Sieben Geschichten des Frühlings

Der zweite Erzählband von Nicos Ligouris

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Der Filmregisseur Nicos Ligouris war einige Male Gast bei diablog.eu. Vor kurzem ist der zweite Erzählband des Multitalents veröffentlicht worden.

Deckblatt der griechischen Ausgabe: Sieben Geschichten des Frühlings
Verlag Agra, Athen 2024, nur auf EL

Die Buchkritik von Anna Lambardaki

Der Erzählband „Sieben Geschichten des Frühlings“ ist die zweite Prosasammlung des Autors Nicos Ligouris. Jede der im Titel erwähnten Erzählungen macht ein eigenständiges narratives Universum aus – mit unterschiedlichen ideologischen, thematischen und stilistischen Merkmalen.
Die erste erzählt die dramatische Liebesbeziehung zwischen dem Erzähler und der Kostümbildnerin Phemonoë in Berlin. Die zweite handelt von vier Briefen des Malers Claude Lorrain 1674 an Racine und trägt den Titel „Ein Seehafen bei aufgehender Sonne“ nach Lorrains gleichnamigem Gemälde aus der Alten Pinakothek München, das auch das Titelblatt der griechischen Ausgabe ziert. Die dritte, betitelt „Silberspiegel im Nachtlicht“ thematisiert einen griechischen Studenten in Berlin, der sein Gedächtnis verloren hat und seine Erinnerung mit Hilfe von Freunden, einem magischen Spiegel und dem Pfaueninsel-Fährmann wiedererlangt. In der vierten Erzählung mit dem rätselhaften Titel „Goldene Himmel“ geht es um einen russischen Mystiker in den 1980er Jahren, der nach einer enttäuschten Liebe in Berlin wieder als genialer Mathematiker an der Universität Sankt Petersburg auftaucht. In der fünften mit dem Titel „Leonardo da Novalis“ begegnen sich Leonardo da Vinci und der Dichter Novalis auf sonderbare Weise 2014 in der Vorlesung eines Münchner Philosophieprofessors. Die sechste Erzählung trägt den Titel „Das Mädchen mit der Mohnblume“:  Ein deutscher Maler, der 1904 mit seiner Frau Athen besucht und an seiner erst kürzlich geschlossenen Heirat zweifelt, erlebt einige unerwartete Begegnungen, die diese Reise maßgeblich prägen. Die siebte und letzte Erzählung „Die schwarze Rose“ ist ein bezauberndes Märchen über die Begegnung einer schwarzen Rose mit der personifizierten Zeit an den Ufern des Euphrat.

