Michael Tsokos: der Rechtsmediziner und Krimi-Autor im Interview

8 Fragen von Raphael Irmer

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Ελληνικά (Griechisch)

Michael Tsokos schreibt in seinem neuesten Buch, das im Februar veröffentlicht wurde, von der DDR. Koautorin des humorvollen und abenteuerlichen Romans ist seine Frau Anja Tsokos, die dort geboren wurde. Raphael Irmer hatte viele Fragen und bekam vom Bestsellerautor ein kurzes Interview.

1_Mit Ihrem aktuellen Roman „Heinz Labensky – und seine Sicht auf die Dinge“ gehen Sie neue Wege. Denn es geht in dem Buch nicht um True Crime, sondern um die ehemalige DDR. Wie kam es dazu?

Ich habe bei Exhumierungen und der Untersuchung von ungeklärten Todesfällen einer geheimen Einheit des Wachbataillons der DDR, die ich im Auftrag der Thüringischen Staatskanzlei durchgeführt habe, Geschichten erfahren, die so unglaublich, aber zugleich so real klangen, dass ich einfach ein Buch darüber machen musste.

2_Wo sind Ihre griechischen Wurzeln und wie haben diese Sie geprägt?

Mein Vater stammt aus Chalkida, einem Küstenort unweit Athens. Er war Seemann durch und durch. Ich denke, von ihm habe ich die Liebe zu Reisen und fernen Ländern geerbt.

3_Welchen Bezug haben Sie heute zu Griechenland?

Wir fahren regelmäßig im Urlaub dorthin und besuchen die Verwandtschaft.

4_Einige Ihrer Romane wurden ins Neugriechische übersetzt. Wie liefen die Übersetzungen und die Suche nach einem Verlag in Griechenland?

Den Kontakt zu den Verlagen hat mein Agent hergestellt. Mit einem guten Übersetzer war es dann kein Problem.

5_Welche Reaktionen auf Ihre Bücher haben Sie bisher von griechischsprachigen Lesern erhalten?

Durchweg positive Resonanz. Auch die griechischen Leser schätzen True Crime aus der Feder von jemandem, der die Fälle alle selbst erlebt hat und weiß, wovon er schreibt!

6_Welches neugriechische Buch beziehungsweise welcher neugriechische Schriftsteller hat Sie inspiriert?

Vasilis Vasilikos.

7_Mikis Theodorakis feiert 2025 seinen 100. Geburtstag. Welches seiner Werke schätzen Sie besonders?

Die Filmmusik zu Serpico von Theodorakis liebe ich. Ein Klassiker!

8_Αngenommen, Sie würden einen Roman schreiben, bei dem Griechenland eine Rolle spielt – wovon würde das Buch handeln?

Wovon es handeln würde, weiß ich noch nicht. Ich weiß aber, dass ein Handlungsstrang in Athen und der andere auf der Peloponnes spielen würde (jeweils anfangs) und dass die beiden Handlungsstränge dann zusammenlaufen …

::: Chalkida, Hauptstadt der griechischen Insel Euböa hier
::: Vasilis Vasilikos hier
::: Die Musik zum Tatsachen-Thriller Serpico (1973, mit Al Pacino, Regie Sidney Lumet) hier

©Björn Pauli

Michael Tsokos ist ein deutscher Professor für Rechtsmedizin. In Berlin leitet er das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin. Als Experte ist er regelmäßig im In- und Ausland unterwegs. Als Botschafter des Deutschen Kindervereins macht Tsokos außerdem öffentlich auf Kindesmisshandlung aufmerksam. Zu seinem Oeuvre gehören Fachliteratur, Sachbücher, Belletristik und zahlreiche Filme.
Seinen neuen Bestseller hat er gemeinsam mit seiner Frau Anja Tsokos geschrieben.

::: Michael Tsokos hier

©privat

Raphael Irmer hat Neogräzistik und Byzantinistik an der Universität Hamburg studiert. 2022-2023 absolvierte er ein Volontariat bei der Magdeburger Tageszeitung Volksstimme.

::: Raphael Irmer bei diablog.eu hier

Interview: Raphael Irmer. Redaktion: A. Tsingas. Fotos: Verlagsgruppe Droemer Knaur, Björn Pauli, Raphael Irmer.

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Ελληνικά (Griechisch)

Schreibe einen Kommentar