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Im Fokus der 63. Ausgabe der metamorphosen stehen Griechenland und seine Literatur; die Verleger Ingo Držečnik und Roman Pliske haben Beiträge von mittlerweile zu Klassikern gewordenen sowie von zeitgenössischen griechischen Autorinnen und Autoren zusammengestellt.
Die Veranstaltung
Wann: Mittwoch, 6. August 2025 um 18:30 Uhr
Wo: Ingeborg-Drewitz-Bibliothek („Schloss“, Grunewaldstraße 3 , 12165 Berlin-Steglitz, 3. OG)
Eintritt frei; Voranmeldung erwünscht per Telefon (030) 90299 2410 oder eMail event-bibliothek@ba-sz.berlin.de
Die Übersetzerinnen Andrea Schellinger (Athen) und Peter Holland (Berlin) stellen einige der Autorinnen und Autoren der Sammlung vor, der Lyriker Giorgos Lillis (Bielefeld) wird eigene Gedichte vortragen. Die Veranstaltung moderiert der Herausgeber Ingo Držečnik.

Die Buchvorstellung
von Elena Pallantza
Unter dem Titel Ohne dich, Hellas ist die 63. Ausgabe der deutschsprachigen Literaturzeitschrift metamorphosen dem modernen Griechenland und seiner Literatur gewidmet. Die Herausgeber Ingo Držečnik und Roman Pliske verbergen nicht – und warum sollten sie auch? – ihren philhellenischen Hintergrund und richten den Blick auf die Vielstimmigkeit der griechischen Lyrik und Prosa der letzten hundert Jahre: eine Literatur, die weiterhin geschrieben und übersetzt wird, die bewegt und überrascht.
Die Hommage versäumt es dabei nicht, dem Kanon des neugriechischen Modernismus gebührend Tribut zu zollen – mit teils weniger bekannten Texten von Kavafis, Seferis, Embirikos und Ritsos –, lenkt den Fokus jedoch vor allem auf Stimmen der jüngeren Generation: Christos Asteriou, Rea Galanaki, Phoebe Giannisi, Michalis Ganas, Katerina Gkiouleka, Thanasis Lambrou, Giorgos Lillis, Jenny Mastoraki, Maria Stefanopoulou, Ursula Foskolou und Panagiotis Chatzimoysiadis.
So gelingt es dem Band nicht nur, zentrale Motive sichtbar zu machen, die sich in der griechischen Literaturproduktion im fortwährenden Dialog mit Licht, Landschaft, Menschen und Erinnerung entfalten, sondern auch, die Karten der literarischen Rezeption Griechenlands im deutschsprachigen Europa auf kreative Weise neu zu mischen.
Vielmehr als eine repräsentative Gesamtschau versteht sich diese Anthologie als Lektürevorschlag, der sich seiner Grenzen bewusst ist – und Raum für Weiterführungen schafft. Ihr Ziel ist es, das Palimpsest der zeitgenössischen griechischen Literaturlandschaft exemplarisch und andeutungsreich zu skizzieren – nicht im Rückgriff auf Autoritäten, sondern durch das Aufzeigen von Wegen und Konstellationen. In diesem Sinne gleicht das Heft erfreulicherweise eher dem Notizbuch eines philhellenischen Lesers als einem „Kanon“ nationaler Literatur.
Von zentraler Bedeutung für das literarische Porträt griechischer Identität, das hier entsteht, ist zudem die Rolle der Übersetzerinnen und Übersetzer – etwa Ina Berger, Günter Dietz, Peter Holland, Christiane Horstkötter, Ina und Asteris Kutulas, Elena Pallantza, Michaela Prinzinger, Andrea Schellinger, Herbert Speckner, Athanassios Tsingas und Theo Votsos. Sie agieren nicht nur als Interpreten, sondern vor allem als Vermittler der neugriechischen Literatur gegenüber dem deutschsprachigen Publikum. Mit ihren Übersetzungsentscheidungen gestalten sie Räume kultureller Begegnung mit, in denen Stimmen hörbar werden, die nicht nur untereinander, sondern auch im europäischen Kontext in Dialog treten.
Die Ausgabe beschränkt sich schließlich nicht auf Übersetzungen griechischer Werke. Sie überrascht angenehm, indem sie auch Texte deutscher Autoren wie Herbert Genzmer, Tobias Herold, Andreas Holschuh und Konstantinos Kammenos einbezieht, die sich von der griechischen Natur und Gegenwartskultur inspirieren lassen – und mit neuen Mitteln die Tradition der Reisenden fortschreiben: ein fremder Blick, der nicht idealisiert, sondern horcht, beobachtet und sich reflektierend – mitunter kritisch oder humorvoll – auseinandersetzt. Illustriert wird die geschmackvoll gestaltete Ausgabe mit elf Schwarzweiß-Fotografien von Klaus Pichler.
Ohne dich, Hellas ist eine Reise, eine Wiederverbindung, ein Versuch, den genius loci eines kulturellen Ursprungsortes erneut – und mit anderen Mitteln – einzufangen; einem Ort, der die Kraft bewahrt, das Verlangen nach geistiger Heimkehr immer neu zu entfachen.
Das Heft
Elfenbein Verlag, Berlin 2025
Sprache: Prosa deutsch, Lyrik griechisch und deutsch
128 Seiten, 10 Euro
ISBN-13: 978-3961609017
Die Geschichte der Zeitschrift für Literatur metamorphosen hier // Archiv hier // Impressum hier
Die Verleger Ingo Držečnik hier und Roman Pliske hier
Der Elfenbein Verlag hier // der Mitteldeutsche Verlag hier (Wikipedia)
Die Griechische Buch- und Kulturstiftung, Zweigstelle Berlin hier (auf EL)
Buchvorstellung: Elena Pallantza. Erschienen zuerst bei o anagnostis hier (auf EL); bei diablog.eu mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Foto: o anagnostis und Elfenbein Verlag. Redaktion: A. Tsingas.
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