Mit Ausnahme der Lorraine-Briefe und dem abschließenden Märchen, spielen die Erzählungen in Deutschland (Berlin oder München), dem Wohnort des Autors, und in Griechenland, seinem Herkunftsland. Ebenfalls mit Ausnahme der Lorraine-Briefe und dem „Mädchen mit der Mohnblume“ spielen die Stücke in der Zeit zwischen den 1980er Jahren und der Gegenwart.
Jede Erzählung ist in mehrere betitelte Kapitel unterteilt, die Handlung verläuft in der Regel linear, jedoch mit eingeflochtenen Nebengeschehen – oft aus der Ich-Perspektive – oder Strängen, die parallel zur Haupthandlung laufen und damit Aspekte der Akteure beleuchten oder ihre Beziehungen und Entscheidungen erläutern. Der Erzählfluss ist kinematografisch, der Fokus auf die Personen und Ereignisse rückt je nach Situation näher oder entfernt sich von ihnen; der Dialog wird als Erzählmittel eingesetzt, der die Handlung szenisch unterteilt und die dramaturgische Spannung erhöht. Jede Erzählung gibt Zeit und Geschehen klar an, vermittelt den Bewegungsablauf der Personen und beschreibt szenisch vollendet die umgebenden Räume. Außenräume wie urbane Straßen, öffentliche Parks, Seen, Flüsse, Naturlandschaften von außergewöhnlicher Schönheit im Frühling, historische Bauwerke oder solche von besonderer ästhetischer Bedeutung werden lebendig und ausdrucksstark beschrieben. Ebenso werden die Innenräume, Wohnungen, Zimmer, Büros, Begegnungs- und Veranstaltungsräume mit genauen und detaillierten Angaben zu der Möblierung und zu Gegenständen von besonderem künstlerischem oder symbolischem Charakter beschrieben, wie beispielsweise magische Spiegel, Kerzenständer, Bücher, Behältnisse, Stoffe, besondere Dekorationsgegenstände, Edelsteine, die alle zusammen eine angemessene Atmosphäre schaffen.
In diesen Räumen bewegen sich die Charaktere der Erzählungen, Haupt- sowie Nebenfiguren. Einige von ihnen sind erfundene oder möglicherweise dem Autor nahestehende Personen, andere historische Persönlichkeiten; die Art, wie sie in den Erzählungen aufeinandertreffen, ist meisterhaft. Oft sind es psychisch labile Menschen, Wissenschaftler oder Künstler, auf jeden Fall geistreiche und kunstbeflissene Menschen mit philosophischen oder metaphysischen Neigungen, die sich mit Leidenschaft für das einsetzen, was sie lieben, oder der Sache dienen, der sie sich verschrieben haben. Nicht so sehr sie selbst, sondern vielmehr sind es ihre Begegnungen, die als Leitlinie von Handlung und Entwicklung der Erzählungen im Vordergrund stehen und diese vorantreiben.
Das aber, was den Erzählungen – in Verbindung mit all dem bereits Erwähnten – eine besondere Note verleiht, ist der Rahmen, den der Autor entstehen lässt mit Informationen aus Geschichte, den Künsten – vor allem Musik, Malerei, Poesie, Architektur –, den Naturwissenschaften, der religiösen und politischen Philosophie unterschiedlicher Epochen, der Mythologie – vor allem der griechischen Antike –, der Psychoanalyse und der Glaubenslehre, der Theosophie und der Alchemie, aber auch aus den persönlichen Erinnerungen seiner Helden. Oft erscheinen im Erzählfluss Zitate oder Passagen von Dichtern, Schriftstellern oder Philosophen; wie ins Wasser geworfene Kieselsteine erzeugen sie konzentrische Kreise subtiler Andeutungen und Symbole. Das Material, das entweder den Hauptstrang oder die Nebengeschichten säumt, entführt den Leser in Parallelwelten, in denen sich das Erzählmotiv entfalten kann.
Vorherrschende Grundidee der „Geschichten des Frühlings“ ist das Licht: direkt oder indirekt in vielfältig verschlungenen oder offensichtlichen Formen und Ausprägungen. Direkt als apollonisches Los, als malerisches Sonnenlicht, als Flamme in einem sprechenden Spiegel, als reflektiertes Licht in einer finsteren nordischen Kleinstadt, als obsessives Licht von Echnaton und Leonardo da Vinci, als Musik oder als himmlische Zahlenerkenntnis. Direkt als kosmische Materie, Atom und Wellenbewegung in einem, als Polarlicht, als transformative Sonnenstrahlung im Park der Berliner Pfaueninsel oder als gleißende Sonne auf der Athener Akropolis. Auf einer zweiten Ebene als schöpferische Lebenskraft, als plausibles inneres Feuer von Verstand und Seele, als Gedenken und Wahrheit. Ihm gegenüber steht das Motiv von Schatten und Finsternis, als Bürde der menschlichen Existenz, als Verleugnung, Verzweiflung, Angst und Schuld, Schmerz und Trauer, als Vergessen, bewusste oder unbewusste Leugnung des Lebens. Und dazwischen erscheinen Eros und Tod, Weisheit und Irrtum, Irdisches und Extraterrestrisches, Leben und Traum. Katalysator aller ist die Zeit als Allegorie und als Gemarkung der Existenz.
Die Entwicklung dieser Motive bringt die Hauptthemen der Geschichten mit philosophischen, psychologischen und historischen Bezügen zur Geltung. Es entsteht ein narratives Tableau, in dem der Leser parallel zur Erkundung des psychologischen Hintergrunds und der Beziehungen der Personen untereinander an der „dichterischen“ Mythologie teilhaben kann, die wie eine Arche in Form von wertvollen Klang- und Schriftfragmenten der menschlichen Zivilisation erhalten bleibt. Und, am gewichtigsten: Es werden Fragen aufgeworfen über die menschliche Existenz und ihre Beziehung zum Heimischen und Unheimlichen, zum Materiellen und Immateriellen, zum Sichtbaren und Unsichtbaren, zu Welt und Zeit. Mit jedem Schatten, der uns plagt, mit jeder Flamme, die lodert, und das menschliche Leben in Fügung transmutiert.

