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	<title>Übersetzung &#8211; diablog.eu</title>
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	<description>deutsch - griechische Begegnungen</description>
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	<title>Übersetzung &#8211; diablog.eu</title>
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		<title>Doris Wille und ihre Verdienste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Athanassios Tsingas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 08:09:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Doris Wille hat sich durch herausragende Übertragungen griechischer Literatur ins Deutsche einen Namen gemacht. Anfang Oktober 2025 wurde sie zur Gewinnerin des Preises des Johann-Heinrich-Voß-Literaturhauses der Stadt Penzlin 2025/26 gekürt. Hier die Pressemitteilung zum „Preis ... <p class="read-more-container"><a title="Doris Wille und ihre Verdienste" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/doris-wille-und-ihre-verdienste/#more-15924" aria-label="Mehr Informationen über Doris Wille und ihre Verdienste">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Doris Wille hat sich durch herausragende Übertragungen griechischer Literatur ins Deutsche einen Namen gemacht. Anfang Oktober 2025 wurde sie zur Gewinnerin des <em>Preises des Johann-Heinrich-Voß-Literaturhauses der Stadt Penzlin</em> 2025/26 gekürt.</p>
<p>Hier die Pressemitteilung zum „Preis des Johann-Heinrich-Voß-Literaturhauses der Stadt Penzlin“ 2025/26, der Doris Wille zugesprochen wurde:</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-15925" src="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-01_Bekanntmachung_Preistraegerin.png" alt="" width="1024" height="716" srcset="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-01_Bekanntmachung_Preistraegerin.png 1024w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-01_Bekanntmachung_Preistraegerin-300x210.png 300w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-01_Bekanntmachung_Preistraegerin-768x537.png 768w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-01_Bekanntmachung_Preistraegerin-450x315.png 450w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-01_Bekanntmachung_Preistraegerin-500x350.png 500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<hr />
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-15929 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-05-300x230.jpg" alt="" width="300" height="230" srcset="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-05-300x230.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-05-768x590.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-05-450x345.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-05-500x384.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-05.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><strong>Die Übersetzerin</strong><br />
<strong>Doris Wille</strong> wurde in Warburg geboren und lebt auf der griechischen Insel Kefalonia. Sie studierte zunächst Germanistik und Kunstgeschichte in Münster, Wien und Berlin (Freie Universität) und absolvierte ein Aufbaustudium in Journalistik und Öffentlichem Recht an der Uni Mainz.</p>
<p>Wie ist sie zur griechischen Sprache gekommen? Dazu erzählt sie diablog.eu:</p>
<p class="textinfo">»<em>Nach Griechenland ging ich 1985, um an einer privaten Sprachenschule Deutsch zu unterrichten. Griechenland war ein Zufallstreffer, das erste Land, in dem sich mir eine solche Stelle im Ausland bot. Als ich von Berlin nach Ioannina zog, war es ein Kulturschock für mich. Kein Schock war hingegen die Sprache, es sei denn, man denkt an den Ausdruck „schockverliebt“. Als ich ankam, konnte ich gerade mal „Kalimera“ sagen, doch dann nutzte ich jede Gelegenheit, die Sprache zu lernen. Ich las, was ich in die Finger bekam, sprach mit jedem, der mir über den Weg lief, setzte mich gleich im ersten Monat unverdrossen an der dortigen Uni in eine Vorlesung über den Dichter Kavafis, in der Hoffnung, irgendetwas aufzuschnappen. Das war nicht die schlechteste Methode.</em></p>
<p class="textinfo"><em>In Ioannina war es auch, als ich vor mittlerweile 40 Jahren in einem Fahrstuhl stand und auf einem Hinweisschild „4 ATOMA“ entzifferte. Aha, hier durften vier Personen mitfahren. Das Atom, das ich im Chemieunterricht als die kleinste unteilbare Einheit kennengelernt hatte, war hierzulande also auch die „Person“. Ich war fasziniert. Ebenso faszinierte mich, dass „metaforika“ nicht nur „metaphorisch“ meint, also im übertragenen Sinne, sondern wortwörtlich alles bezeichnet, was etwas transportiert, also auch eine Spedition, was nun einmal ein Transportunternehmen ist. Seitdem bin ich dieser Sprache verfallen. Sie war anfangs mein wichtigster Grund, in diesem Land zu bleiben.</em></p>
<p class="textinfo"><em>Schnell entdeckte ich, dass Übersetzen eine wunderbare Möglichkeit bietet, tief in einen literarischen Text einzudringen. Nichts zu überspringen, sich ihm zu stellen. Schwingungen zu erfassen. Sich am Ausdruck zu erfreuen. Welten aufzutun. Zu begreifen. Ich begann zu übersetzen, zunächst einmal für mich, um wirklich gut zu verstehen. Das ist wiederum wohl die wichtigste Voraussetzung dafür, keine Wörter zu übersetzen, sondern etwas in einer anderen Sprache neu zu sagen. Und das ist oftmals </em>Quasi dasselbe mit anderen Worte<em>n, um den deutschen Titel von Umberto Ecos Buch über das Übersetzen zu zitieren.</em></p>
<p class="textinfo"><em>Dem gehe ich nun schon seit vielen Jahren nach: Manchmal sind es Romane, Kinderbücher oder Gedichte, manchmal sind es Ausstellungstexte oder Interviews, manchmal Drehbücher oder Libretti, von Geburtsurkunden und Scheidungsurteilen ganz zu schweigen.</em></p>
<p class="textinfo"><em>Im Grunde habe ich Griechisch im Selbststudium gelernt, abgesehen von wenigen Stunden in einem Sprachkurs. Sicher kam mir dabei zugute, dass ich mich mein Leben lang mit Sprache beschäftigt habe, sei es im Germanistikstudium, sei es als Sprachlehrerin, sei es als Journalistin. Um meine Griechischkenntnisse auf eine solide Basis zu stellen, habe ich mich als Übersetzerin staatlich prüfen und auch vereidigen lassen.</em></p>
<p class="textinfo"><em>Das Übersetzen von Literatur habe ich als Quereinsteigerin begonnen. Irgendwann war ich auf der Frankfurter Buchmesse und bekam von einem Verlag den ersten Auftrag für einen kurzen Text in einer Anthologie. Nach dem Motto: „Mal schauen, ob es klappt“. Am Ende hatte ich fast die gesamte Anthologie übersetzt. So kam eins zum anderen, über die Jahre immer mehr.</em></p>
<p class="textinfo"><em>Wenn die Sprache Heimat bedeutet, </em><em>wie Nikos Kazantzakis meinte, </em><em>dann ist, wenn man in einem fremden Land lebt, das Übersetzen zwischen der neuen Sprache und der Muttersprache eine wunderbare Möglichkeit, nicht heimatlos zu werden</em>.«</p>
<p>Doris Wille ist seit 1998 selbständige Übersetzerin. Mehrere Jahre war sie beim Internationalen Literaturfestival Berlin (Programmsparte Kinder- und Jugendliteratur) als Beraterin für Griechenland tätig. Sie arbeitete als Expertin für <em>Literarische Übersetzungsprojekte </em>für die EU Kommission, Brüssel. Am Athener EKEMEL (<em>Europäisches Übersetzerzentrum – Literatur und Humanwissenschaften</em>) hatte sie einen Lehrauftrag.</p>
<p>Sie steht für ein engagiertes Verständnis von Literatur und für gesellschaftliche Verantwortung. Ihr breites Spektrum lädt die Leserschaft dazu ein, sich mit komplexen historischen und persönlichen Geschichten auseinanderzusetzen und fördert damit Empathie und Dialog, denn ihre Übersetzungen zeichnen sich durch literarische Sensibilität aus. Besonders ihre Feinsinnigkeit im Umgang mit Sprach- und Kulturräumen, das Bewahren von Stimmungen und Kontexten und die Vermittlung schwieriger Themen, etwa zu Krieg und Erinnerungskultur, zeichnen ihr Werk aus. Ihre Übersetzungen gelten als Brückenschlag zwischen Kulturen und sind ein wichtiges Bindeglied im deutsch-griechischen Kulturaustausch.</p>
<figure id="attachment_15927" aria-describedby="caption-attachment-15927" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-15927" src="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-03_Kueste_Converso-450x600.jpg" alt="" width="300" height="400" srcset="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-03_Kueste_Converso-450x600.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-03_Kueste_Converso-225x300.jpg 225w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-03_Kueste_Converso-500x667.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-03_Kueste_Converso.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-15927" class="wp-caption-text"><em>An der Küste von Kefalonia</em></figcaption></figure>
<p><strong>Die Division Acqui </strong><br />
Doris Wille widmet sich als Übersetzerin und Journalistin außerdem der deutschen Okkupation Griechenlands im Zweiten Weltkrieg und vor allem der <em>Oral-History</em>. Ihren Fokus richtet sie dabei auf Kefalonia, wo sie lebt. Dort wurden im September 1943 mehrere Tausend Soldaten der italienischen Division Acqui von der deutschen Wehrmacht in Massenexekutionen ermordet. Dieses Blutbad gilt als eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs. Seit über zwanzig Jahren engagiert sie sich in vielfältiger Form für dessen Aufarbeitung, vom italienischen Verein <em>Associazone Nazionale Divisione Acqui</em><a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> wurde sie 2018 für ihre Verdienste mit einer Medaille ausgezeichnet.</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a>  Der Verein wurde 1945 von Überlebenden und Familienangehörigen der Gefallenen der Division Acqui gegründet mit dem Ziel, die Opfer dieser tragischen Ereignisse zu ehren und ihrer zu gedenken.</p>
<hr />
<p><strong>Das Ende einer Ära?</strong><br />
Persönlich kennenglernt habe ich Doris im Juni 2024 in Chania/Kreta bei der 3. ViceVersa Deutsch-Griechischen Übersetzerwerkstatt und erlebte sie als äußerst freundliche und angenehme Kollegin, mitdenkend und hilfsbereit. Großzügig teilte sie ihre enorme Erfahrung mit den anderen Teilnehmer:innen.</p>
<p>Der Johann-Heinrich-Voß-Preis wird am 29. März 2026 verliehen. Er bedeutet für sie Anerkennung und Respekt, etwas, woran es ihrer Meinung nach in der Branche mangelt. Vielleicht bildet der Preis den krönenden Abschluss ihrer Laufbahn als literarische Übersetzerin.</p>
<hr />
<p><strong>Links</strong><br />
Doris Wille auf diablog.eu <a href="https://diablog.eu/?s=doris+wille">hier</a> // Anthi Wiedenmayer, <em>Interview mit Doris Wille</em>, Reihe <em>Übersetzerporträts</em>, Freie Universität Berlin/CeMoG, Berlin, 2016, <a href="https://www.cemog.fu-berlin.de/wissensbasis/uebersetzerportraets/video-interviews/doris-wille/index.html">hier</a> (mit Auswahl ihrer Übersetzungen und Links zu Rezensionen); Transkript des Interviews <a href="https://www.cemog.fu-berlin.de/wissensbasis/uebersetzerportraets/interviews-in-textform/doris-wille/index.html">hier</a> // Doris Wille beim Verlag Romiosini <a href="https://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/category/doris-wille">hier</a></p>
<figure id="attachment_15928" aria-describedby="caption-attachment-15928" style="width: 940px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-15928" src="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-04_Skript.jpg" alt="" width="950" height="713" srcset="https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-04_Skript.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-04_Skript-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-04_Skript-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-04_Skript-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2025/11/dw-04_Skript-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 950px) 100vw, 950px" /><figcaption id="caption-attachment-15928" class="wp-caption-text"><em>Willes Notizen zur Übertragung von</em> Isla Boa</figcaption></figure>
<p><strong>Übersetzte Prosa, eine Auswahl </strong><br />
Ersi <strong>Sotiropoulos</strong>, <em>Was bleibt von der Nacht</em> (2025 und 2021) und <em>Bittere Orangen</em> (2001) – beide Romane sind bedeutende Werke der modernen griechischen Literatur // Christos <strong>Asteriou</strong>, <em>Die Therapie der Erinnerungen; </em>behandelt werden Fragen von Erinnerung und Identität (2023, übersetzt zusammen mit Sigrid Willer. Sie können den Roman <a href="https://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/book/89">hier</a> online lesen, dazu müssen Sie sich bei Edition Romiosini registrieren, kostenlos und äußerst benutzerfreundlich. Die Edition Romiosini gibt griechische bzw. griechenlandbezogene Literatur in deutscher Sprache heraus und bietet alle Werke zur kostenlosen Online-Lektüre an). Der Roman <em>Isla Boa</em> des Autors wartet noch auf seinen Verlag; zu <em>Isla Boa</em> auf diablog.eu <a href="https://diablog.eu/literatur/christos-asteriou-isla-boa/">hier </a> // Maria <strong>Topali</strong>, <em>Die Wurzeln lang ziehen</em> (2023; übersetzt zusammen mit Birgit Hildebrand) – eine Mischung aus Lyrik und Essay, thematisch verknüpft mit Migration und Erinnerungsarbeit; auf diablog.eu <a href="https://diablog.eu/literatur/die-wurzeln-lang-ziehen/">hier</a> // Katerina <strong>Schiná,</strong> <em>Die Nadeln des Aufstands. Eine Kulturgeschichte des Strickens</em> (2021) – dieses Sachbuch vereint sehr unterhaltsam historische Recherche und literarische Reflexion; auf diablog.eu <a href="https://diablog.eu/literatur/historisches/die-nadeln-des-aufstands-eine-kulturgeschichte-des-strickens/">hier</a> // Giorgos <strong>Koukoulas</strong>, <em>Atlantis wird nie untergehen</em> – die Geschichte von Santorin (2015; übersetzt zusammen mit Sigrid Willer) // Kostas <strong>Kondodimos</strong>, <em>Sorbas-Remake</em> (2001) // Nikos <strong>Thanos </strong>(Hrsg.), <em>Wohin ich auch reise&#8230; Literarische Beschreibung Griechenlands </em>(1998)</p>
<p><strong>Besondere Projekte</strong><br />
Einen hohen Stellenwert hat für Doris Wille die Ausstellung <em>Gespaltene Erinnerungen 1940-1950, Zwischen Geschichte und Erfahrung, </em>die sich weiterhin digital besuchen lässt, <a href="https://dividedmemories.de/">hier</a><br />
