ohne das Wort Schuld zu gebrauchen. Weiß vielleicht jemand, was Schwarzer Peter auf griechisch heißt? Er wiederholte ungläubig: Enochi? (Schuld) Psychi? (Seele).

A. Schäfer, Schw. Peter-3

Recht auf Faulheit

Medien-Geschichten sind natürlich dankbar. Es ist leicht, sich über die Frage „Wie tickt der Grieche eigentlich?“ lustig zu machen, über die  Aufgekratztheit der Tageszeitungen, die auf jede Äußerung eines Politikers glauben reagieren zu müssen, oder die Rollenverteilungen und Rituale einer zur Oberflächlichkeit verdammten Fernsehsendung. Andererseits: Es zwingt einen schließlich niemand, sich zu äußern. Es scheint also einen Grund dafür zu geben, eine Art Verpflichtung gar?

Der Junge, der ich war, wuchs in einem Frankfurter Vorort auf, in einem Mittelschichtsreihenhaus, umgeben von deutschen Nachbarn, an den Nachmittagen mit deutschen Freunden spielend – oder mit Mario, dessen Eltern aus Spanien kamen. Mario war Ausländer, denn er hatte einen ungewöhnlich klingenden Namen, der Junge dagegen war Deutscher, obwohl seine Mutter aus Griechenland stammte.

Aber das fiel nicht auf, weil sein Nachname nicht deutscher hätte sein können. Der große Unterschied bestand darin, dass Mario – ob er wollte oder nicht – von den anderen als Ausländer wahrgenommen wurde, während der Junge (das bildete er sich zumindest ein), selbst bestimmen konnte, wem er wann offenbarte, dass seine Mutter aus Griechenland kam.

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Der Junge war nicht anders, er war normal, hatte darüber hinaus aber eine exotische Seite, ein Geheimnis, mit dem er angeben, mit dem er punkten konnte, erst bei den Müttern der Klassenkameraden, später bei den Mädchen selbst. Im Gymnasium (Mario ging inzwischen auf eine andere Schule) gab es eine Zeit, in der er von einigen Mitschülern Costa genannt wurde – wegen Costa Cordalis. Das störte ihn nicht, er nahm es, im Gegenteil, als Auszeichnung, da er fester Bestandteil des inneren Klassenzirkels, da er immer bei denen war, die dazu gehörten.

Doch als ein Lehrer einmal wagte, ihn ebenfalls mit Costa anzureden, „weil das schließlich alle taten“, empörte der Junge sich und stellte den Mann (der sich auf ungelenke Weise möglicherweise nur hatte anbiedern wollen) als  Ausländerfeind und verkappten Rassisten hin. Man kann sagen: der Junge instrumentalisierte seine griechische Seite, spielte mit ihr, er nutzte sie als Distinktionsmerkmal und trug sie stolz spazieren wie andere ihre Chevignon-Jacken, die damals angesagt waren.

Erst als der Junge einen Griechen oder Halbgriechen aus einer Parallelklasse flapsig  fragte, ob er „eigentlich Voll- oder Halbkanak“ sei, ging ihm an dessen entsetzter Reaktion, an dessen Empörung so etwas wie soziale Realität auf, merkte er, dass sich Menschen von dieser Bezeichnung tatsächlich verletzt fühlten. Die unsichtbare Grenze zwischen dem Mehrheitswir und den anderen, die er bisher gewissermaßen nur vom Hörensagen kannte, wurde in dem Moment sichtbar, in dem er sie überschritt und den anderen brüskierte. Schlagartig begriff er, dass er den anderen nicht nur tief verletzt hatte, sondern durch seine Überheblichkeit in Wirklichkeit auch seine eigene griechische Seite verleugnete.

A. Schäfer, Schw. Peter-4

So wie es innerhalb einer Gesellschaft eine Grenze zwischen diesem  Mehrheitswir und denen gibt, über die gesprochen wird, verläuft natürlich auch eine Grenze zwischen dem aufgeklärten Mitteleuropa und den südlichen, weniger fortschrittlichen oder den kleinen Ländern, die sich traditionell als Opfer, als Spielball der großen Nationen empfinden.

Griechenland ist ein kleines Land im Süden, dem die glorreiche Geschichte wie ein Mühlstein am Hals hängt und das seit Generationen die Erfahrung macht, belächelt zu werden. Die mitteleuropäische Arroganz ist subtil, manchmal zeigt sie sich allein in einem ironischen Unterton, schon in einem belustigten Kopfnicken über die Zustände da unten.