Pythia und roter Wolf © beim Autor

Auszug aus der ersten Erzählung der Sammlung
PHEMONOË
1. Der süße Zustand

Anfang der 1980er Jahre bekam ich eine Anstellung als Regieassistent bei einem Film, der in München gedreht werden sollte. Da ich in Berlin wohnte, pendelte ich während der Vorbereitungszeit zwischen den beiden Städten.
Die Arbeit war anstrengend, ich machte sie, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber sie hatte auch ihre schönen Seiten. Eine davon war die Zusammenarbeit mit dem technischen Personal: Maskenbildner, Fotografen, Bühnenbildner, Kostümbildner, Garderobiere.
Seit meiner Kindheit hegte ich eine Vorliebe für handwerkliche Berufe. Ich konnte stundenlang dem Tischler zusehen, wie er mit dem Hobel die Bretter bearbeitete, während um ihn herum die Späne im Licht tanzten. Das Gleiche passierte, wenn ich den Schmieden am Amboss zusah, den Friseuren beim Kämmen und Parfümieren frisch gestutzter Bärte und Schnurrbärte, den Schuhmachern beim Erneuern von Sohlen, den Goldschmieden am Zieheisen, den Bauarbeitern beim Mörteln der Ziegelsteine, den Malern beim Streichen von Türen und Fenstern, den Druckern, Setzern und Buchbindern bei der Fertigung von Büchern.
Ihre gezielten, sich wiederholenden Bewegungen und die Melodie der Arbeitsgeräusche hatten etwas Beruhigendes, das keine Vorbehalte zuließ und an Gott bei der Welterschaffung erinnerte. Während ich sie beobachtete, verspürte ich eine Art entspannenden Dämmerzustand, wie bei einer Massage, dem ich sogar einen Namen gegeben hatte: „Der süße Zustand“.
Am meisten faszinierte mich die Kunst des Schneiderns und Nähens. Dafür gab es eine Erklärung. Als ich klein war, musste meine Mutter am Magen operiert werden, was eine lange postoperative Erholungspause erforderte. Mein Vater ging zur Arbeit. Also wurde ich in die Obhut der Tochter einer entfernten Tante gegeben. Diese Tochter Niki war Schneiderin, und wohnte in einer Souterrainwohnung, die teilweise zu einer Schneiderwerkstatt umgebaut war. In dem großen Raum voller Schneiderpuppen, Tischen, Nähmaschinen, Nadelkissen, Scheren, Maßbändern, Nadeln, Stecknadeln, Schnittmustern, Canvas und Stoffen aller Art schnitt Niki mit der Unterstützung zweier Assistentinnen Stoffe zu und nähte, während eine fette Katze herumstreifte und die Klingel ununterbrochen läutete: Kundinnen und Stoffvertreter. Ich war im Wunderland. Als meine Mutter wieder genesen war und ich nach Hause zurückkehrte, war ich fast traurig.
Verständlich also meine Neugier, die Assistentin der Kostümbildnerin des Films kennenzulernen, mit der ich Mitte Mai einen Termin vereinbart hatte.
Es war ein strahlender Tag. Spatzen und Stare zwitscherten in den sattgrünen Platanen des Kurfürstendamms, während in ihrem Schatten zahlreiche Radfahrer zu den Seen der westlichen Stadtteile fuhren.
Ich wartete auf sie in einem Café unter den hohen Bäumen der Nordseite des Ludwigkirchplatzes und gegenüber der neugotischen Kirche mit den Blumenbeeten und dem runden, plätschernden Springbrunnen.
Ich sah sie kommen – und plötzlich trat die frühlinghafte Kulisse in den Hintergrund.