Ebenso das Projekt <em>Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland, </em>bei dem sie die Untertitel für umfangreiche Zeitzeugenberichte übersetzte und auch selbst Interviews führte, <a href="https://www.occupation-memories.org/de/deutsche-okkupation/literature/index.html">hier</a></p>
<p><strong>Auswahl anderer Texte</strong><br />
Ermis <strong>Peristeris</strong>, <em>Vielleicht ist es Elektra</em> (2022; Bühnenstück) // <em>Affinities. Greek and German Art Songs</em> (2019; Musik-CD) – vertonte Gedichte von Kostis Palamas und Angelos Sikelianos // Jannis <strong>Lamprou</strong> und Konstantinos <strong>Blathras</strong>, <em>Rhythmen der Ägäis. Die Lyra </em>(2016) – Filmuntertitelung zusammen mit Sigrid Willer // Brigitte<strong> Weninger</strong>/Eve<strong> Tharlet</strong>, <em>Gute Besserung Pauli / Καλή </em><em>ανάρρωση Παυλή</em> (2015) – zweisprachige Ausgabe übersetzt ins EL zusammen mit Nikolas Haliotis // Frantzeska <strong>Alexopoulou</strong>-Petraki, <em>Rot ist grün … für Freunde</em> (2013) // Titos <strong>Patrikios</strong>, <em>Dir begegnet die Poesie</em> (2013) // Luciano <strong>Comida</strong>/Vagelis <strong>Iliopoulos</strong>, <em>Dreizehneinhalb</em> (2009) // Eugene <strong>Trivizas</strong>, <em>Despina und die Taube </em>(2004) und <em>Eine Schwalbe für Europa</em> (2003) // Eleni <strong>Torossi</strong>, <em>Kleine Worte – Große Worte</em> (2001) // Dimosthenis <strong>Kurtovik</strong>, <em>Griechische Schriftsteller der Gegenwart. Ein kritischer Leitfaden </em>(2000)</p>
<hr />
<p><em>Fotos: Johann-Heinrich-Voß-Literaturhaus der Stadt Penzlin, Edition Converso und Teilnehmer:innen der 3. ViceVersa Deutsch-Griechischen Übersetzerwerkstatt. </em><em>Redaktion: A. Tsingas. </em></p>
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		<title>Ohne dich, Hellas – die 63. Ausgabe der Zeitschrift metamorphosen</title>
		<link>https://diablog.eu/uebersetzung/ohne-dich-hellas-die-63-ausgabe-der-zeitschrift-metamorphosen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 07:38:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Fokus der 63. Ausgabe der metamorphosen stehen Griechenland und seine Literatur; die Verleger Ingo Držečnik und Roman Pliske haben Beiträge von mittlerweile zu Klassikern gewordenen sowie von zeitgenössischen griechischen Autorinnen und Autoren zusammengestellt. Die ... <p class="read-more-container"><a title="Ohne dich, Hellas – die 63. Ausgabe der Zeitschrift metamorphosen" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/ohne-dich-hellas-die-63-ausgabe-der-zeitschrift-metamorphosen/#more-15434" aria-label="Mehr Informationen über Ohne dich, Hellas – die 63. Ausgabe der Zeitschrift metamorphosen">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Im Fokus der 63. Ausgabe der <em>metamorphosen</em> stehen Griechenland und seine Literatur; die Verleger Ingo Držečnik und Roman Pliske haben Beiträge von mittlerweile zu Klassikern gewordenen sowie von zeitgenössischen griechischen Autorinnen und Autoren zusammengestellt.</p>
<p><strong>Die Veranstaltung</strong><br />
<strong>Wann</strong>: Mittwoch, 6. August 2025 um 18:30 Uhr<br />
<strong>Wo</strong>: Ingeborg-Drewitz-Bibliothek („Schloss“, Grunewaldstraße 3 , 12165 Berlin-Steglitz, 3. OG)<br />
Eintritt frei; Voranmeldung erwünscht per Telefon (030) 90299 2410 oder eMail <a href="mailto:event-bibliothek@ba-sz.berlin.de">event-bibliothek@ba-sz.berlin.de</a><br />
Die Übersetzerinnen Andrea Schellinger (Athen) und Peter Holland (Berlin) stellen einige der Autorinnen und Autoren der Sammlung vor, der Lyriker Giorgos Lillis (Bielefeld) wird eigene Gedichte vortragen. Die Veranstaltung moderiert der Herausgeber Ingo Držečnik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_15446" aria-describedby="caption-attachment-15446" style="width: 440px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-15446 size-singlepost-thumb" src="https://medien.diablog.eu/2025/07/odh_1-450x391.jpg" alt="" width="450" height="391" srcset="https://medien.diablog.eu/2025/07/odh_1-450x391.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2025/07/odh_1-300x261.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2025/07/odh_1-768x668.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2025/07/odh_1-500x435.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2025/07/odh_1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption id="caption-attachment-15446" class="wp-caption-text">Stand des Elfenbein Verlags auf der Leipziger Buchmesse 2025</figcaption></figure>
<p><strong>Die Buchvorstellung</strong><br />
von Elena Pallantza</p>
<p>Unter dem Titel <em>Ohne dich, Hellas</em> ist die 63. Ausgabe der deutschsprachigen Literaturzeitschrift <em>metamorphosen</em> dem modernen Griechenland und seiner Literatur gewidmet. Die Herausgeber Ingo Držečnik und Roman Pliske verbergen nicht – und warum sollten sie auch? – ihren philhellenischen Hintergrund und richten den Blick auf die Vielstimmigkeit der griechischen Lyrik und Prosa der letzten hundert Jahre: eine Literatur, die weiterhin geschrieben und übersetzt wird, die bewegt und überrascht.<br />
Die Hommage versäumt es dabei nicht, dem Kanon des neugriechischen Modernismus gebührend Tribut zu zollen – mit teils weniger bekannten Texten von Kavafis, Seferis, Embirikos und Ritsos –, lenkt den Fokus jedoch vor allem auf Stimmen der jüngeren Generation: Christos Asteriou, Rea Galanaki, Phoebe Giannisi, Michalis Ganas, Katerina Gkiouleka, Thanasis Lambrou, Giorgos Lillis, Jenny Mastoraki, Maria Stefanopoulou, Ursula Foskolou und Panagiotis Chatzimoysiadis.<br />
So gelingt es dem Band nicht nur, zentrale Motive sichtbar zu machen, die sich in der griechischen Literaturproduktion im fortwährenden Dialog mit Licht, Landschaft, Menschen und Erinnerung entfalten, sondern auch, die Karten der literarischen Rezeption Griechenlands im deutschsprachigen Europa auf kreative Weise neu zu mischen.<br />
Vielmehr als eine repräsentative Gesamtschau versteht sich diese Anthologie als Lektürevorschlag, der sich seiner Grenzen bewusst ist – und Raum für Weiterführungen schafft. Ihr Ziel ist es, das Palimpsest der zeitgenössischen griechischen Literaturlandschaft exemplarisch und andeutungsreich zu skizzieren – nicht im Rückgriff auf Autoritäten, sondern durch das Aufzeigen von Wegen und Konstellationen. In diesem Sinne gleicht das Heft erfreulicherweise eher dem Notizbuch eines philhellenischen Lesers als einem „Kanon“ nationaler Literatur.<br />
Von zentraler Bedeutung für das literarische Porträt griechischer Identität, das hier entsteht, ist zudem die Rolle der Übersetzerinnen und Übersetzer – etwa Ina Berger, Günter Dietz, Peter Holland, Christiane Horstkötter, Ina und Asteris Kutulas, Elena Pallantza, Michaela Prinzinger, Andrea Schellinger, Herbert Speckner, Athanassios Tsingas und Theo Votsos. Sie agieren nicht nur als Interpreten, sondern vor allem als Vermittler der neugriechischen Literatur gegenüber dem deutschsprachigen Publikum. Mit ihren Übersetzungsentscheidungen gestalten sie Räume kultureller Begegnung mit, in denen Stimmen hörbar werden, die nicht nur untereinander, sondern auch im europäischen Kontext in Dialog treten.<br />
Die Ausgabe beschränkt sich schließlich nicht auf Übersetzungen griechischer Werke. Sie überrascht angenehm, indem sie auch Texte deutscher Autoren wie Herbert Genzmer, Tobias Herold, Andreas Holschuh und Konstantinos Kammenos einbezieht, die sich von der griechischen Natur und Gegenwartskultur inspirieren lassen – und mit neuen Mitteln die Tradition der Reisenden fortschreiben: ein fremder Blick, der nicht idealisiert, sondern horcht, beobachtet und sich reflektierend – mitunter kritisch oder humorvoll – auseinandersetzt. Illustriert wird die geschmackvoll gestaltete Ausgabe mit elf Schwarzweiß-Fotografien von Klaus Pichler.<br />
<em>Ohne dich, Hellas</em> ist eine Reise, eine Wiederverbindung, ein Versuch, den <em>genius loci</em> eines kulturellen Ursprungsortes erneut – und mit anderen Mitteln – einzufangen; einem Ort, der die Kraft bewahrt, das Verlangen nach geistiger Heimkehr immer neu zu entfachen.</p>
<p><strong>Das Heft</strong><br />
<span id="productTitle" class="a-size-large celwidget" data-csa-c-id="e4mpt-2xnb37-2jmgrs-u2b77h" data-cel-widget="productTitle">metamorphosen. Zeitschrift für Literatur: <em>Ohne dich, Hellas</em> (Nr. 63)</span><br />
<span class="a-list-item"> Elfenbein Verlag, Berlin 2025</span><br />
<span class="a-list-item"> <span class="a-text-bold">Sprache: ‎ </span> Prosa deutsch, Lyrik griechisch und </span><span class="a-list-item">deutsch </span><br />
<span class="a-list-item">128 Seiten, 10 Euro</span><br />
<span class="a-list-item"><span class="a-text-bold">ISBN-13: ‎ </span> 978-3961609017 </span></p>
<hr />
<p>Die Geschichte der Zeitschrift für Literatur <em>metamorphosen </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Metamorphosen_(Zeitschrift)">hier</a> // Archiv <a href="http://metamorphosen-zeitschrift.de/archiv/">hier</a> // Impressum <a href="http://metamorphosen-zeitschrift.de/impressum/">hier</a><br />
Die Verleger Ingo Držečnik <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ingo_Dr%C5%BEe%C4%8Dnik">hier</a> und Roman Pliske <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Pliske">hier</a><br />
Der Elfenbein Verlag <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein_Verlag">hier</a> // der Mitteldeutsche Verlag <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutscher_Verlag">hier</a> (Wikipedia<em>)</em><br />
Die Griechische Buch- und Kulturstiftung, Zweigstelle Berlin <a href="https://elivip.gr/annex/berlin/">hier</a> (auf EL)</p>
<p><em>Buchvorstellung: Elena Pallantza. </em><em>Erschienen zuerst bei </em>o anagnostis <a href="https://www.oanagnostis.gr/quot-choris-esena-ellada-quot-sti-leipsia-grafei-i-elena-palatza/">hier</a> <em>(auf EL); bei diablog.eu mit freundlicher Genehmigung des Verlags.</em><em> Foto: o anagnostis und Elfenbein Verlag. Redaktion: A. Tsingas.<br />
</em></p>
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		<title>Die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2024 07:25:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischen dem 23. und dem 30. Juni 2024 fand am Kulturzentrum Chania/Kreta die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt statt – unter der Leitung von Michaela Prinzinger (Berlin/Leiden) und Theo Votsos (Leverkusen/ Thessaloniki) und im Rahmen des ... <p class="read-more-container"><a title="Die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/die-3-viceversa-deutsch-griechische-uebersetzerwerkstatt/#more-13118" aria-label="Mehr Informationen über Die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Zwischen dem 23. und dem 30. Juni 2024 fand am Kulturzentrum Chania/Kreta die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt statt – unter der Leitung von Michaela Prinzinger (Berlin/Leiden) und Theo Votsos (Leverkusen/ Thessaloniki) und im Rahmen des 3. Internationalen Buchfestivals Chania (26.-30.06.2024).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13168 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-14_Kulturz.jpg" alt="" width="1024" height="576" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-14_Kulturz.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-14_Kulturz-300x169.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-14_Kulturz-768x432.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-14_Kulturz-450x253.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-14_Kulturz-500x281.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><strong>Ausschreibung und Bewerbungslagen</strong><br />
Die Ausschreibung zur 3. ViceVersa Deutsch-Griechisch Übersetzerwerkstatt war – wie schon in den vergangenen Jahren – auf die Situation der Kulturmittler:innen zugeschnitten. Wegen mangelnder Fördermöglichkeiten für literarische Texte aus dem Griechischen ins Deutsche waren die Zugangskriterien so gestaltet, dass möglichst viele Kandidat:innen angesprochen und zu einer Bewerbung motiviert wurden. Ziel war damit auch, sich einen Überblick über die „Szene“ und die Nachwuchstalente zu verschaffen. Für die Bewerbung wurde daher weder ein publiziertes Werk vorausgesetzt, noch ein Verlagsvertrag für das eingereichte Projekt angefordert. Die Werkstattleitung stellte zudem für Interessent:innen, die gerade kein eigenes Projekt verfolgen, Texte zum Einreichen der Bewerbung zur Verfügung. Bis zum Bewerbungsschluss am 31.03.2024 trafen insgesamt 24 Bewerbungen ein: 11 für die Richtung Deutsch-Griechisch (DE-EL), 13 für die Richtung Griechisch-Deutsch (EL-DE). Schließlich bekamen 10 Übersetzer:innen die Gelegenheit, im Rahmen der Übersetzerwerkstatt an älteren und zeitgenössischen Texten der griechisch- und deutschsprachigen Literatur zu arbeiten, Übersetzungsfragen zu diskutieren und sich über den Berufsstand auszutauschen.</p>
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<p>Die Ausschreibung in diablog.eu <a href="https://diablog.eu/uebersetzung/ausschreibung-3-viceversa-deutsch-griechische-uebersetzerwerkstatt-23-30-juni-2024-in-chania/">hier</a><br />
Die Übersetzerwerkstatt wurde veranstaltet vom TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und freundlich unterstützt durch das Chania Book Festival (<a href="http://www.chaniabookfestival.gr">hier</a>), das einzige regelmäßig stattfindende internationale Literaturfestival Griechenlands.</p>
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<p><strong>Auswahlkriterien</strong><br />
Unter den 5 Teilnehmer:innen jeder Sprachrichtung sollten auch zwei mit geringerer Erfahrung sein, die sich mit von der Werkstattleitung vorgegebenen Texten bewerben konnten. Damit sollte der interessierte Nachwuchs (unabhängig vom Alter) angesprochen und motiviert werden. Die anderen drei waren Kolleg:innen mit größerer bis großer Erfahrung, die eigene Projekte einreichten. Die Spannbreite der individuellen Voraussetzungen war von Anbeginn der Übersetzerwerkstatt keinerlei Problem, es stellte sich sofort eine kollegiale und kooperative Atmosphäre ein.</p>
