Sikinos, die antike Insel Oinoie

Eine Reise in die Kindheit von Christina Fronista

Christina Fronista stammt von der Kykladeninsel Sikinos, die auch der Lyriker und Nobelpreisträger Odysseas Elytis in seinen Gedichte besingt. Die in Berlin lebende Schauspielerin und Sängerin entführt uns auf „ihre“ Insel, erzählt von den unvergesslichen Sommern ihrer Kindheit und beschreibt die eigenwilligen Bienenstöcke der ägäischen Inseln.

Wir sitzen auf den Felsblöcken der Mole, die 1989 gebaut wurde. Früher musste man bei der Ankunft im Hafen das Fährschiff über Strickleitern verlassen. Abgeholt wurden wir damals immer von zwei großen Booten. Das rote Boot war für die Passagiere bestimmt, das blaue für das Gepäck. Wir wurden nach Alopronia gerudert, bis zum Laden von Giannis. Neben uns der Strand, unsere Häuser, unsere Verwandten. Jetzt konnte der Sommer beginnen.

Auf den Felsblöcken singen wir nachts Lieder der Popgruppe Poll.

Morgengrauen,
Häuser erscheinen wie von Geisterhand.
Papierne Stadt,
du warst vor kurzem noch im Schattenland.

Schaust du dir die Leute an,
Blumen siehst du keine in ihrem Haar,
Feuerflammen haben sie alle schon verbrannt.

Wir liegen auf dem Rücken und betrachten die unzähligen Sterne und das endlose, dunkle Meer. Eine Clique von jungen Leuten, eine Gitarre und Lieder über Reisen, Träume und die Liebe. Manchmal kommt die Gruppe spät abends am Strand zusammen und macht ein Feuer. Gefühle von Glück und Leidenschaft finden sich in den Liedern wieder, im nächtlichen Tauchen und in einem Kuss. Auf Sikinos gibt es nicht viele Geschäfte. Dafür Natur im Überfluss. Das Meer und Gott. Du und der Felsen.

In Chora, dem Hauptort der Insel, steige ich in der mittelalterlichen Festung Kastro die Steinstufen in Richtung des Klosters Zoodochou Pigis hoch und laufe durch die Gassen. Ich komme an der kleinen Kirche vorbei, die zu Ehren des Dichters Elytis errichtet wurde. Am Gipfel des Berghangs angekommen, sehe ich die Felsen hinter dem Kloster steil abfallen. Es weht ein stürmischer Nordwind. Nichts kann ihm standhalten. Außer Fels und Stein. Du stehst oben auf dem Felsen, auf dem höchsten Punkt der Insel und da bist nur du und Gott. Der Himmel und das Meer.

blick vom inselberg aufs meer

Blick vom Kloster: In Hintergrund die Insel Folegandros und davor die Felseninsel Kadiotissa, ©Ch. Fronista

DOCH BEVOR ICH hinaufschritt zur lichten Höhe
Winde, Musik vernahm ich noch nicht
(roter Sand, unübersehbar
mit der Ferse löschte ich die Geschichte)
war ich noch ruhloses Kind. Was ich suchte, war etwas
schuldlos und zitternd wie Rebenblätter
tief und furchenlos das zweite Antlitz des Himmels
Etwas Seele im Lehm der Erde
Da sprach er und das Meer ward geschaffen
Ich sah und staunte
Kleine Welten streute er ein nach meinem Gleichnis:
steinerne Pferde mit ragender Mähne
Amphoren der Stille
gekrümmte Delphinrücken…

Als ich klein war, verbrachte ich meine Ferien in Chora und im kleinen Dorf Katergo. In beiden Orten wohnten wir in 500 bis 600 Jahre alten Häusern mit großen Wohnzimmern und reliefverzierten Fensterrahmen. In Chora habe ich viel im Untergeschoss gespielt, habe mir Geschichten ausgedacht zu den alten Tonkrügen, die da standen, der gemauerten Wasserstelle, zu Großvaters alter Werkstatt mit den vielen Hölzern und der Falltür, die man auf der Insel Mouri nennt und mit der uns Großmutter drohte, damit wir weiteraßen. Die Kellertür, die sich zum Dorfplatz hin öffnete, habe ich immer etwas angelehnt gelassen, damit ein wenig Licht reinkam. Vor der Tür stand ein Olivenbaum, es gab einen Spielplatz mit Karussell und Schaukeln, um den plattenbelegten Platz herum die Nachbarhäuser. Manche davon warteten noch auf Sommergäste. Gegenüber wohnte die Tante mit den leckeren Melitinia, dem lokalen Gebäck, in der Mitte des Dorfplatzes stand das Heldendenkmal und das „Voulistó“, eine Hausruine mit üppigen Steinreliefs.