Ein Jahr wohnte ich in Athen und habe, auch damals vom Schreiben lebend, so gut wie nichts über Griechenland geschrieben, obwohl es Anlässe genug gegeben hätte. Olympia. Griechenland wurde Europameister. Ich stand in Athen vor dem Kalimarmaro und wartete mit Tausenden anderen auf den Bus, der die Nationalspieler nach dem Triumph ins Stadion brachte, Otto Rehhagel auf dem Sitz in der ersten Reihe. Wieso hast du nichts geschrieben, fragte eine Freund nach meiner Rückkehr nach Berlin. Ich habe die ganze Zeit auf deine Athen-Reportage gewartet.

Aber ich war nach Athen gegangen, um zu sehen, ob ich bleibe. Um Perspektiven in Frage zu stellen. Schreiben aber hätte ich nur als Deutscher können, aus Sicht desjenigen, der sich wundert. Fürs deutsche Feuilleton. Ich wollte den Erlebnisraum, dieses heilige Jahr nicht durch Ironie verwässern. Einer Sehnsucht nachgehen, Illusionen verbrennen. Ich wollte Griechenland nicht verraten.

Es war eine Frage der Zeit. Wie eine Katze schlich ich um den heißen Brei. Wie kann ich über die griechische Gesellschaft schreiben, die mich  fasziniert und zugleich abschreckt, wie kann ich mein Unverständnis, mein Entsetzen, meine Trauer über die griechischen Verhältnisse artikulieren – ohne dabei automatisch ins Fahrwasser eines deutschen Überheblichkeitsdiskurses zu geraten?

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Gespräche auf Athener Dachterrassen, auf Vorort-Balkonen mit heruntergelassener Markise gegen die Sonne und die Blicke der Nachbarn: Silia heißt Eifersucht. Kaimos bedeutet Leiden. Was ist das? Die Kraft eines Ortes. Die Stille. Das Eingebettet- und Aufgehobensein sein (wissendes Lächeln des Einheimischen). Und dann, am nächsten Morgen wieder: Das Misstrauen, die Angst, die täglichen Widerstände, die Gewichte, die den Menschen an den Schuhen zu kleben scheinen und kleinste organisatorische Unterfangen in schweißtreibende kafkaeske Abenteuer verwandeln.

Die bleierne Schwere eines unerlösten, alten Kollektivs? Wir leben noch immer im Kriegszustand, sagte der Einheimische. Zweiter Weltkrieg, Bürgerkrieg, Diktatur. Jeden Tag, auf der Straße, im Amt, im überfüllten Bus reinszenieren wir unseren geliebten Bruderkampf. Mangas: Der, der sich durchschlägt. Poniria: Die Durchtriebenheit. Eigentlich sind wir Piraten, Durchreisende, Brandschätzer.

Ohne Verbindung zum Boden, auf dem wir leben. Zukurzgekommene, die mit Wucht an sich reißen, was zu kriegen ist, mit dem unerschütterlichen Glauben, im Recht zu sein. Anders lässt es sich doch nicht erklären. Prunkvolle Villen, aber hinter der hohen Mauer statt eines Bürgersteigs Schutt und unbefestigtes Niemandsland. Grundstücksspekulanten, die die letzten bewaldeten Hänge niederbrennen, ohne dass es jemanden wirklich kümmerte.

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Ich, kein Wir, und wenn doch, dann ist es das Wir des Clans, kein einladendes, aufnehmendes, sondern ein ausschließendes. Du machst einen Fehler, sagte der Einheimische. Du reißt die Augen auf und versuchst zu verstehen. Doch selbst wenn du hier bist, bist du nicht hier, sprichst von deiner inneren Berliner Insel der Seligen aus.  Kostenlose Kita, bezahlbare Mieten! Hier verdienen wir 800 Euro im Monat und bezahlen vierhundert für den Kindergarten. Es geht nicht, sagte der Einheimische. Ich weiß nicht, irgendwie geht es, mit halb geschlossenen Augen.

Es stimmt also nicht. Das mit dem Wegduck-Impuls. Im Gegenteil, mit einer Art Lustschmerz habe ich mich den Aufträgen entgegengestreckt, als der Moment gekommen war: Ein Abend in der griechischen Kulturstiftung in Berlin. Der in Athen lehrende Historiker Hagen Fleischer sprach über die aus deutscher Sicht noch immer unaufgearbeitete Besatzungszeit in Griechenland. Dass sich die griechische Bevölkerung seit Jahrzehnten nach einer Entschuldigung, nach einem klaren Satz sehnt, der aber keinem Bundespräsidenten über die Lippen kommen will. Es war eine Art Deal, den ich mit mir selbst einging: Ich konnte über die Kaputtheit der griechischen Gesellschaft schreiben, solange ich auch die deutschen Versäumnisse nicht unter den Teppich kehrte, solange ich nicht über Waffenlieferungen nach Athen schwieg.