<figure id="attachment_13122" aria-describedby="caption-attachment-13122" style="width: 290px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13122 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-15-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-15-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-15-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-15-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-15-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-15.jpg 930w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-13122" class="wp-caption-text">Theo Votsos mit Dilek Güngör und Michalis Albatis</figcaption></figure>
<p><strong>Eingeladene Referenten</strong><br />
<strong>Dilek Güngör</strong>, deutsche Autorin mit türkischem Migrationshintergrund. Sie kam am 26. Juni ins Kulturzentrum Chania und nahm am 29. Juni an der Präsentation der Werkstatt auf dem Buchfestival Chania teil. Mit der Übersetzung von Auszügen aus Güngörs letztem Buch „A wie Ada“ (Verbrecher Verlag, Berlin 2024) hatten sich zwei Werkstatt-Teilnehmerinnen mit der Richtung DE-EL auseinandergesetzt.<br />
<strong>Michalis Albatis</strong>, kretischer Autor. Er besuchte die Werkstatt am 27. Juni und nahm, wie Dilek Güngör, ebenfalls an der Werkstattpräsentation am 29. Juni teil. Mit Auszügen aus Albatis’ vorletztem Roman „Και οι νεκροί ας θάψουν τους νεκρούς τους“ (dt. Arbeitstitel: „Und lass die Toten ihre Toten begraben“, Verlag Nisos, Athen 2019) hatten sich zwei Werkstatt-Teilnehmerinnen mit der Übersetzung ins Deutsche beschäftigt.<br />
Die Literaturagentin<strong> Catherine Fragou</strong>, die seit 2000 deutsche Verlage in Griechenland sowie griechische Autor:innen im deutschsprachigen Raum vertritt, stellte sich am 28. Juni den Fragen der Gruppe.<br />
<strong>Christos Asteriou</strong>, griechischer Autor und Übersetzer. Er nahm freundlicherweise an der Werkstattpräsentation teil. Mit der Übersetzung von Asterious Roman „Isla Boa“ (Verlag Polis, Athen 2012) hatte sich eine Übersetzerin erfolgreich um die Teilnahme an der Werkstatt beworben.</p>
<p><strong>Die Übersetzerwerkstatt vor Ort</strong><br />
Werkstattleitung und Übersetzer:innen trafen sich zum ersten Mal am Sonntag, 23. Juni zum Abendessen im wuseligen alten Hafen von Chania, wo sie sich schon mal „beschnuppern“ konnten. Es wurde natürlich spät.</p>
<p>Die Arbeitswoche begann am Montag, 24. Juni mit einer Einführung in die Werkstattarbeit und einem Ausblick auf die kommenden Tage. Es folgten zwei Einheiten intensiver Tandemarbeit und die erste Textbesprechung. In der Gruppe wurden verschiedene Optionen der Übertragung diskutiert, unterfüttert von eingestreuten Theorie-Diskussionen und entsprechender Bibliografie. Als besonders wichtig und hilfreich wurde von den Teilnehmer:innen auch die Vorstellung von Berufsverbänden und ihrer Lobbyarbeit empfunden.</p>
<p><strong>Alltag der </strong><strong>Übersetzerwerkstatt</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13158 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-9_Walk-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-9_Walk-225x300.jpg 225w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-9_Walk-450x600.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-9_Walk-500x667.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-9_Walk.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" />Die Gruppe war auf zwei Unterkünfte verteilt, etwa 20-25 Gehminuten vom Kulturzentrum entfernt. Auf diesem Fußweg bildeten sich immer wieder kleine Gruppen, die sich menschlich und fachlich über viele interessante Fragen austauschten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13160 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-10_Gruppe-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-10_Gruppe-290x300.jpg 290w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-10_Gruppe-768x794.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-10_Gruppe-450x465.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-10_Gruppe-500x517.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-10_Gruppe.jpg 991w" sizes="auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px" /></p>
<p>Im Park kurz vor dem Kulturzentrum stand ein beeindruckender Baum mit Lianen und auffälligen Wurzeln. Seine Identität konnte nicht eindeutig geklärt werden. Unter diesem großen Unbekannten wurde dieses Erinnerungsfoto geschossen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13148 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-4_Wellen-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-4_Wellen-300x169.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-4_Wellen-768x432.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-4_Wellen-450x253.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-4_Wellen-500x281.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-4_Wellen.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />In den ersten Tagen gab es noch Zeit, abends ins Meer zu springen oder sogar ins Theater zu gehen. Zeitgleich mit der Eröffnung des Buchfestivals gab es starke Winde, die hohe Wellen gegen die Kaimauern schlagen ließen. Mit dem Baden war es vorbei und die Abende waren mit literarischen Veranstaltungen ausgefüllt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13166 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-13_Pause-2-263x300.jpg" alt="" width="263" height="300" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-13_Pause-2-263x300.jpg 263w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-13_Pause-2-768x875.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-13_Pause-2-450x513.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-13_Pause-2-500x570.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-13_Pause-2.jpg 899w" sizes="auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px" /></p>
<p>Gegen 13 Uhr gab es eine halbstündige Mittagspause. Manche nutzten sie im Hof des Kulturzentrums für eine Zigarettenpause, holten Kaffee aus einem benachbarten Café, vor dem in einem Teich kleine Wasserschildkröten schwammen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13164 size-medium" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-12_Pause-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-12_Pause-1-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-12_Pause-1-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-12_Pause-1-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-12_Pause-1-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-12_Pause-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Andere bauchten zur Stärkung etwas Nahrhafteres. Die Werkstattleitung war stets darauf bedacht, dass es, abgesehen von Erfrischungsgetränken, auch Obst und Joghurt gab. Es galt: Isst du einen Joghurt, nimm auch eine Banane dazu (bevor sie braun wird).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13154" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-7_Kirche-mit-Minarett-450x800.jpg" alt="" width="300" height="533" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-7_Kirche-mit-Minarett-450x800.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-7_Kirche-mit-Minarett-169x300.jpg 169w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-7_Kirche-mit-Minarett-500x889.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-7_Kirche-mit-Minarett.jpg 576w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Das gemeinsame Essen fand am späten Nachmittag statt. Treffpunkt war die Gemeinschaftsküche „κουζίνα ε.π.ε.“ (in etwa: Küche GmbH), die mit feinen lokalen Kräutern kulinarische Maßstäbe setzte. Beheimatet auf dem kleinen Splantzias-Platz, liegt das Lokal zwischen der orthodoxen Kirche Agios Nikolaos mit Glockenturm und Minarett und der katholischen Kirche S. Rocco, heute ein Ausstellungsraum. Mittendrin hält ein verlassenes, unterirdisches osmanisches Brunnenhaus einen Dornröschenschlaf. Was für eine Umgebung!</p>
<figure id="attachment_13156" aria-describedby="caption-attachment-13156" style="width: 440px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13156 size-singlepost-thumb" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-8_Radiostation-450x338.jpg" alt="" width="450" height="338" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-8_Radiostation-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-8_Radiostation-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-8_Radiostation-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-8_Radiostation-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-8_Radiostation.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption id="caption-attachment-13156" class="wp-caption-text">Die mobile Radiostation</figcaption></figure>
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<p>Am dritten Arbeitstag der Übersetzerwerkstatt, Mittwoch, 26. Juni, eröffnete das Buchfestival Chania und die Teilnehmer:innen erschienen geschlossen oder in kleineren Grüppchen bei vielen, interessanten Veranstaltungen. Die Hauptveranstaltungsorte waren zwei unmittelbar benachbarte, riesige und zu Multifunktionsräumen und Vortragssälen umgebaute venezianische Bootshallen. Dazwischen stand im Freien ein mobiles Rundfunkstudio, das Interviews mit den Gästen und Organisatoren des Festivals führte und Meldungen rund um das Buchfestival sendete.</p>
<p><strong>Inhaltliche Werkstattarbeit</strong><br />
Die Mischung der Teilnehmer:innen erwies sich als sehr fruchtbar. Es gab Kolleg:innen, die sich erst wenige Male an einen literarischen Text gewagt hatten, und andere, die auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken konnten. Durch die biografischen Hintergründe mit literaturwissenschaftlichen oder translatorischen Studien, diverser Mehrsprachigkeit, Erfahrung im Schulbereich und an der Universität oder auch in ganz anderen, „prosaischen“ Berufen ergab sich eine spannende Vielfalt, die auf gegenseitigem Respekt fußte.<br />
Selbstverständlich beschäftigten die Gruppe die sozusagen „ewigen“ Themen wie Tempus (Zeitenfolge, indirekte bzw. erlebte Rede, Konjunktive), Realien (materielle und immaterielle Kulturtradition) und ihre Übertragung sowie Elemente der Syntax (Abweichungen und Schwerpunktbildung in der einen und in der anderen Sprache, Satzkonstruktionen und Interpunktion, Stellung des Verbs, Informationsverteilung). Und nicht ganz unerwartet endeten viele Diskussionen wieder beim alten Schleiermacher’schen Dilemma – wie entscheide ich mich: Den Text zum Leser hinbewegen oder den Leser zum Text?<br />
Setze ich Fußnoten bzw. Erläuterungen? Das ist eine Entscheidung, vor der man immer steht und der immer wieder anders zu begegnen ist. Wie steht es im Griechischen mit Eigennamen und ihrer Umschrift, wie mit „Spitznamen“ aus dem dörflichen Umfeld, wie zuhauf in Michalis Albatis’ Roman? Finde ich deutsche Entsprechungen oder lasse ich sie auf Griechisch stehen? Wie finden wir die richtige Balance zwischen Textnähe und „freier“ Interpretation? Auch die Texthierarchie (Wort, Satz, Absatz, Abschnitt, Kapitel) und ihre Rolle für das Übersetzen waren wichtig: Wie verändern sich Bedeutungen und Interpretationen durch den Gesamtzusammenhang? Besonderen Wert legte die Gruppe auf die Ausgestaltung von Textanfang und Absatz- bzw. Kapitelende, um dabei eine besondere stilistische Pointe zu setzen.</p>
<p><em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13162 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-11_Arbeit.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-11_Arbeit.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-11_Arbeit-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-11_Arbeit-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-11_Arbeit-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-11_Arbeit-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />Dilek Güngör stellt sich den Fragen der Übersetzerwerkstatt</em></p>
<p><strong>Die deutschen Bücher, aus denen Auszüge ins EL übertragen wurden:</strong><br />
Fatma Aydemir, Dschinns<br />
Erich Maria Remarque, Das Gelobte Land<br />
Dilek Güngör, A wie Ada<br />
Friedrich Hegel, Frühe Schriften</p>
<p><strong>Die  griechischen Bücher, aus denen Auszüge ins DE übertragen wurden:</strong><br />
Evgenia Bogianou, Jene<br />
Christos Asteriou, Isla Boa<br />
Michalis Albatis, Und lass die Toten ihre Toten begraben<br />
Panagiotis Chatzimoysiadis, Der Schnee des Agrafa-Gebirges</p>
<p><strong>Auf Lösungssuche</strong></p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13227" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-1_dschinns-183x300.jpg" alt="" width="122" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-1_dschinns-183x300.jpg 183w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-1_dschinns.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 122px) 100vw, 122px" /></strong></p>
<p>Im Text von Fatma Aydemir <strong>Dschinns</strong> tauchen türkische Einsprengsel und Begriffe im Original auf: Übertragen oder so belassen, ohne oder mit Erläuterung? Im Griechischen ergibt sich die Besonderheit, dass fremdsprachliche Texte oft in griechischer Umschrift inkorporiert und somit assimiliert werden. Wie gehen wir damit um? Belassen wir die türkischen Begriffe in lateinischer Schrift, oder ist das für den griechischen Leser schwer verdaulich? Eine besondere Schwierigkeit war die Wiedergabe des geschlechtsneutralen türkischen Pronomens <strong><em>o</em></strong> („er, sie, es“), das lautlich mit dem griechischen männlichen Artikel <strong><em>o</em></strong> zusammenfällt.</p>
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<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13213" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-2_Isla-Boa.jpg" alt="" width="135" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-2_Isla-Boa.jpg 397w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-2_Isla-Boa-203x300.jpg 203w" sizes="auto, (max-width: 135px) 100vw, 135px" /></strong></p>