verzierter tuerrahmen

Voulistó, ©Archiv Th. Skampavirias

Chora ist ein Ort, der sich über einen Bergrücken hinzieht. Die vielen engen Gassen bilden ein Labyrinth. Charakteristisch ist die zentrale Dorfkirche der Panagia Pantanassa, eine Kuppelbasilika. In den Gassen findet man kleine Kafenions und einige wenige Tavernen mit einfachen gekochten Gerichten. An einer Kreuzung ist auch der Bäcker. Im Dorf grüßt jeder jeden. Die wenigen Bewohner kennen sich alle untereinander. Deine Freunde auf Sikinos sind der Felsen, der einsame Baum, der Nachbar, das Wasser und ein gutes Buch. Vor ein paar Jahren eröffnete in Chora ein Buchladen. Der Buchhändler ist mit Leib und Seele dabei.

Eines Tages suchte ich mit meinem Großvater zusammen unser Haus im Dorf auf. Eine Steintreppe führte ins Untergeschoss. Dort gab es eine Waschküche, einen gemauerten Backofen, Krüge für Öl und Wein und eine Zisterne. So eine existierte auch in dem Haus in Chora, so wie in jedem Haushalt der Insel. Hier im Dorf hatte das Haus nur ein Schlafzimmer, aber ein riesiges Wohnzimmer mit sehr hoher Decke. Großvater erzählte uns, dass es über der Küche noch ein weiteres, geheimes Zimmer gebe. Wenn es Piraten gelingen sollte, ins Haus einzudringen, konnten sie das nur einzeln tun, weil es eng wie eine Festung gebaut war. So hatten die Bewohner des Hauses Zeit, ins geheime Zimmer zu fliehen. Da oben gab es eine geeignete Verteidigungswaffe: ein Gefäß, in dem man Öl erhitzte, das dann durch eine Öffnung in der Decke auf die Eindringlinge gegossen wurde. Wozu das, Großvater? Um die Piraten zu verbrühen, natürlich. Das machte mir Angst. Aber meine Fantasie schlug Purzelbäume.

kykladendorf vor meer

Kastro, die Burg der Inselhauptstadt, ©Ch. Fronista

Ein versiegelter Brief von 1851, ein Testament:

„Auf Sikinos (…) leben über Tausend Menschen. Wie in der Antike, so züchten sie auch heute noch Tomaten, Salat, Weizen, Oliven, Weintrauben und stellen Thymianhonig und Wein her. Feigen-, Maulbeer-, Kaktusfeigen-, Zitronenbäume und Tamarisken spenden Früchte und geben etwas Schatten.“

Sikinos und viele andere kleine Kykladeninseln dienten im ersten Weltkrieg und im Bürgerkrieg als Verbannungsorte. Von der Antike bis zur Eroberung durch die Venezianer 1670 waren die Kykladen den Piraten ausgesetzt, die wahllos plünderten und zerstörten. Aus dieser Zeit, in der sich der Alltag und damit auch das Verhalten der Menschen dem harten Leben und den widrigen Wetterverhältnissen anpassen mussten, gibt es keine schriftlichen Überlieferungen.

Zu Ostern, wenn es Milch gab, bereiteten sie Myzithra, den griechischen Frischkäse, zu. Der Großvater schnitt uns Brot ab und wir aßen es mit Käse und Thymianhonig. Im Sommer war die Sauermilch ohne die üblichen Gewürze erfrischend und sahnig. Die Pute wurde zu Ostern mit gebratener Leber gefüllt und kräftig gewürzt. Zum Nachtisch gab es Melitinia, Feigen aus Tzanaki und Weintrauben. Der Wein war vom Großvater.