Ich durfte wieder nach Griechenland fliegen und ließ mir von einer schwarz arbeitenden Lehrerin erklären, wie viel Geld unter der Hand eine Entbindung kostet. Flanierte mit einem Autonomen durch die Straßen von Exarchia, der mich in die Gesetze des griechischen Klientelwesens einführte, und wurde, die Luft noch voller Tränengas, Zeuge eines bizarren Rituals. Polizei und Demonstranten, wie sie sich gegenüberstehen, sich mal in die eine, dann in die andere Richtung treiben, in quälender Langsamkeit, unterbrochen von langen Pausen, in denen nichts passierte. Eine zähe, altbekannte Zeremonie, Staat und Bürger, in Feindschaft vereint.

Ich begleitete mehrere Tage einen deutschen Herrn von der deutsch-griechischen Industrie- und Handelskammer durch Athen. Seit Beginn der Krise war er damit beschäftigt, ein Stereotyp nach dem nächsten zu zertrümmern. Eine Sysiphos-Arbeit, denn das nächste Klischee, der nächste deutsche Politikerspruch, das nächste Merkel-Transparent mit Hitlerbärtchen war immer schon da.

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Auch in Griechenland gibt es Talkshows. Dort lauten die Fragen an den Deutschen: Sind wir das schwarze Schaf? Wie sieht uns der Durchschnittsdeutsche? Der Herr von der Industrie- und Handelskammer antwortete schadensbegrenzend: Es gibt keine weißen Schafe in Europa. Und den Durchschnittsgriechen gibt es auch nicht.

Sie sind ein vernünftiger Mann, sagte nachher ein berühmter Sänger zu ihm, der ihn vor laufenden Kamera noch scharf angegangen war und mehrmals daran erinnert hatte, dass Griechenland schließlich nicht zwei Weltkriege angezettelt habe. Es war nach eins in der Nacht. Drei Moderatoren, zehn Talkshowgäste, die sich von den Assistentinnen die Mikros abnehmen ließen. Ich senkte die Lider, blickte mit halb geschlossenen Augen durch das verdunkelte Studio, aus dem vor vierzig Jahren, während der Junta-Zeit, das Militär klassische Musik gesendet hatte, um die Bevölkerung zu beruhigen. Irgendwie geht es.

Der Sturm ist übers Land gefegt. Der Grieche als solcher interessiert nicht mehr. Mein letzter Artikel handelte von griechischen Superreichen. Genaugenommen handelte der Text mehr von Liechtenstein und der Schweiz als von Griechenland. Von den Unsichtbaren dieser Welt. Auf dem Easyjet-Rückflug nach Berlin saßen zwei junge Griechen vor mir, lasen die ganze Zeit in einem Reiseführer. Während des Landeanflugs auf Schönefeld schaute die Frau aus dem Fenster. Guck´ dir das an, rief sie immer wieder begeistert. Die Stadt ist ja total grün.

So etwas wie Stolz erfasste mich, irgendwo in mir öffnete sich das gut versteckte Rührseligkeitsreservoir des Einwandererkindes und flutete mich mit kitschiger Dankbarkeit. Ja, rief ich den beiden im Stillen zu. Berlin ist nicht nur grün! In Berlin gibt’s auch die Künstlersozialkasse und den Hauptstadtkulturfond und Cappuccino für zwei Euro und Ärzte, die einen behandeln, ohne dass man ihnen einen Umschlag zustecken muss.

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Was ich schon lange mal loswerden wollte: Eines der besten griechischen Restaurants der Stadt heißt Pikilia und liegt in der Spanischen Allee in Zehlendorf. Am Sonntag waren wir wieder da. Der Chef, der aus der selben nordgriechischen Stadt wie meine Mutter kommt, stand an unserem Tisch.

Läuft´s gut?, fragte ich. Klar, sagte er. Er schaute nach rechts und nach links. Vor ein paar Tagen war der Bundespräsident da, sagte er. Alle Tische waren besetzt. Musste warten. Ohne Reservierung – selbst Schuld. Er eilte fort zum Eingang, um neue Gäste zu begrüßen, herzlich wie alte Freunde. Auch ihnen gab er das Gefühl, bei ihm wie zu Hause zu sein.

Entnommen aus: Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit, herausgegeben von N. Ljubic. Hoffmann&Campe 2011.

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