<p>Wie gehe ich mit einem anderen Sprachduktus um, mit Regiolekten, Soziolekten, Dialekten, Slang? In <strong>Isla Boa</strong> ging es um die Ausgestaltung der literarisierten Umgangssprache einer 35jährigen Frau. Dabei fiel die Diskrepanz zwischen Imperfekt und Umgangssprache auf. Eine Anregung aus dem Seminar war, eine Versetzung ins Präsens zu versuchen, was zum Duktus der Figur gut passen würde und die genannte Diskrepanz abmildert.</p>
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<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13215" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-3_Das-gelobte-Land.jpg" alt="" width="132" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-3_Das-gelobte-Land.jpg 242w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-3_Das-gelobte-Land-197x300.jpg 197w" sizes="auto, (max-width: 132px) 100vw, 132px" /></strong></p>
<p>Anhand von Erich Maria Remarque letztem, nicht abgeschlossenem Roman stellte sich die Frage der Übersetzung von unvollendet gebliebenen Texten bekannter, klassischer Autoren. Die Gruppe diskutierte Argumente zur Aktualität und zur Charakterisierung des fragmentarischen Werks <strong>Das Gelobte Land </strong>(Remarques „Schwanengesang“), um es einem griechischen Verlag trotzdem schmackhaft zu machen.</p>
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<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13217" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-4_xioni.jpg" alt="" width="136" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-4_xioni.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-4_xioni-204x300.jpg 204w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-4_xioni-450x661.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 136px) 100vw, 136px" /></strong></p>
<p>Der Roman<strong> Der Schnee des Agrafa-Gebirges</strong> warf  die Frage auf, ob Schriftsteller und Übersetzer als Männer die richtigen Worte treffen, wenn sie das individuelle Trauma einer jungen Frau (den brutalen Missbrauch durch den Vater) im großen Zusammenhang des kollektiven Traumas des griechischen Bürgerkriegs beschreiben. Zusammen erprobte die Gruppe Möglichkeiten, die teils holzschnittartigen Szenen des Originals mit subtilen übersetzerischen Mitteln offener und wirkungsvoller zu gestalten.</p>
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<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13219" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-5_aftes.jpg" alt="" width="137" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-5_aftes.jpg 400w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-5_aftes-206x300.jpg 206w" sizes="auto, (max-width: 137px) 100vw, 137px" /></strong></p>
<p>In <strong>Jene</strong> erwies sich gerade die Übertragung einer kurzen, dreiseitigen Erzählung als schwierig, da es auf jedes Wort ankommt. Es bestätigte sich der Eindruck, dass griechische Allerweltswörter mit starken, aussagekräftigen Verben übertragen werden sollten, um den deutschen Text stilistisch zu markieren und stärker zu konkretisieren. Da in der Erzählung von Evgenia Bogianou der Anfangsbuchstabe des weiblichen Vornamens Zoi, der „Leben“ bedeutet, eine entscheidende semantische Rolle spielt, diskutierten wir verschiedene Möglichkeiten einer interpretativen Wiedergabe innerhalb des Textes.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13221" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-6_Fruehe-Schriften.jpg" alt="" width="130" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-6_Fruehe-Schriften.jpg 266w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-6_Fruehe-Schriften-196x300.jpg 196w" sizes="auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px" /></p>
<p><strong> </strong>In der Diskussion zu Hegels <strong>Frühen Schriften</strong> wurde auf den historischen Sprachgebrauch von veralteten Wörtern wie Zögling, Amtsbrüder, Wehmutter und Säugamme, Hofmeisterin, Zuckerbrot, Gängelband und Wortkrämerei verwiesen. Die Gruppe begab sich auf die Suche nach den Möglichkeiten einer Übertragung ins Griechische, um dem Text an manchen Stellen durch lexikalische „Pinselstriche“ eine historische Färbung zu verleihen. Als Entsprechung zum Grimmschen Wörterbuch, das Aufschluss über die deutschen Synonyme gibt, könnte man das „Antilexiko“ von Vostantzoglou konsultieren, das alternative hochsprachliche Varianten liefert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13223" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-7_AwieAda.jpg" alt="" width="138" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-7_AwieAda.jpg 707w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-7_AwieAda-207x300.jpg 207w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-7_AwieAda-450x652.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-7_AwieAda-500x724.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px" /></p>
<p>Im Gespräch mit Dilek Güngör kam die Frage der „Etikettierung“ von Autor:innen mit Migrationshintergrund, auch aus Marketinggründen, zur Sprache. Für die Übersetzerinnen der Abschnitte aus <strong>A wie Ada</strong> war die Diskussion in der Gruppe zur Doppelbödigkeit der scheinbar einfachen Sätze hilfreich, um die (sexuellen) Konnotationen zu entschlüsseln. Besonders interessant war hier, dass beide dieselben Ausschnitte übersetzt hatten und die Gruppe die unterschiedlichen Lösungen vergleichen konnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13225" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-8_Toten.jpg" alt="" width="116" height="200" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/b-8_Toten.jpg 698w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-8_Toten-175x300.jpg 175w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-8_Toten-596x1024.jpg 596w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-8_Toten-450x774.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/b-8_Toten-500x860.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 116px) 100vw, 116px" /></strong></p>
<p>Michalis Albatis’ Roman <strong>Und lass die Toten ihre Toten begraben</strong> ist stilistisch stark von Mündlichkeit und dialektalen Einsprengseln markiert, eine große Herausforderung für die beiden Übersetzerinnen, die sich an aufeinanderfolgende Textpassagen vom Anfang des Buches versucht hatten. Hier erwiesen sich die gehäuften Nebensatzkonstruktionen im Deutschen als wenig praktikabel. Daher probierten wir alternative Lösungen aus, um die Spannung und den lebendigen Duktus zu erhalten. Im Deutschen, so schlossen wir, können wir weniger mit einem Dialekt, sondern mehr mit einer speziell markierten Umgangssprache auf die sprachlichen Herausforderungen des Originals reagieren. Albatis erzählte im Gespräch mit der Gruppe, dass nicht-kretische Leser:innen des Öfteren die Eigenart angemerkt hätten, das Perfekt durch Akkusativ- und Dativobjekte zu splitten und das Partizip an das Satzende zu stellen, ein Erbe kretischer epischer Gesänge. Interessanterweise bringt das den griechischen Text näher an die deutsche Syntax heran.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-13124 size-singlepost-thumb" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-16-450x338.jpg" alt="" width="450" height="338" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-16-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-16-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-16-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-16-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-16.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></strong></p>
<p><em>Catherine Fragou auf dem Podium des Festivals mit den Kretischen Autoren Michalis Malandrakis (links) und Michalis Albatis (rechts)</em></p>
<p>Im Gespräch mit der langjährigen und erfahrenen Literaturagentin <strong>Catherine Fragou</strong> wurde ihre Rolle im deutsch-griechischen Vermittlungsprozess besprochen. Fragou verhilft sowohl griechischen Autoren:innen zu Verlagen in Griechenland als auch anderssprachigen Verlagen zu Rechteverkäufen nach Griechenland. Am erfolgreichsten ist sie auf dem französischen Markt, wo sich griechische Autoren:innen viel besser verkaufen als im deutschsprachigen Raum. Die Gruppe befragte sie zur Rolle von Agenturen bei der Textauswahl von Verlagen und zur Rolle staatlicher griechischer Institutionen zur Förderung der auswärtigen Kulturpolitik. Darüber hinaus versuchten Teilnehmer:innen, die Unterschiede in der Wahrnehmung und im Leserecho zu analysieren.<br />
Michaela Prinzinger erläuterte ihre aus zwei Gastdozenturen entstandene Literaturliste, die sie der Gruppe zur Verfügung stellte und die von der Runde ergänzt wurde.</p>
<p><strong>Abschluss der Werkstattarbeit</strong><br />
Am <strong>Samstag, 29. Juni 2024 </strong>wurde um <strong>17 Uhr</strong> die Werkstattarbeit auf dem Buchfestival Chania in kleinen Panelrunden präsentiert.</p>
<figure id="attachment_13256" aria-describedby="caption-attachment-13256" style="width: 560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13256" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-25-Auditorium.jpg" alt="" width="570" height="321" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-25-Auditorium.jpg 800w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-25-Auditorium-300x169.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-25-Auditorium-768x433.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-25-Auditorium-450x254.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-25-Auditorium-500x282.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /><figcaption id="caption-attachment-13256" class="wp-caption-text">Blick von der Empore auf den Vortragssaal</figcaption></figure>
<figure id="attachment_13136" aria-describedby="caption-attachment-13136" style="width: 560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13136" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-22.jpg" alt="" width="570" height="428" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-22.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-22-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-22-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-22-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-22-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /><figcaption id="caption-attachment-13136" class="wp-caption-text">M. Prinzinger mit dem Autor Christos Asteriou und Doris Wille (v.r.)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_13150" aria-describedby="caption-attachment-13150" style="width: 559px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13150" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-5.jpg" alt="" width="569" height="427" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-5.jpg 569w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-5-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-5-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-5-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 569px) 100vw, 569px" /><figcaption id="caption-attachment-13150" class="wp-caption-text">M. Prinzinger mit Ina Berger und Giorgos Iliopoulos (v.r.)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_13126" aria-describedby="caption-attachment-13126" style="width: 560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13126" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-17.jpg" alt="" width="570" height="428" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-17.jpg 770w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-17-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-17-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-17-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-17-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /><figcaption id="caption-attachment-13126" class="wp-caption-text">M. Prinzinger mit Dorothea Scharf-Loufakis, dem Autor Michalis Albatis und Heidelinde Toneian (v.r.)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_13134" aria-describedby="caption-attachment-13134" style="width: 560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13134" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-21.jpg" alt="" width="570" height="428" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-21.jpg 786w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-21-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-21-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-21-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-21-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /><figcaption id="caption-attachment-13134" class="wp-caption-text">Th. Votsos mit Antonis Kountouris und Thanassis Tsingas (v.r.); durch die Fensterbögen hinter dem Podium kann das Publikum auf die tobenden Wellen der Ägäis blicken, eine grandiose Kulisse.</figcaption></figure>
<figure id="attachment_13130" aria-describedby="caption-attachment-13130" style="width: 560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13130" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-19.jpg" alt="" width="570" height="428" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-19.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-19-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-19-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-19-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-19-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /><figcaption id="caption-attachment-13130" class="wp-caption-text">Th. Votsos mit Fotini Patinari und Georgia Karra (v.r.)</figcaption></figure>