alter mann mit ziege

Der Großvater beim Melken der Ziege, ©Archiv Ch. Fronista

Am 15. August war das Fest der Panagia Pantanassa. Oh, die Dudelsäcke, Großvater!, rief meine Schwester. Inselmusik mit Dudelsack, Davul, Laute, so etwas hörte man selten, üblicher war der Rhythmus der Polka. „So wie die Sterne des Himmels vor der Dämmerung flirren, so erschauert auch mein Herz in Erwartung der Begegnung mit dir…“ Jede Kapelle feierte ihren Schutzpatron mit einem Fest unter freiem Himmel. Der Namenstag des Agios Panteleïmonas wird jedes Jahr am 27. Juli begangen. Die ganze Insel bereitet sich darauf vor. Einige kommen mit dem Boot und bringen ganze Backbleche mit Essen für alle mit. Dazu gibt es Wein, Raki und Wasser, Zwieback und Bauernbrot. Die ganze Nacht wird durchgetanzt. Als Kinder legten wir uns aufs Flachdach der Kirche und betrachteten die Sterne. Wir erzählten uns Geschichten. Unsere Fantasie überschlug sich. Wenn der Blick über die kleine Kirche hinweg schweifte, war alles stockdunkel. Wenn aber der Mond schien, war es taghell. Morgens, kurz vor der Morgendämmerung um vier machten wir uns alle gemeinsam auf den Rückweg nach Alopronia. Wir stiegen den Hang des Agios Panteleïmonas hinunter. An einigen Stellen gab es klar erkennbare Stufen, in den Fels gemeißelt, breit, gleichmäßig und absolut waagerecht. Diese Gegend war sicherlich auch in der Antike schon besiedelt. Es gibt Spuren, Ruinen. Dort, wo sich die Berghänge treffen, verläuft das Bett des Trockenflusses. Es gibt Wasser und Vegetation. Man sucht nach weiteren Spuren, ersinnt neue Abenteuer und Reisen in die Vergangenheit, wieder ist die Fantasie gefragt. Wir lassen Tria Pigadia hinter uns, man sucht nach Überresten der Vergangenheit und stößt auf die Antike. Man steigt die gemeißelten Stufen nach Katergo hinab. Von oben ist Punta zu sehen. Die Wogen der endlosen Weizenfelder gehen ins Blau des Meeres über. Wir lassen unseren Blick über die endlose Weite schweifen. Magische Orte.

terrassen in insellandschaft

Trockenmauerterrassen, ©Ch. Fronista

„Auf Sikinos, dieser kleinen Insel der Kykladen, sind wir vor ein paar Jahren zusammengekommen, um eine Imkereigenossenschaft zu gründen. Damals fiel uns ein Buch über zwei alte Münzen von Sikinos in die Hände. Auf der einen Seite war eine Biene zu sehen. (…) Es hat uns tief berührt, dass sie uns auch nach 2300 Jahren immer noch eine Geschichte der Insel erzählen kann. Es handelt sich um eine Kupfermünze von 13 mm Durchmesser, mit einer Biene auf der Vorderseite und einer Weintraube auf der Rückseite. Unten auf der Münze kann man den Schriftzug SIKI gut erkennen. Sie wurde nach 300 v. Chr. auf Sikinos geprägt.“ (Evangelos Papas, Kalliroï Mageira, Imkerei-Revue, Mai-Juni 2006, S. 147)