Sie war wunderschön. Blondes Haar, das im Licht schimmerte, wenn sie den Kopf neigte, grüne Augen und unwiderstehliche Grübchen, die beim Lächeln ihren Reiz noch bezaubernder machten.
Sie trug eine eng anliegende schwarze Seidenbluse und ein weißes Kleid mit großformatigem, schwarzem Blumenmuster. Sie war irdisch und zugleich ätherisch und noch schöner als Catherine Deneuve in „Die Regenschirme von Cherbourg“.
Sie hieß Phemonoë.
Der Film, den wir vorbereiteten, war ein Musical, inspiriert von Andersens „Die Schneekönigin“. Phemonoë gab mir eine dicke Kladde mit Farbvorschlägen und Zeichnungen, die sie angefertigt hatte. Alles war von außergewöhnlicher Inspiration und großem Ideenreichtum geprägt. Sie selbst war die personifizierte Begeisterung. Und redete ununterbrochen. Sie hatte so viel zu sagen, dass sie ihre Sätze nicht zu Ende sprach. Sie war voller Ideen, die sie ohne Punkt und Komma entwickelte, ohne Luft zu holen, so dass ich dachte, sie würde jeden Moment ihren letzten Atemzug tun. Was sie sagte, war originell und einfach zugleich, drang direkt zum Kern der Sache vor. Während sie sprach, hielt sie manchmal inne und brach in Gelächter aus. Ich wurde Zeuge ihrer unbändigen Energie, einer frühlinghaften Flut. „Die Pfade wirbeln auf, erzürnt / Wie heftigste Orkane / Wilder als jede Wolkenwand sich türmt“, hatte ich bei Pasternak gelesen, und diese Verse schienen wie für sie geschrieben zu sein.
Das Besondere an dem Film, den wir drehen wollten, war, dass die Kostüme weder von der Stange sein, noch von Freunden und Bekannten zusammengetragen oder aus dem Kostümfundus stammen sollten. Die Kostüme sollten extra dafür genäht werden. Und weil Phemonoë in Berlin eine Werkstatt ausfindig gemacht hatte, die zum halben Preis nähte, hatte sie sich für die Dauer der Filmvorbereitungen in einer kleinen Wohnung eingerichtet.
Meine zukünftige Mitarbeiterin hatte in London Modedesign studiert, anschließend eine Lehrzeit bei Hugo Boss absolviert und war nun dabei, ihre Flügel auszubreiten. Es war ihr erster Film. Die Arbeit im Filmgeschäft betrachtete sie als Mittel zum Zweck. Diese junge Frau träumte davon, eine zweite Coco Chanel zu werden, wie diese die geltenden Konventionen zu brechen und eine neue Ausdrucksform zu finden. Die Zeichen standen günstig, in den 80er Jahren spielte Stil eine große Rolle.
„Was halten Sie von Coco Chanel, Herr Assistent?“, fragte sie mich irgendwann nach dem vierten Kaffee und dem dritten Mandelkuchen, während sie einen frechen Spatz beobachtete, der auf unseren Tisch geflattert war, um Krümel zu picken.
„Ich verstehe nichts von Mode“, sagte ich ihr, „aber das Nähen hat mich schon immer fasziniert“ – und erzählte ihr von meinem Aufenthalt als Kind in Nikis Wohnung.
Ihre Augen leuchteten auf.
„Dann ist es an der Zeit, ein neues Kapitel in deiner Beziehung zur Welt der Stoffe aufzuschlagen“, sagte sie und teilte mir mit, dass sie am Wochenende in München an einer Veranstaltung teilnehmen werde, bei der junge Designerinnen und Designer ihre Arbeiten in einem Hotel präsentieren würden.
„Kommst du vorbei?“
„Ja“, erwiderte ich, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Als ich nach Hause kam, rief ich sofort die Mitfahrzentrale für eine Fahrt nach München an.