<p>Daran schloss sich die Lesung mit Dilek Güngör aus ihrem Buch „Vater und ich“ an, das, übersetzt von Theo Votsos, bereits Ende 2022 auf Griechisch im Verlag ΚaPsiMi (KΨΜ) erschienen ist. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christos Asteriou, der zuvor an der Werkstattpräsentation teilgenommen hatte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-13138" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-23.jpg" alt="" width="1024" height="498" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-23.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-23-300x146.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-23-768x374.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-23-450x219.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-23-500x243.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13140" src="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-24.jpg" alt="" width="570" height="428" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-24.jpg 783w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-24-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-24-768x577.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-24-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/07/vv-24-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /></p>
<p>Freude und Erleichterung waren nach den gelungenen Präsentationen groß, Euphorie setzte ein, vermischt mit einem Schuss Wehmut, da diese produktive, aber auch heitere Woche vorbei war. Am Sonntagmorgen reisten die ersten Teilnehmer:innen zu ihren Herkunftsorten ab.</p>
<p><strong>Wahrnehmung</strong><br />
Am 19. Juni erschien in der Griechenland Zeitung ein Interview mit Prinzinger/Votsos zur Übersetzerwerkstatt.<br />
Das Buchfestival Chania hat über die Werkstattpräsentation am 29. Juni und die Veranstaltungen mit Dilek Güngör und Michalis Albatis Fotobeiträge veröffentlicht.</p>
<p><em>Diese Präsentation basiert auf dem Abschlussbericht zur 3. ViceVersa Deutsch-Griechischen Übersetzerwerkstatt von Dr. Michaela Prnzinger und Theo Votsos. Alltag der Werkstatt, Fotobeschreibungen und </em><em>Redaktion</em><em>: A. Tsingas. Fotos: Buchfestival Chania und Teilnehmer:innen der 3. ViceVersa Deutsch-Griechischen Übersetzerwerkstatt.</em></p>
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		<item>
		<title>Ausschreibung: 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt 23.-30. Juni 2024 in Chania</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2024 15:22:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt wird veranstaltet vom TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und freundlich unterstützt durch das Book Festival Chania. Werkstattleitung: Michaela Prinzinger und Theo ... <p class="read-more-container"><a title="Ausschreibung: 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt 23.-30. Juni 2024 in Chania" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/ausschreibung-3-viceversa-deutsch-griechische-uebersetzerwerkstatt-23-30-juni-2024-in-chania/#more-12311" aria-label="Mehr Informationen über Ausschreibung: 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt 23.-30. Juni 2024 in Chania">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Die 3. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt wird veranstaltet vom TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und freundlich unterstützt durch das Book Festival Chania. Werkstattleitung: Michaela Prinzinger und Theo Votsos.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-12337 size-single-hochkant" src="https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-0_3er-Logo-500x221.jpg" alt="" width="500" height="221" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-0_3er-Logo-500x221.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-0_3er-Logo-300x133.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-0_3er-Logo-768x340.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-0_3er-Logo-450x199.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-0_3er-Logo.jpg 867w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Wir laden ein zur 3. ViceVersa Deutsch-Griechischen Übersetzerwerkstatt, bei der Übersetzer·innen aus dem Griechischen und ins Griechische die Gelegenheit erhalten, gemeinsam an den selbst eingereichten Projekten und/oder an den von uns vorgegebenen Texten zu arbeiten, übersetzungsrelevante Themen zu diskutieren und sich über ihre berufspolitische Situation auszutauschen. Im Mittelpunkt der 5-tägigen Werkstatt steht die intensive Diskussion der eingereichten Übersetzungen. Zum Abschluss sollen die Ergebnisse der Werkstatt in einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des 3. Book Festivals Chania (26.-30. Juni 2024) durch die Teilnehmer·innen selbst präsentiert werden.</p>
<p>Die Texte werden vorab an alle Teilnehmer·innen versandt. Es werden eine kritische Lektüre aller eingereichten Texte und eine reflektierte Vorstellung des eigenen Textes erwartet. Über den intensiven Austausch während der Werkstattwoche hinaus sollen langfristige Arbeitsbeziehungen zwischen Literaturübersetzer·innen aus dem deutsch- und griechischsprachigen Raum gefördert werden.</p>
<p>Die beiden Werkstattleiter·innen strukturieren und moderieren die Werkstattgespräche. Ausgehend vom konkreten Textbeispiel und seinen Lösungsmöglichkeiten, werden im kollegialen Gespräch die spezifischen Probleme des Übersetzens zwischen der deutschen und griechischen Sprache, aber auch grundsätzliche Fragen des literarischen Übersetzens behandelt. Die Werkstatt ist offen für bis zu 10 Teilnehmer·innen. Wir streben eine gleiche Anzahl deutschsprachiger und griechischsprachiger Teilnehmer·innen sowie eine gleichgewichtige Berücksichtigung erfahrener und weniger erfahrener Kolleg·innen an. Für Nachwuchsübersetzer·innen oder Kolleg·innen ohne aktuelles Projekt werden auf Anfrage Bewerbungstexte zugeschickt.</p>
<p>Alle wichtigen Informationen in Kürze:<br />
<strong>Werkstattleitung:</strong> Michaela Prinzinger und Theo Votsos<br />
<strong>Teilnehmerkreis:</strong> Übersetzerinnen und Übersetzer aller literarischen Genres (Belletristik, Theater, Essay, Lyrik) mit den Sprachrichtungen EL&gt;D und D&gt;EL<br />
<strong>Ort:</strong> im Rahmen vom Book Festival Chania, Kreta: <a href="http://www.chaniabookfestival.gr/">www.chaniabookfestival.gr</a><br />
<strong>Dauer:</strong> Sonntag, 23. Juni 2024 (Anreisetag, Seminarbeginn Montag, 24. Juni 2024) bis Sonntag, 30. Juni 2024 (Abreisetag). Am Samstag, den 29. Juni 2024 ist ein gemeinsamer Präsentationsauftritt am 3. Book Festival Chania geplant.<br />
<strong>Kosten:</strong> Die Teilnahme ist kostenlos. Reisekosten werden erstattet. Unterkunft und Verpflegung sind inbegriffen.<br />
<strong>Bewerbungsschluss:</strong> <strong>31. März 2024</strong>.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td width="614"><strong>Bewerbungsunterlagen:</strong></p>
<ul>
<li>kurze formlose Biobibliographie der Bewerber·innen (auf Deutsch oder Griechisch)</li>
<li>max. 5 Normseiten einer Übersetzung, die noch in Arbeit ist (Verlagsvertrag nicht erforderlich; 30 Zeilen à 60 Anschläge, bitte mit größtmöglichem Zeilenabstand und Zeilennummerierung am linken Rand)</li>
<li>die entsprechende Stelle des Originaltextes</li>
<li>kurze Charakterisierung von Autor·in und Werk, persönliche Grundsatzfragen für die Werkstattarbeit (je max. 1 Seite, auf Deutsch oder Griechisch)</li>
<li>für Kolleg·innen ohne aktuelles Projekt werden auf Anfrage von den beiden Leiter·innen ausgewählte Bewerbungstexte zugeschickt.</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Bitte beachten:</strong><br />
Eine Teilnahme ist nur für die gesamte Dauer der Werkstatt möglich.<br />
Sie erhalten eine Eingangsbestätigung per Mail. Die Auswahl der Teilnehmer·innen erfolgt bis Mitte April 2024.</p>
<p><strong>Bewerbungen bitte einsenden an:</strong><br />
Bewerber·innen mit Zielsprache Deutsch: Dr. Michaela Prinzinger (<u><a href="mailto:web@diablog.eu">web@diablog.eu</a></u>)<br />
Bewerber·innen mit Zielsprache Griechisch: Theo Votsos (<u><a href="mailto:theo.votsos@web.de">theo.votsos@web.de</a></u>)</p>
<p>Diese Ausschreibung als PDF zum <a href="https://www.toledo-programm.de/files/Ausschreibung_Viceversa_DeutschGriechischeUEbersetzerwerkstatt_2024_DE.pdf?367b2335519283ca771d94e6aa662d7a=0bd1b5dcd96c4bf274449f510988f039">Download_deutsch</a><br />
Diese Ausschreibung als PDF zum <a href="https://www.toledo-programm.de/files/ViceVersa_Griechisch_Ausschreibung_gr.pdf?367b2335519283ca771d94e6aa662d7a=0bd1b5dcd96c4bf274449f510988f039">Download_griechisch</a></p>
<p>Das TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds hat sich seit seinem Start 2018 als internationale Sparte und digitales Labor des Deutschen Übersetzerfonds etabliert. TOLEDO schafft einen Begegnungsort der deutschsprachigen und internationalen Übersetzerszenen. Mehr dazu <a href="https://www.toledo-programm.de/ueber_uns/3926/toledo-ubersetzer-innen-im-austausch-der-kulturen">hier</a></p>
<p>Zur 1. (2019) und 2. (2021, online) ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt und ihren positiven Folgen <a href="https://diablog.eu/?s=viceversa">hier</a> (DE) und <a href="https://diablog.eu/el/?s=viceversa">hier</a> (EL)</p>
<figure id="attachment_12328" aria-describedby="caption-attachment-12328" style="width: 490px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12328 size-single-hochkant" src="https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-05_1-500x156.jpg" alt="" width="500" height="156" srcset="https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-05_1-500x156.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-05_1-300x93.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-05_1-768x239.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-05_1-450x140.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2024/01/VV-05_1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption id="caption-attachment-12328" class="wp-caption-text">1. ViceVersa Übersetzerwerkstatt 2019 in Thessaloniki</figcaption></figure>
<p>Michaela Prinzinger <a href="https://michaela-prinzinger.eu/">hier</a> (DE, EL)<br />
Theo Votsos <a href="https://www.lit-across-frontiers.org/de/profiles/deutsch-theos-votsos/">hier</a> (DE)</p>
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		<title>Geschichte und Literatur: Epos und Elegie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2023 16:10:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Michaela Prinzinger wurde am 12.10.2023 mit dem „Preis des Johann-Heinrich-Voß-Literaturhauses der Stadt Penzlin“ für die Übersetzung des Buches von Maria Stefanopoulou „Athos der Förster“ ins Deutsche ausgezeichnet. Auf der Feier zum 70-jährigen Bestehen des Goethe-Instituts ... <p class="read-more-container"><a title="Geschichte und Literatur: Epos und Elegie" class="read-more button" href="https://diablog.eu/literatur/geschichte-und-literatur-epos-und-elegie/#more-11764" aria-label="Mehr Informationen über Geschichte und Literatur: Epos und Elegie">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Michaela Prinzinger wurde am 12.10.2023 mit dem „Preis des Johann-Heinrich-Voß-Literaturhauses der Stadt Penzlin“ für die Übersetzung des Buches von Maria Stefanopoulou „Athos der Förster“ ins Deutsche ausgezeichnet. Auf der Feier zum 70-jährigen Bestehen des Goethe-Instituts in Athen am 12.10.2022 (auf den Tag genau ein Jahr zuvor) war die Autorin &#8211; nach Prof. Carola Lentz, der Präsidentin des Goethe-Instituts &#8211; die zweite Festrednerin. diablog.eu bringt Stefanopoulous Plädoyer für eine vielstimmige europäische Erinnerungskultur.</p>
<figure id="attachment_11777" aria-describedby="caption-attachment-11777" style="width: 973px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-11777" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-0_20221012_146_goetheathen_vangelispatsialos.jpg" alt="" width="983" height="427" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-0_20221012_146_goetheathen_vangelispatsialos.jpg 983w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-0_20221012_146_goetheathen_vangelispatsialos-300x130.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-0_20221012_146_goetheathen_vangelispatsialos-768x334.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-0_20221012_146_goetheathen_vangelispatsialos-450x195.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-0_20221012_146_goetheathen_vangelispatsialos-500x217.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 983px) 100vw, 983px" /><figcaption id="caption-attachment-11777" class="wp-caption-text"><em>©Vangelis Patsialos</em></figcaption></figure>
<p><strong>Geschichte und Literatur: Epos und Elegie</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau Präsidentin des Goethe-Instituts, sehr geehrter Herr Staatssekretär, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Botschafter, sehr geehrte Damen und Herren!</p>
<p>Die Einladung, bei dieser Jubiläumsveranstaltung zu sprechen, war eine Überraschung für mich und eine große Ehre, stürzte mich aber auch in Verlegenheit. Ich bin keine Historikerin oder Politikerin noch habe ich einen Posten im Kulturbetrieb inne, ich habe weder in Deutschland studiert noch kann ich Deutsch. Warum ich heute Abend vor Ihnen stehe, ist weil ich einen Roman geschrieben habe, der ins Deutsche und ins Französische übersetzt wurde und den Titel „Athos der Förster“ trägt. Der erste Satz des Buches lautet: „Jahrelang habe ich den Mund gehalten.“ Mit Fünfzig – zu diesem Zeitpunkt war die Zeit offenbar reif &#8211; habe ich einen Roman geschrieben, der kein historischer Roman ist, sich aber auf tatsächliche historische Ereignisse stützt. Er ist auch kein autobiografischer Roman, bezieht sich aber auf persönliche Erlebnisse, genauer gesagt auf das, was die Familie meiner Mutter 1943 in Kalavryta im Zuge der Massenerschießung der männlichen Einwohner durch Wehrmachtsoldaten erlebt hat. Hier kann man die erste Spur meiner Beziehung zu Deutschland zurückverfolgen. Was meine persönliche Erfahrung mit diesen Ereignissen betrifft, ja, so gehöre ich, geboren 1958, zur dritten Nachkriegsgeneration. Ich bin weit genug von diesen Ereignissen entfernt, um eine intellektuelle Distanz dazu zu gewinnen, aber auch nah genug dran, da mich in Athen eine schwarz gekleidete, verwitwete Großmutter aufgezogen hat, die &#8211; wie es hieß &#8211; ein „Opfer von Kalavryta“ war. Weit genug von den Ereignissen entfernt war ich auch deshalb, weil meine Familie nicht aus Kalavryta stammt und mein Großvater einfach nur auf den Posten des Provinzförsters berufen wurde. Es fällt mir nicht leicht, von mir selbst zu erzählen, aber hier und heute muss ich näher auf meine Herkunft eingehen. Ich glaube an Paul Celans Worte: „Niemand zeugt für den Zeugen.“ Aus diesem Grund will ich erläutern, warum ich glaube, dazu berechtigt zu sein. Ich bin mit dem quälenden Gedanken herangewachsen, ich sollte darüber sprechen können, was mein Großvater, der Förster, und seine Familie erlebt haben. Vielleicht hat mich auch genau das am Heranwachsen gehindert. Zugleich wollte ich es verheimlichen, denn deutsche Vergeltungsmaßnahmen waren ja eine kollektive Erfahrung der Zivilbevölkerung &#8211; nicht nur in Griechenland, sondern in allen von den Nationalsozialisten besetzten Ländern.</p>