Irgendwann beschloss mein Vater, mir etwas aus seiner Kindheit zu zeigen. Also standen wir noch vor sechs Uhr auf, es war noch dunkel. Von Katergo aus starteten wir Richtung Chora. Als wir drei Viertel des Weges hinter uns hatten, bogen wir rechts ab und nahmen den Pfad nach Ai Giorgis. Nachdem wir stundenlang über einen Zick-Zack-Weg den Berghang hochgelaufen waren, breitete sich plötzlich das Ägäische Meer vor uns aus. Wir standen auf dem Gipfel des Berges, vor uns lag Kafkara, ein rundes Feld. Ein Ruhepunkt, der dem Berg eine gewisse Gelassenheit verlieh. Gegenüber erblickte ich die Insel Ios mit ihrem charakteristischen Kuppelberg. Das Meer war ruhig, nur „Spiliades“, kleine Böen, zogen darüber hinweg. Uns fröstelte es im Morgentau. In diesem Augenblick kamen die ersten Lichtstrahlen hinter dem Berg Troulos auf Ios zum Vorschein. Die Sonne ging auf und beherrschte nun alles mit ihrem Glanz. Wo gehen wir denn jetzt hin, Vater? Nach Dialiskari, Christina, sagte mein Vater. Dort, wo die beiden Berge ineinander übergehen, gibt es Felder, die bis zum Sandstrand reichen. Irgendwann kamen wir in Dialiskari an. Der Boden auf Sikinos war früher sehr fruchtbar, meinte mein Vater. Mittlerweile wurden viele Felder nicht mehr bestellt. Ich aber hatte nur Augen für die Spuren der Vergangenheit. Und siehe da, ich erblickte ein Keramikgefäß, rund, länglich und mittelgroß. Es lag auf einer Steinbank zusammen mit einigen anderen Fragmenten. Vater, was ist das? Mein Vater hob einen Schieferstein auf, der das Gefäß abdeckte. Auf der Keramik war zu lesen: Lukas 19.. (wahrscheinlich ein Stempel vom Anfang des 20. Jhs.) Das war bestimmt der Großvater meines Vaters und das Keramikgefäß ein waagerechter Bienenstock. Ich hatte einen Schatz gefunden.

tongefäss im garten

Der kykladische Bienenstock Ypseli, ©Archiv Th. Skampavirias

„Die Bienenzucht ist tief verwurzelt und sehr traditionell. Der charakteristische, kykladische Bienenstock „Ypseli“ mit nur einem Zugang ist hier am weitesten verbreitet. Aus gebranntem Ton, integriert in den sogenannten Bienenöffnungen der eigens dafür geschaffenen Trockenmauerstufen, scheint er [der Bienenstock] sich zu entmaterialisieren und sogar den Augen des aufmerksamen Betrachters zu entziehen. Eine fast absolute Verschmelzung mit der Landschaft.“ (Thanassis Bikos, Agrarwissenschaftler, aus „Sikinos: Das Getöse der Stille“. Zeitschrift „Imkerei-Revue“, Mai/Juni 2006, S. 150)

…los               Sikinos            Seriphos         Milos
»Auch jedes Wort einer Schwalbe, sprach er
bring’ dir im Sommer den Frühling
Und zahllos die Ölbäume
die mit ihren Händen das Licht sieben
dass es sich unbeschwert ausbreite in deinem Schlaf
ein Heer von Zikaden
und du siehst sie nicht
wie du den Puls deiner Hand nicht spürst
aber nur wenig Wasser
damit du es achtest wie Gott, seine Sprache behältst
und den Baum, wie er ist
ohne Herde
mach ihn zum Freund und damit du genau…

Das wilde Treiben der Natur, die vom Salz scharf geschliffenen Felsen, der starke Meltemi, ein sommerlicher Nordwind, machen Sikinos schwer zugänglich und das Leben schwer. Es gibt schöne Ecken, aber nur wenige. Man muss schon danach suchen. Aber sie sind einzigartig, wie das kleine Veilchen auf dem kantigen Felsen, wo ansonsten nichts wächst.

safranblüte im fels

Safran, ©Archiv Ch. Fronista

Sikinos gehört zu den Inseln, die an der „Agoni Grammi”, der keinen Gewinn abwerfenden Fährlinie liegen. Sie führen zu Kykladeninseln voller Felsen in der gnadenlosen Sonne, ohne Pflanzen und Bäume, nur weiße kleine Häuser mit blauen Fenstern. Wie die, die man auf den Postkarten sieht.

Auf Sikinos gibt es versteckte Höhlen, die man nur entdeckt, wenn man irgendwo zur Ruhe kommen und sich vor der Sonne schützen möchte. Wind, Meer, spärliches Leben. Man ist dem widrigen Wetter hilflos ausgeliefert und muss schauen, dass man zurechtkommt. Wenn man es schafft, dem Sturm zu trotzen und nicht weggeweht zu werden, dann fühlt man sich wie der Herrscher der Welt, so als wäre man stärker als die Natur. Wenn man aufrecht stehen bleiben kann, ist man offensichtlich widerstandsfähig. Wie ein Kapitän, der sich den stürmischen Wellen und dem tobenden Wetter entgegenstellt. Wie es Jules Verne in „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ beschreibt. Auf Sikinos kann man die Geheimnisse der Natur aufspüren. Sie hat etwas Magisches, Dunkles, in das man sich immer weiter vertiefen will.