Drei Tage später sah ich weibliche und männliche Models über den Laufsteg des Hotels „Die vier Jahreszeiten“ defilieren.
Der Saal war brechend voll. Freunde und Bekannte, Verwandte, aber auch einige Journalisten. Ich stand in einer Ecke, versuchte, ruhig zu atmen, und hatte neben mir eine große Frau mit strengem Blick in schwarzem Kostüm und Reitstiefeln. Eine beeindruckende, imperiale Erscheinung. Jedes Mal, wenn wir uns ansahen, lächelten wir uns zu.
Phemonoë kam irgendwann freudig errötet  zu mir und stellte uns vor.
Es war ihre Mutter. Sie hieß Karin.
Als die Mutter meinen Namen hörte, ich heisse Kimon, verdunkelte sich ihr Gesicht. Sobald Phemonoë wieder gegangen war, fragte sie mich: „Sind Sie Grieche?“
„Ja. Warum?“, fragte ich.
„Ach nichts“, meinte sie. „Mein Mann hat Verbindungen zu Griechenland. Zum antiken Griechenland, um genau zu sein.“
Nachdem sie erfahren hatte, was mich in den europäischen Norden geführt hat, und wir kurz über den Film gesprochen hatten, den wir vorbereiteten, wollte sie wissen, was ich von ihrer Tochter halte.
„Sie ist großartig“, sagte ich zu ihr, „sie wird es weit bringen.“
Sie seufzte.
„Warum, haben Sie Zweifel?“, fragte ich sie.
„An ihrem Talent nicht“, antwortete sie.
„Aber?“
„Ich hoffe, sie kommt davon los …“, murmelte sie.
„Wovon?“, fragte ich.
„Von bestimmten schlechten Einflüssen“, meinte sie, und plötzlich verfinsterte sich ihre Miene.
„Was meinen Sie damit?“ hakte ich nach.
„Interessiert Sie das?“ fragte sie.
„Sehr“, antwortete ich.
„Nun ja, ich merke es“, lächelte sie. „Sie haben sich in sie verliebt. Es hat keinen Sinn, es zu leugnen, das sieht man schon von weitem. Ich sage Ihnen eins: Seien Sie vorsichtig. Sie ist sehr schwierig.“
„Warum sagen Sie das?“, fragte ich, immer neugieriger, es zu erfahren.
„Das erkläre ich Ihnen ein anderes Mal“, sagte sie.
„Nein, jetzt“, beharrte ich.
„Jetzt geht das nicht, bei all dem Trubel.“
„Ich bitte Sie innig“, sagte ich so überzeugend und eindringlich wie möglich. Sie verzog das Gesicht, als würde sie kapitulieren.
„Wie Sie wollen“, sagte sie. „Kommen Sie mit.“
Wir verließen den Saal und gingen zur Hotelbar. Sie war menschenleer.  Wir bestellten Dry Martinis und machten es uns in zwei Sesseln bequem.
„Sie müssen wissen“, sagte die Frau, „dass das, was ich Ihnen erzählen werde, mich nachts oft wachhält.“

Priesterin © beim Autor

Der Autor
Nicos Ligouris wurde in Athen geboren und lebt in Berlin. Er studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, seine Diplomarbeit war der Film „Mitteleuropa“. Er schrieb Kritiken für die Filmzeitschrift „Synchronos Kinimatographos“. Zu seinen Filmen gehören „Nebel unter der Sonne“, „Erebos“, „Herz aus Stein“, „Sommerblitze“, „Die Liebenden der Axos“, „Sultan Ahmed ist aufgewacht“, „Der Dialog von Berlin“ sowie eine Reihe von Porträts von Regisseuren wie Theo Angelopoulos, Jacques Doillon, Paul Vecchiali und Alexander Sokurov. Im August 2022 war in Griechenland beim Verlag To Rodakio seine Erzählsammlung „Elf Sommergeschichten“ erschienen.

::: Nicos Ligouris auf diablog.eu hier // Werk und Auszeichnungen hier // Interview vom 29.03.2025 zum besprochenen Buch hier (auf EL)

Ausschnitt: Nicos Ligouris. Buchkritik: Anna Lambardaki, mit freundlicher Genehmigung der Literaturplattform „Hartis“, hier (auf EL; # 76, April 2025). Abbildungen: Verlag Agra, Nicos Ligouris. Übersetzung der Texte und Redaktion: A. Tsingas. Gedichtausschnitt: Boris Pasternak, Meine Schwester – das Leben; Werkausgabe, Band 1. Gedichte, Erzählungen, Briefe; Fischer, Frankfurt a.M. 2025

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