<p>Aber es geht hier nicht nur um den Roman über den Förster. In der Vorbereitungs- und Schreibphase habe ich mir immer wieder überlegt, welche zentrale Rolle Deutschland schon früh in meinem Leben gespielt hat, und diese Frage beschäftigt mich immer noch. Dem Goethe-Institut war das bestimmt nicht klar, als man mich zu der heutigen Rede einlud. Mit Achtzehn habe ich mein Studium in Rom begonnen und danach in Paris fortgesetzt, wo ich lange gelebt habe. Aber es war Deutschland, das ich immer im Sinn hatte. Ich las deutsche und österreichische Prosaautoren und Dichter in italienischer, französischer und griechischer Übersetzung, immer wieder wurde ich auf Arbeiten deutscher Regisseure aufmerksam und suchte überall nach Filmen über den Zweiten Weltkrieg. Ich war ein Kind des zwanzigsten Jahrhunderts und ein Kind des Krieges, auch wenn ich ihn selbst nicht mitgemacht habe. Für mich dauerte der Zweite Weltkrieg so lange, wie die Berliner Mauer stand. Danach brachen neue Kriege aus. Mich interessierte vor allem die Haltung der deutschsprachigen Schriftsteller zum Nationalsozialismus, aber auch die Frage, wie jede deutsche Generation im Lauf der Jahrzehnte den Krieg wahrgenommen hat. Täter und Opfer zu sein, war in meinen Augen ein gemeinsames Schicksal. Zum einen sah ich die Deutschen nicht nur als Täter und zum anderen bedauerte ich, dass die Griechen andächtig das unerschütterliche heilige Bild des Opfers kultivierten und dahinter eine ihnen zustehende Gerechtigkeit suchten. Die vollständige Zerstörung Deutschlands als gerechtfertigte Strafe für die begangenen Verbrechen anzusehen, reichte mir als Antwort nicht. Schon als Kind war dieses Land für mich ein Rätsel. „Was ist deutsch?“, fragte ich mich. Den Hass der schweigenden „Witwe von Kalavryta“ verwandelte ich, älter werdend, in Ehrfurcht und Verwunderung. Mit dem Schmerz und der Trauer war ich vertraut. Doch ich musste sowohl die Griechen als auch die Deutschen tiefer begreifen. Überall suchte ich nach den Spuren deutschen Widerstands gegen die Hitlerdiktatur. Ich glaubte, dass es sie gab &#8211; neben der Barbarei der Skrupellosen und mitten im schuld- und schamhaften Schweigen der Unbeteiligten.</p>
<figure id="attachment_11765" aria-describedby="caption-attachment-11765" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11765 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-1_Weg.jpg" alt="" width="1024" height="765" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-1_Weg.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-1_Weg-300x224.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-1_Weg-768x574.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-1_Weg-450x336.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-1_Weg-500x374.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11765" class="wp-caption-text"><em>Auf dem Weg nach Kalavryta</em></figcaption></figure>
<p>Mein heutiger Gegenstand scheint der Krieg zu sein, aber ich spreche in friedlicher Weise. Der Krieg, ob nationaler Befreiungskrieg oder Bürgerkrieg, ist ein Dreh- und Angelpunkt im Leben der Menschen. Das kommt, weil wir immer an den ersehnten Frieden denken. Im Krieg wird das Epos und das Drama geschrieben. Was die Zivilbevölkerung und die Überlebenden hingegen erleben, ist eine einsame Elegie. Im Verhältnis zwischen Geschichte und Literatur hat die Literatur die Position der moralischen Erfahrung inne. Der deutsche Schriftsteller Winfried Georg Sebald hat im selbst gewählten Exil treffend formuliert, dass die Erinnerung das moralische Rückgrat der Literatur bildet, und mit seinem Werk hat er es bewiesen. 1952 – vor siebzig Jahren, im Gründungsjahr des Goethe-Instituts Athen – publizierte Heinrich Böll seinen berühmten Essay „Bekenntnis zur Trümmerliteratur“, in dem er sagt, dass die Autoren über die Wunden des Krieges, über die in den Trümmern Lebenden, über Flüchtlinge und Heimatlose sprechen sollten. Das Bekenntnis blieb auf dem Papier. Sein Buch „Der Engel schwieg“, das er in diesem Geist 1949 geschrieben hatte, wurde erst 1992 posthum veröffentlicht. 1952 mussten die Menschen ihre Häuser und ihre Städte wieder aufbauen, sie wollten keine Trümmerliteratur lesen.<br />
Vierzig Jahre später begann mit Sebald in den Neunziger-Jahren die Literatur der Überlebenden, wie ich sie nennen würde. Städte und Gebäude waren neu errichtet, aber die durch den Krieg zerstörten Leben der Menschen &#8211; und oft auch noch die ihrer Nachkommen &#8211; lagen immer noch in Trümmern. Die Überlebenden mussten sich dem Gespenst der unauslöschlichen Erinnerung stellen. Die Erinnerung ist nur dann per definitionem gerecht, wenn derjenige, der sich erinnert, derjenige ist, dem Unrecht zugefügt wurde. Derjenige, dem Schmerz zugefügt wurde, vergisst sein Leid nie. Der ungerechte, skrupellose Täter hingegen vergisst, und dank des Vergessens spricht er sich selbst frei und kann bequem weitere Straftaten begehen. Doch die &#8211; im moralischen Sinne &#8211; gerechte Erinnerung reicht nicht aus. Sie muss aufgrund ihres historischen Verständnisses gerecht sein, im Sinne der Shakespear’schen Forderung, die Dinge im Detail so zu erzählen, wie sie geschehen sind. Doch das ist nicht immer eindeutig. Ohne das historische Verständnis erinnern wir uns nur diffus an das Unrecht, und so bestehen weiter Mythen, Lügen, verfälschte Ereignisse, Trägheit und unerfüllte Trauer. Der Verstand untermauert das Gefühl, und der menschliche Schmerz wird politisch ausgebeutet. Griechenland, ein Land der Opfer, leidet immer noch unter dem Mangel einer gerechten historischen Erinnerung, obwohl mittlerweile offiziell viele Mythen von ihrem Sockel gestürzt sind. Deutschland, das Land der Täter, bemühte sich erfolgreich und hat es durch die Nachkriegsgenerationen zumindest geschafft, das Verbrechen in eine moralische Realität zu verwandeln.</p>
<p>Im dialogischen Verhältnis zwischen Geschichte und Literatur registriert die Geschichte die Ereignisse genau, wie sie geschehen sind. Die Literatur hingegen übersteigt und offenbart die Wirklichkeit, indem sie die Ereignisse zeigt, wie sie hätten sein können. Hierzu tragen die Vorstellungskraft und das poetische Element bei. Die Literatur enthält eine größere Wahrheit als die Geschichte. Sie umfasst auch die menschliche existenzielle Wahrheit. Genauso ist es mit in der dialogischen Beziehung zwischen Philosophie und Literatur: Die Philosophie lehrt dich, was du nicht bist (du bist kein animalisches Wesen, sondern ein mit Verstand begabtes Wesen). Die Literatur offenbart dir, wer du bist. Die Geschichte wird in der Literatur zum dramatischen Raum, der die individuellen Schicksale bündelt. Das ist das historische Empfinden. Darin werden nicht nur die Ereignisse, sondern auch die menschlichen Träume, Fantasien, Widersprüche, Wünsche, das Schicksal und das Aufbegehren dagegen aufgezeichnet. Im Gerichtshof der Geschichte werden die Ereignisse beschrieben, das harte Urteil und die Strafen für die Schuldigen verkündet. Doch die dortige Wahrheit ist nicht immer vollständig. Die Enkelin des Försters, die das Zeugnis des Großvaters aufschreibt, erzählt von Bruchstücken, von winzigen Körnchen dieses historischen Empfindens. Obwohl sie an sich schon realistisch sind, enthalten sie ein noch größeres Begehren nach Wahrheit und ein noch größeres Sehnen nach Wirklichkeit. Der Roman, den sie schreiben will, ist aufrichtig, da sie sich bemüht, eine Brücke über die Abgründe und Widersprüche der historischen Ereignisse hinweg und auch zwischen den Menschen, die sie erlebt haben, zu schlagen. Gleichzeitig räumt sie aber auch die Unmöglichkeit dieses Brückenschlags ein, zusammen mit der unausweichlichen Erkenntnis, selbst ein Opfer zu sein. Die Geschichte des Försters ist demnach ein Anti-Epos und die Hauptfigur Athos ein Anti-Held. Die Wahrheit wird hier in moralischer und therapeutischer Weise verinnerlicht. Die historischen Splitter bleiben, als Teil einer Naturkatastrophe, schrecklich und verwerflich, aber sie sind nicht mehr bedrohlich. Die Wälder mit den zu Menschen gewordenen Bäumen und die persönliche Schattenwelt, die die Enkelin errichtet hat, halten eine purifizierte Erinnerung lebendig, die die folgende Generation, der die Zukunft gehört, nicht mehr bedroht.</p>
<figure id="attachment_11767" aria-describedby="caption-attachment-11767" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11767 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-2_Weg.jpg" alt="" width="1024" height="765" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-2_Weg.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-2_Weg-300x224.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-2_Weg-768x574.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-2_Weg-450x336.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-2_Weg-500x374.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11767" class="wp-caption-text"><em>Der Himmel über Kalavryta</em></figcaption></figure>
<p>Aber woraus besteht diese Schattenwelt? Schatten ist für mich ein anderes Wort für Denken. Er bildet die ideale Waagschale, in der die Gegensätze ins Gleichgewicht kommen. Er ist aus der brüderlichen Beziehung der Gegensätze gemacht. Das Licht spendet Leben, aber wenn das Leben krank wird, sucht es seinen Bruder, den Schatten. Um welche Gegensätze geht es hier? Licht/Dunkelheit, Leben/Tod, Feuer/Schnee, Recht/Unrecht, Opfer/Täter. Doch auch die Trauer durchleben wir im Schatten. In der Geschichte ist die Trauer eine öffentliche Angelegenheit. In der Literatur hingegen ist die Koexistenz von Toten und Lebenden eine persönliche Wahrheit, jeder hat das Recht, mit dem ihm zugehörigen Schmerz zu leben. Der Tod wird im privaten Dasein nicht idealisiert. Es ist Teil der Natur. Die Natur idealisiert nicht wie der Mensch. Die Witwe von Kalavryta, die Tochter und die Enkelin trauern friedlich und bescheiden. Die Elegie der Wälder ist nicht heroisch. Es ist die Elegie des Denkens, des Nachdenkens über den Krieg. Die Zivilisten idealisieren ihren Tod nicht. Der Förster gehört zur Gemeinschaft der Bäume, er gehört zu den großen Wäldern, die ihm seine bayerischen Lehrer wissenschaftlich nahegebracht haben. Seine Geschichte ist ein vielstimmiger Mythos über Geschöpfe der Erde, die einander nicht töten. Sie ist ein Mythos über die älteste Sache seit dem Beginn des Lebens: über das Leid.</p>
<p>Die Literatur, die auf den Straßen der Erinnerung wandelt, bildet ein ganz anderes Universum als die sogenannte „Erinnerungskultur“. Sie ist eine ursprüngliche und urtümliche schöpferische Handlung des Menschen. Die Erinnerungskultur kommt erst danach. Es sind die Politiker, die Historiker, die Forscher der öffentlichen Geschichte, das Kulturministerium, die öffentliche Meinung in den sozialen Netzwerken und in der Presse, die über sie sprechen oder sie anwenden. Der Staat errichtet Denkmäler, stattet Museen aus, legt Gedenkveranstaltungen historischer Ereignisse fest, die Gemeinden montieren in den Straßen Gedenktafeln historischen oder kulturellen Inhalts. Ich würde sagen, das Goethe-Institut ist heute per definitionem eine Erinnerungsinstitution. Neben der Rolle als Kulturinstitution trägt es indirekt an der schweren Erinnerung an dasjenige Ereignis, welches das zwanzigste Jahrhundert erschüttert hat. Mit seiner Gründung und seiner Existenz ist daher auch die schöpferische Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft verknüpft. Die Fotoausstellung der in Griechenland lebenden Deutschen Johanna Weber aus dem Jahr 1996, die den Titel „Gesichter aus dem griechischen Widerstand: Lebenserinnerungen – Todeserinnerungen“ trug, ist mir unvergesslich geblieben.</p>
<figure id="attachment_11769" aria-describedby="caption-attachment-11769" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11769 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-3_Mnima1.jpg" alt="" width="1024" height="765" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-3_Mnima1.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-3_Mnima1-300x224.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-3_Mnima1-768x574.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-3_Mnima1-450x336.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-3_Mnima1-500x374.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11769" class="wp-caption-text"><em>Kalavryta, privates Grabmal</em></figcaption></figure>
<p>Es gibt die kollektive und die individuelle Erinnerung. Die kollektive Erinnerung kann, wie es in totalitären Regimen vorkommt, leicht gegängelt und durch interessengeleitete politische Propaganda geformt werden. Die individuelle Erinnerung entsteht von selbst, ist jedoch selektiv. Die ganze Nation kann des Zweiten Weltkriegs gedenken, aber ich (und es gibt viele Ichs) gedenke, weil ich die Erinnerung der Überlebenden aus meiner Familie in Gedanken fassen will, da ich die Ereignisse nicht selbst erlebt habe. Die Kraft der Literatur ist die gelungene Kombination aus der kollektiven Erinnerung und der grüblerischen persönlichen Erinnerung. Sie ist Epos und Elegie. Sie ist das Große und das Kleine. Sie ist das Wollen und das Erinnern und das Verstehen-Wollen. Was will sie verstehen? Dass im Krieg die Mächtigen das tun, was ihnen ihre Macht gestattet, und die Ohnmächtigen das, was ihnen ihr Durchhaltevermögen gestattet. Das heißt, die Ohnmächtigen weichen zurück und nehmen ihr Schicksal an, während sie gleichzeitig Widerstand leisten, da sie überleben müssen. Der Krieg hat uns den Hass der Nazis und den Hass der Witwe von Kalavryta gezeigt, aber auch menschliches Verständnis und menschliche Widerstandskraft gelehrt &#8211; das heißt, wie und warum wir uns heute hier befinden, 80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus und 70 Jahre nach dem Beginn des Kalten Krieges.</p>