Der Meeresgrund. Das Blau des Meeres. Dieses unendliche Blau, es ist grenzenlos. Tausend Worte breiten sich wie Wellen vor dir aus. Und verlieren sich in der Unendlichkeit. So wie dich die Erde hält, so hält dich auch das Meer. Deine Freunde sind der Krebs auf dem Felsen, die kleinen Garnelen und die Schwarzgrundel im Wasser. Seeigelkolonien markieren die Stellen, die man lieber nicht betreten sollte, und weisen auf dem Meeresgrund einen gangbaren Weg. Rochen, Gelbstriemen, Seebarbe und Zackenbarsch. Muräne und Tintenfisch, versteckt in Felsspalten, sorgen dafür, dass man sich vor dem Ungewissen fürchtet. Und wieder schlägt die Fantasie Purzelbäume. Schiffswracks, Ertrunkene, das Leben im Meer… Die Ruhe der Tiefe, die endlose Stille, die Sicherheit des Wassers. Und wieder errichtet man in der Fantasie Häuser und ganze Städte auf dem Meeresgrund, den anderen unbekannt, dir selbst aber vertraut. Und wieder hat man einen Schatz entdeckt.

Auf den Felsblöcken. Die erste Liebe, die man nicht vergisst. Hast du dich nun verliebt, in den Jungen und den Stern und das Mondlicht über dem Meer, das an jenem Abend in der Nähe der Höhle auf eure Körper fiel?

Unser Haus ist in Katergo. Es liegt etwas abseits der anderen Häuser und Spielkameraden. Wenn ich allein war, ging ich tauchen. Ich sah den Meeresgrund mit seinen lebhaften Farben, die Felsen im Wasser, Seeigel, Muscheln, Schildkrötenpanzer, Krabbenschalen und -zangen, Schneckenhäuser und Seeohren aus Perlmutt für Halsbänder. Mich beschäftigte vor allem, wie lang ich ohne Atem auskommen und wie tief ich tauchen konnte. Gemeinsam mit anderen erkundete ich ferne Küsten. An Grego vorbei schippert man mit dem Boot nach Dialiskari, Ai Giorgis, Malta und danach zur Mavri Spilia mit dem türkisfarbenen Wasser. Über Garbi geht es nach Folegandros, Katergo, Tria Pigadia, Agios Panteleïmonas, Santorineïka, Karas, Ai Giannis und mit einem Schlenker zurück. Vorbei an der kleinen Insel Kardiotissa und Dyo Vrachia, den zwei Felsen im Meer, von denen der eine wie ein Delphin und der andere wie ein Schiff aussieht.

felsformation im meer

Einer der Zwei Felsen, „Karavos“, das Schiff, ©Th. Skampavirias

Und weiter geht es in nördliche Richtung. Die Berge tauchen hier tief ins Meer. Wirft man ein Steinchen von der Bergspitze hinunter, scheint es direkt ins Meer zu stürzen. Wenn der Nordwind weht, ist er sehr heftig. Dort im Norden liegt ein weiteres Geheimnis, der alte Hafen. Hier setzten in früherer Zeit meist die Piraten an Land. Geheimnisvolle antike Siedlungen, Stufen und Feldterrassen liegen ringsum verstreut. Es gibt überall Zeichen, man muss sie nur deuten.

…seinen kostbaren Namen erfährst spärlich das Erdreich zu
deinen Füßen dass du nicht Wurzel schlägst
und ständig Wurzel aus Tiefen emporziehst und breit der Himmel droben
dass du für dich begreifst die Unendlichkeit«

DIES
die Welt die kleine, die große!

Text: Christina Fronista. Fotos: Christina Fronista, Theodoros Skampavirias. Übersetzung: Angelika Gravert. Redaktion: A. Tsingas. Lyrik: Poll, Odysseas Elytis, Auszug aus To Axion Esti /Gepriesen Sei. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Elfenbein Verlags, Zweisprachige Ausgabe, Heidelberg 2001.

Mehr zu der in Berlin lebenden Sängerin und Schauspielerin auf www.christina-fronista.de.

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