<p>Zurück zu Sebald: Er war der Erste, der 1995 über die schrecklichen Bombenangriffe der Alliierten gesprochen hat, welche die deutschen Städte dem Erdboden gleichgemacht und hunderttausende Zivilisten im Schlaf überrascht und getötet haben. Er hat gezeigt, dass die Deutschen selbst Opfer der nationalsozialistischen Diktatur und des von ihnen ausgelösten Krieges waren. Ein Satz, der sich mir eingeprägt hat, ist: „Die großen Ereignisse sind wahr, während die Details erfunden sind.“ Ich verstehe ihn folgendermaßen: Der Literat entwickelt einen Weg, um durch seine Dichtkunst über die Wahrheit zu sprechen, die sich im Detail verbirgt. Aber was ist das Detail? Es ist die individuelle Erinnerung, das menschliche Leid und die Traurigkeit, die einen im Schweigen gefangen hält. Es ist das Kleine, das die Wahrheit der großen Ereignisse enthüllt. Es ist sowohl die bescheidene Existenz des Einzelnen als auch die große Bestimmung der Nationen. Es ist das Kleine, welches das Große zum Vorschein bringt. Die Elegie war immer schon ein Ausweg aus der Sackgasse des epischen Schreibens. Die Tragödie eines einzigen Überlebenden kann vom Leiden eines ganzen Volkes erzählen. Das literarische Schreiben wird so zur moralischen Erfahrung (zum Anti-Epos oder zum Anti-Helden), aber es schützt auch die Erinnerungskultur vor der Lüge und der absichtlichen Fälschung durch Usurpatoren jeglicher Art.</p>
<figure id="attachment_11771" aria-describedby="caption-attachment-11771" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11771 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-4_Mnima2-e1698494681160.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-4_Mnima2-e1698494681160.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-4_Mnima2-e1698494681160-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-4_Mnima2-e1698494681160-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-4_Mnima2-e1698494681160-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-4_Mnima2-e1698494681160-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11771" class="wp-caption-text"><em>Kalavryta, Kreuzinschrift</em></figcaption></figure>
<p>Abschließend muss ich sagen, dass ich auf die Frage „Was ist deutsch?“, die mich von klein auf umtrieb, noch keine Antwort gefunden habe. Ich glaube, dass es keine gibt. Die Nationalsozialisten mit etwas „spezifisch Deutschem“ in Verbindung zu bringen, zeigt &#8211; nachdem sich so viele Historiker bemüht haben, derartigen Ideen den Boden zu entziehen, nachdem tonnenweise Papier bedruckt und gelesen wurde &#8211; allein nur Fanatismus, Unwissenheit und fehlende Bildung, vielleicht auch eine neue Barbarei. Kürzlich las ich irgendwo, dass Kant in seinem einsamen und kargen Leben einen einzigen guten Freund hatte, einen Förster namens Wobscher, der ihn zur Beschreibung des deutschen Menschentyps inspiriert haben soll. Wie dieser aussieht, weiß ich aber nicht. Dann habe ich mich gefragt, ob mein Förster mich den griechischen Menschentyp lehren könnte. Aber das bezweifle ich sehr. Der Grieche verfügt über Durchhaltevermögen, Glauben und Widerstandskraft, aber tief in seinem Inneren sitzt der Bürgerkrieg. Der griechische Bürgerkrieg, der dem Abzug der Deutschen folgte, war genauso verheerend wie der Befreiungskrieg. Denn dort, im Bruderkrieg, gibt es kein Anti-Epos und keine Elegie, die uns die Wahrheit erzählen könnten. Hier handelt es sich um blinde Finsternis.</p>
<p>Immer wieder kommt mir Thomas Mann im selbst gewählten Exil und sein kleines Buch „Meerfahrt mit Don Quijote“ in den Sinn. Es hat mich darin bestärkt, dass die umkämpfte Frage in der Tat unbeantwortet ist. 1934, als er mit der Lektüre des „Don Quijote“ den Ozean in Richtung Amerika überquerte, notierte er, wie willkürlich er die unscharfen Antworten auf die ewig offene Frage „Was ist deutsch?“ findet. Besonders die von Wagner, scherzt er, der das Andante für das eigentlich deutsche Tempo halte. „Der Wagnersche Spruch wäre glücklicher“, so schreibt er, „wenn er das Nationelle beiseite gelassen, das ihn sentimentalisiert, und sich an die sachliche Würde der Langsamkeit gehalten, wegen der ich ihm beistimme. Gut Ding will Weile haben.“ Auf dieser Ozeanreise, die in der Tat eine Weile dauerte, wird der konservative, antidemokratisch eingestellte Thomas Mann auf Distanz gehen, sich von der Nation abwenden und ein Staatenloser werden. Er wird seine bürgerliche Herkunft aus einem damals dekadenten Europa hinter sich lassen und überwinden. Ein Thomas Mann, der während des Ersten Weltkriegs noch die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ geschrieben hatte, in denen er die westeuropäische Kultur angriff und sich „für die heilige deutsche Sache“ aussprach. Mitten auf dem Atlantik, wo er „mit dem Winde reist“, der eine Naturkraft sei wie die Dampfkraft, wie er sagt, befindet er sich schon bald in dem Zwiespalt, ein europäischer Intellektueller, aber auch ein deutscher Dichter zu sein. Es ist die Donquijottiade eines mittlerweile überzeugten Exilanten, der den technologischen Begriff der „Zivilisation“ mit der überlieferten deutschen „Kultur“ schließlich versöhnt. Das Gesindel, wie Mann es nennt, das 1933 in Deutschland die Macht übernommen hat, wird er, nach langem innerem Ringen, erst zwei Jahre später öffentlich aus den USA anklagen. Dabei hatte er sich bereits seit 1922 gegen den Nationalsozialismus und für die Weimarer Republik ausgesprochen und die Umwertung seines geliebten bürgerlichen Ideals durch die Nazis vorhergesehen.</p>
<figure id="attachment_11773" aria-describedby="caption-attachment-11773" style="width: 1014px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11773 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-5_Passfotos.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-5_Passfotos.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-5_Passfotos-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-5_Passfotos-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-5_Passfotos-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-5_Passfotos-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11773" class="wp-caption-text"><em>Museum Kalavryta, Ausweisfotos der Hingerichteten (Teilansicht)</em></figcaption></figure>
<p>Wir Angehörigen der dritten Nachkriegsgeneration wollen über das harte Jahrzehnt zwischen 1940 und 1950 sprechen, um die verlorenen Leben zu rechtfertigen, aber auch, um uns an die Seite der Überlebenden zu stellen, die ein vereintes, demokratisches Europa anstrebten. 1952, im Gründungsjahr des Athener Goethe-Instituts, wurden in Griechenland von den Siegern des Bürgerkriegs weiter Kommunisten hingerichtet oder nach Makronissos in die politische Verbannung geschickt. In Deutschland hingegen ließ die Verfolgung von Kriegsverbrechern langsam nach, ihre Taten verjährten und man übertrug ihnen Posten im neuen Staat. Vielleicht entstand genau damals, in den ersten Nachkriegsjahren, die Hoffnung, die Vision des dem George-Kreis nahestehenden Rudolf Fahrner in die Tat umzusetzen. Mitten im besetzten Athen hatte er seit 1941 für einige Jahre das Deutsche Wissenschaftliche geleitet, womöglich auch als Gegengewicht gedacht zum Deutschen Archäologischen Institut, das in die Hände der Nationalsozialisten gefallen war. Nach seiner Beurlaubung von der Universität Heidelberg lehrte der Germanist Fahrner 1939 an der Universität Athen. Das „mysteriöse“ Deutsche Wissenschaftliche Institut in der Rigillis-Straße, wie es der Regisseur Timon Koulmassis nennt, der es dem Publikum in seinem Film „Briefe aus Athen. Portrait des Vaters zu Zeiten des Krieges“ nahegebracht hat, nahm eine aristokratische Haltung zu den deutschen Besatzern ein: Dort gab es keine Hakenkreuzfahne, kein Hitlerbild an der Wand und auch kein Propagandamaterial, das wurde nämlich sofort nach dem Eintreffen im Keller verbrannt. Der Germanist und Philhellene Fahrner drückte seinem Institut den Stempel eines literarischen Aristokraten auf, während er hilfsbedürftige griechische Bürger und Widerstandskämpfer insgeheim unterstützte. 1944 wurde er nach Berlin beordert, nachdem die mit ihm befreundeten Brüder von Stauffenberg nach dem Hitler-Attentat festgenommen worden waren. Die beiden wurden hingerichtet und gingen als die Adeligen in die Geschichte ein, die das neue nationalsozialistische Bürgertum zur Rechenschaft ziehen wollten. Fahrner wurde festgenommen, später jedoch freigelassen, da man ihm keine Beteiligung am Attentat nachweisen konnte. Ab 1951 lehrte er an der Universität Ankara. In der Junta-Zeit nahm das Athener Goethe-Institut eine ähnliche &#8211; weniger aristokratisch, doch gewiss antidiktatorisch motivierte &#8211; Haltung wie Fahrner während der Besatzung ein.</p>
<p>Heute erleben wir einen nicht-erklärten Stellvertreterkrieg zwischen Russland und dem Westen, der außerhalb des Territoriums dieser Länder stattfindet und dessen Folgen vor allem Europa als Verbündeten der Ukraine betreffen. Der Satz von Clausewitz „Der Krieg ist ein Akt der Gewalt, und es gibt in der Anwendung derselben keine Grenzen“ bewahrheitet sich in der aktuellen Lage. Das bedeutet: Der Krieg entbehrt jeglichen Sinnes. Er hat keinen pragmatischen Wert und in seiner Ausführung gibt es keinen Moralkodex, nur den Militärischen Gehorsam des Soldaten, dessen Folgen jedoch unmoralisch sind. Die Moral, wie gesagt, benötigt Grenzen. Doch auch der Klimawandel, der mit der zerstörerischen Kraft eines Krieges auftritt, ist grenzüberschreitend. Grenzen setzt nur der Mensch oder die Institution, die Menschen in Dialog bringt und moralische Werte und humanistische Ideale hochhält. Dann schweigen die Waffen, und die Natur kann geschützt werden und auch uns schützen.<br />
Ich wünsche dem Goethe-Institut, dass es seinen förderlichen Weg fortführen kann, den es unter großen Schwierigkeiten in den ersten, diffusen und widersprüchlichen Jahren des Kalten Krieges eingeschlagen hat.<br />
Vielen Dank!</p>
<figure id="attachment_11775" aria-describedby="caption-attachment-11775" style="width: 490px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11775 size-single-hochkant" src="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-6_Germania-e1698494699712-500x375.jpg" alt="" width="500" height="375" srcset="https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-6_Germania-e1698494699712-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-6_Germania-e1698494699712-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-6_Germania-e1698494699712-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-6_Germania-e1698494699712-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2023/10/Ka-6_Germania-e1698494699712.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption id="caption-attachment-11775" class="wp-caption-text"><em>Kalavryta, Werbung an einem aufgegebenen Geschäft</em></figcaption></figure>
<hr />
<p>Links:<br />
Die Festrede auf der Internetseite des Goethe-Instituts Athen <a href="https://www.goethe.de/ins/gr/de/sta/ath/ueb/jub/mst.html">hier</a><br />
Maria Stefanopoulou/<em>Athos der Förster</em> auf diablog.eu <a href="https://diablog.eu/literatur/maria-stefanopoulou-interview-kalavryta/">hier</a> und <a href="https://diablog.eu/literatur/athos-der-foerster-maria-stefanopoulou/">hier</a><br />
Goethe-Institut Athen, Startseite <a href="https://www.goethe.de/ins/gr/de/index.html">hier</a> // FB: <a href="https://www.facebook.com/goetheinstitut.athen/">@goetheinstitut.athen</a> // IG: <a href="https://www.instagram.com/goetheinstitut_athen/">@goetheinstitut_athen</a><br />
Zur Verleihung des Johann-Heinrich-Voß-Literaturhaus-Preises der Stadt Penzlin <a href="https://www.facebook.com/diablog.eu?ref=nf&amp;hc_ref=ARTsypPkav4b6fricOAuJ31QgHWI1CVywGiWP4Sq944x2Jm70pstGUwJ_7uqLp3XRNc">hier</a>, s. Post vom 15.10.2023</p>
<hr />
<p class="textinfo"><em>Text: Maria Stefanopoulou, mit freundlicher Genehmigung des Goethe-Instituts Athen. Foto Veranstaltung: Vangelis Patsialos. Kalavryta-Fotos und Redaktion: A. Tsingas. </em></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>META_GRAFES 1: Übersetzung deutschsprachiger Lyrik ins Griechische</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Oct 2021 05:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom 3. bis zum 4. September 2021 fand der erste Übersetzungsworkshop der digitalen Fortbildungsreihe META_GRAFES statt, eine Kooperation des gemeinnützigen Vereins Diablog Vision e. V. mit dem Literaturhaus Lettrétage e. V. Der Autor und Übersetzer ... <p class="read-more-container"><a title="META_GRAFES 1: Übersetzung deutschsprachiger Lyrik ins Griechische" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/meta_grafes-1-uebersetzung-deutschsprachiger-lyrik-ins-griechische/#more-531" aria-label="Mehr Informationen über META_GRAFES 1: Übersetzung deutschsprachiger Lyrik ins Griechische">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Vom 3. bis zum 4. September 2021 fand der erste Übersetzungsworkshop der digitalen Fortbildungsreihe META_GRAFES statt, eine Kooperation des gemeinnützigen Vereins Diablog Vision e. V. mit dem Literaturhaus Lettrétage e. V. Der Autor und Übersetzer Alexandros Kypriotis berichtet über den Zoom-Übersetzungsworkshop und die daraus gewonnenen Erkenntnisse der Teilnehmer:innen.</span></p>
<p>Das Projekt META_GRAFES, konzipiert von Dr. Michaela Prinzinger, Vorsitzende von Diablog Vision e. V., wird durch den Projektfonds des Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.</p>
<h3 style="text-align: center;">Die Zusammensetzung des Workshops</h3>
<p>Diesen ersten Workshop leitete die Philologin Dr. Elena Pallantza, Lehrbeauftragte für Neugriechische Sprache und Literatur an der Universität Bonn. 2013 initiierte sie den Übersetzungskreis LEXIS, der moderne griechische Literatur ins Deutsche übersetzt. Unter der Leitung von Elena Pallantza übersetzte LEXIS die Novelle von Dimitris Eleftherakis „Η δύσκολη τέχνη” (Verlag Antipodes 2015) ins Deutsche, die 2017 vom Verlagshaus Reinecke &amp; Voß in Leipzig mit dem Titel „Die schwierige Kunst“ herausgegeben wurde, und erhielt dafür den griechischen Staatspreis für Literarische Übersetzung aus dem Griechischen in eine Fremdsprache (2018). Darüber hinaus übersetzt Elena Pallantza deutschsprachige Literatur ins Griechische und hat unter anderem die „Ανθολογία νέων Γερμανών ποιητών” (Anthologie junger deutscher Lyriker:innen) in eigener Übersetzung herausgegeben (Verlag Vakxikon, 2019). Ihre eigene Gedichtsammlung „Ορυζώνος και Κυκλάδων. 25 αστεϊσμοί για μια ευτοπία“ (Reisfeld- und Kykladenstraße) wurde 2016 im Perispomeni-Verlag veröffentlicht.</p>
<p>Die Bewerber:innen reichten einen kurzen Lebenslauf zusammen mit der angeforderten Übersetzungsprobe ein. Folgende Teilnehmer:innen wurden für den Übersetzungsworkshop ausgewählt: Anastasia Gkitsi, Katerina Liatzoura, Efstathia fMatzaridou, Akis Parafelas, Fotini Patinari und Maria Tziaouri-Hilmer.</p>
<p>Es sind Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, aber auch Gemeinsamkeiten wie dem Studium der Geisteswissenschaften, der Liebe zum Schreiben und zur Literatur im Allgemeinen und zum Übersetzen im Besonderen, mit wenig oder mehr Erfahrung in diesem Bereich und mit großer Experimentierlust und einem starken Wunsch nach Wissens- und Erfahrungserweiterung. Die Teilnahme an der Werkstatt, wie auch an allen Fortbildungen im Rahmen des digitalen Projekts META_GRAFES, war kostenlos.</p>
<p>Gegenstand des Übersetzungsworkshops META_GRAFES 1 war die Übersetzung deutschsprachiger Poesie ins Griechische. Die Auswahl der zu übersetzenden Gedichte traf Elena Pallantza aus dem Sammelband „Muse, die zehnte. Antworten auf Sappho von Mytilene“ (freiraum-verlag, Greifswald, 2014, hrsg. von Michael Gratz und Dirk Uwe Hansen), der exklusiv für diesen Band geschriebene Gedichte deutsch- und griechischsprachiger Dichter:innen zu Ehren von Sappho vereint. Somit legte Elena Pallantza die Latte von Anfang an sehr hoch, denn die teilnehmenden Übersetzer:innen sollten nicht bloß Gedichte zeitgenössischer, deutschsprachiger Dichter:innen übersetzen, sondern zugleich auch Gedichte, die von der gemäß Platon zehnten Muse der Poesie inspiriert sind.</p>
<p>Der Videokünstler Petros Kolotouros führt uns mit seinem Video direkt in den Workshop:</p>
<a href="https://diablog.eu/uebersetzung/meta_grafes-1-uebersetzung-deutschsprachiger-lyrik-ins-griechische/"><img decoding="async" src="https://diablog.eu/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F_N4VaOO6Ivc%2Fhqdefault.jpg" alt="YouTube Video"></a><br />Hinweis YouTube Video: Bei Klick auf den Player werden Tracking-Daten an Google - YouTube übertragen. → <a href="https://diablog.eu/datenschutzerklaerung/">Datenschutzerklärung</a><br /></p>
<h3 style="text-align: center;">Gedanken zum Einstieg</h3>
<p>Der Übersetzungsworkshop META_GRAFES 1 wurde in 12 Lerneinheiten (Unterrichtsstunden) abgehalten, 4 Stunden am Freitagnachmittag und 8 Stunden am Samstag.</p>
<p>Die Leiterin des Workshops begrüßte die Gruppe, stellte das Programm des Workshops vor und lud alle Teilnehmer:innen dazu ein, einige Worte zu sich selbst zu sagen. Dann ging es los.</p>
<p>Zunächst teilte Elena Pallantza mit der Gruppe einige Gedanken großer Denker:innen zum Thema Übersetzung, beginnend mit dem Sprichwort von Novalis „Am Ende ist alle Poesie Übersetzung“, über Walter Benjamin, der meinte, „alle Übersetzung ist nur eine irgendwie vorläufige Art, sich mit der Fremdheit der Sprachen auseinanderzusetzen“, um dann zu Borges zu gelangen, der die Übersetzung als „schöpferische, glückliche Untreue“ bezeichnet hat. Somit kamen gleich zu Anfang zwei Grundsatzfragen der Translationswissenschaft zur Sprache: zum einen die Übersetzbarkeit im Allgemeinen und zum anderen die Frage der Treue respektive der Freiheit im Übersetzungsprozess im Besonderen.</p>
<p>Danach ging Elena Pallantza konkret auf Übersetzung von Poesie ein, um zunächst zu betonen, wie wichtig die kreative Abkehr vom Original sowie auch die eventuelle Rückkehr zur Texttreue ist, denn die Übersetzer:innen testen die Grenzen der Sprache aus, in die sie übersetzen. Erwähnt wurde unter anderem auch die kürzlich mit dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds ausgezeichneten Übersetzerin und Autorin Ulrike Draesner: „Die Übersetzung von Gedichten ist nur unmöglich, wenn man von hundertprozentigen Akten der Nachahmung träumt. Doch wer wollte das? Und wer könnte das auch?“</p>
<p>Mit dieser Einführung, der darauf folgenden Diskussion und einem Gedankenaustausch wurde der wesentliche „theoretische“ Rahmen gesetzt, in dem die Gruppe bei der Übersetzung spezifischer Gedichte während des Workshops arbeiten würde.</p>
<h3 style="text-align: center;">In der Praxis</h3>
<p>Ziel des ersten Versuchs einer Gruppenübersetzung war die Übersetzung des Gedichtes „Mit Sappho im Hof“ von Odile Kennel, die jede:r Teilnehmer:in bereits mit seiner/ihrer Bewerbung zur Teilnahme am Workshop eingereicht hatte.</p>
<p>Nach der Lektüre des Gedichts folgte eine allgemeine Diskussion über das Gefühl, das jede:r Teilnehmer:in während der Arbeit mit dem Gedicht dazu entwickelt hatte, sowie über Rhythmus,  Struktur und  Inhalt des Gedichtes. Dann startete die gemeinsame Übersetzungsarbeit. Elena Pallantza leitete alle Teilnehmer:innen dazu an, die von ihnen vorgeschlagenen Übersetzungslösungen zu überdenken und diese entweder beizubehalten oder gegebenenfalls zu überarbeiten, nachdem sie die Lösungen der anderen gehört hatten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1164" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-5-1.png" alt="" width="789" height="586" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-5-1.png 789w, https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-5-1-300x223.png 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-5-1-768x570.png 768w" sizes="auto, (max-width: 789px) 100vw, 789px" /></p>
<p>Natürlich gab es an vielen Stellen unterschiedliche Übersetzungsvorschläge; Einigkeit herrschte in Bezug auf den Titel des Gedichtes, und aus „Mit Sappho im Hof“, den die meisten gewählt hatten, wurde schließlich der Titel „Im Hof mit Sappho“. Diese erste Gruppenübersetzung dauerte bis zum Ende des ersten Tages des Workshops. Die Übertragung dieses Gedichts rückte aber zugleich verschiedene Themen und Fragen in den Fokus der Diskussion, die während der Übersetzung aus dem Deutschen im Allgemeinen und bei der Übersetzung der Poesie im Besonderen auftauchen.</p>
<p>Erwähnenswert sind beispielhaft:</p>
<ol>
<li>Wie problematisch kann ein generischer Verweis auf ein Adjektiv im Griechischen sein, wenn das Geschlecht im Deutschen nicht ersichtlich ist und wie kann man diesen Verweis im Griechischen eventuell vermeiden?</li>
<li>Wird das lyrische Ich immer mit dem/der Dichter:in identifiziert?</li>
<li>Wird das deutsche Präteritum mit dem griechischen Imperfekt oder der Vergangenheitsform Aorist übersetzt?</li>
<li>In welchem Maß werden bei der Übersetzung Wiederholungen im Text respektiert und eingehalten und wann ist es erlaubt oder sogar angebracht, eine Wiederholung in der Übersetzung wegzulassen?</li>
<li>Wie kann das Sprachniveau und der Stil des Originals in Betracht gezogen werden?</li>
<li>Ist es erlaubt, bei der Übersetzung das Original zu interpretieren und mehr Information einfließen zu lassen, als dieses ursprünglich enthält?</li>
<li>Wie geht man mit Binnen- oder Stabreimen des Originals um und inwieweit könnte man diese an eine andere Stelle des Gedichts verschieben?</li>
</ol>
<p>Am Ende wurde einstimmig beschlossen, dass die gemeinsam erarbeitete Übersetzung noch nicht die letzte und finale Übersetzung dieses Gedichtes sein würde. Am nächsten Tag sollte es weitergehen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Gemeinsam und Einzeln</h3>
<p>Der zweite Tag des Workshops am Samstagmorgen begann mit der gemeinschaftlichen Übersetzung eines kleinen Gedichtes von Marianna Lanz mit dem Titel „dafür sieht man den Mond wieder“. Nach einer relativ schnell entstandenen Interlinearfassung ließ Elena Pallantza jede:n Teilnehmer:in für 10 Minuten allein an der Übersetzung arbeiten, um danach wieder zum Austausch im Plenum zusammenzukommen. Nun las jede:r Teilnehmer:in seine/ihre Version des Gedichtes vor. Viele Stellen aus der ersten Gruppenübersetzung waren beibehalten worden, jedoch fehlte es nicht an verschiedenen neuen Übersetzungsvorschlägen von allen Teilnehmer:innen, unabhängig davon, welche Erfahrungen sie im Schreiben oder Übersetzen mitbrachten. Danach sollte jeder die für ihn wichtigen Stellen aus seiner Übersetzung mit dem Fokus vor allem auf die Stellen erörtern, die von der Version der Gruppenübersetzung abwichen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1162" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-4.jpeg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-4.jpeg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-4-300x225.jpeg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-4-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Die Übersetzungsübungen anhand dieses kleinen Gedichts gingen weiter. Nach der erneuten Lektüre des Originals und der Gruppenübersetzung wollte Elena Pallantza die Kreativität der Gruppe entfachen und bat die Teilnehmer:innen ihre Notizen zu schließen und das Gedicht in Einzelarbeit aus dem Gedächtnis heraus noch einmal so zu schreiben, wie sie es in der Rolle eines Dichters/einer Dichterin schreiben würden. Obwohl es nur wenige offensichtliche Unterschiede zu den davor gehörten Übersetzungsversionen gab, kam der Übersetzungsprozess voran: Einige kreative Übersetzungsvorschläge wurden nun fallengelassen, denn man war zu der Ansicht gekommen – mal einstimmig, mal mehrheitlich –, dass diese sich zu weit vom Original entfernt hatten.</p>
<h3 style="text-align: center;">Über Sappho und noch mehr</h3>
<p>Nun kam noch ein Gast dazu: Der Altphilologe Dr. Dirk Uwe Hansen, einer der beiden Herausgeber des Bandes „Muse, die zehnte. Antworten auf Sappho von Mytilene“, erzählte über sein Engagement für Sappho, dieses besondere Verlagsprojekt und die Reaktionen deutschsprachiger Dichter:innen auf seinen Aufruf, sich an diesem Sammelband zu beteiligen. Des Weiteren sprach er darüber, wie die Dichterin Sappho im deutschsprachigen Raum im Allgemeinen wahrgenommen wird, und über das widersprüchliche Phänomen der großen Begeisterung, wenn der Name Sappho fällt, und der nicht so großen Publikumsresonanz beim Kauf der dichterischen Sammlung, was bestätigt, dass Poesie weder in Griechenland noch in Deutschland großes Marktpotential hat.</p>
<p>Elena Pallantza bat Dirk Uwe Hansen im Laufe der Diskussion über die Rolle zu sprechen, die Sappho in seinen eigenen poetischen Kreationen gespielt hatte, und er erzählte, dass er beim Übersetzen von Sapphos Werk dieses auch als Mittel genutzt habe, um seinen eigenen Stil zu finden und zu pflegen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1168" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-7.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-7.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-7-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/mg1-7-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Mit ihrer letzten Frage an Dirk Uwe Hansen wandte sich Elena Pallantza an seine Fachkenntnis als Übersetzer zeitgenössischer griechischer Poesie, und er wies auf seine achtjährige Zusammenarbeit mit Giorgos Kartakis sowie mit ihr selbst hin, und dass er es nicht wagen würde, ganz allein aus einer Sprache zu übersetzen, die er nicht gut genug kenne: er beherrsche zwar die altgriechische Sprache, nicht jedoch die neugriechische.</p>
<h3 style="text-align: center;">Was will der Dichter sagen?</h3>
<p>Elena Pallantza überraschte Dirk Uwe Hansen mit der Bitte, weiter am Workshop teilzunehmen, falls er Zeit habe, um dabei zu sein, wenn die Gruppe versuchen würde, sein Gedicht mit dem Titel „die zehnten musen“ aus der Sammlung zu übersetzen. Dirk Uwe Hansen nahm das Angebot freudig und gespannt an und die Gruppenarbeit begann aufs Neue.</p>
<p>Zunächst stellte Elena Pallantza der Gruppe und dem Dichter eine Wort-für-Wort-Übersetzung ohne literarischen Anspruch in griechischer Sprache vor, die, wie sie betonte, als Grundlage für die eigentliche Übersetzungsarbeit dienen würde. Vor dem Beginn der Gruppenübersetzung wurde der Dichter gebeten, sein Gedicht vorzulesen. Gleich danach wurden Fragen an den Dichter gestellt – ein Beweis dafür, wie wichtig die Kommunikation mit dem Autor bei der Übersetzung zeitgenössischer Poesie ist.</p>
<p>So stellte sich heraus, dass Dirk Uwe Hansen die scheinbaren Rechtschreibfehler des Gedichts einer dem griechischen Publikum unbekannten deutschen Dichterin aus der Barockzeit, Sibylla Schwarz, entlehnt hatte. Dies warf die Frage der intertextuellen Referenzen in den Raum, der Schwierigkeit oder sogar Unfähigkeit des Übersetzers, diese wahrzunehmen oder zu verstehen, bis hin zur Notwendigkeit erklärender Fußnoten. Am Ende waren sowohl das Übersetzerteam als auch der Dichter sehr zufrieden mit den Entscheidungen und dem Ergebnis des gemeinschaftlichen Übersetzungsprozesses.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1166" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-6.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-6.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-6-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/MG1-6-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<h3 style="text-align: center;">Und die Arbeit geht weiter …</h3>
<p>Nachdem sich Dirk Uwe Hansen verabschiedet hatte, kam die Gruppe wieder auf die Übersetzung des Gedichts von Marianna Lanz zurück, mit der sie sich eine halbe Stunde beschäftigte und schließlich einige endgültige Entscheidungen traf.</p>
<p>Anschließend gingen die Teilnehmer:innen für eine Stunde als Zweiergruppen in drei Breakout-Rooms und konnten so an unterschiedlichen Gedichten arbeiten und diese von Anfang an übersetzen.</p>
<p>Anastasia Gkitsi und Katerina Liatzoura arbeiteten an den Gedichten „Mühle, die Zeit“ von Birgit Kreipe und „Gärten III“ von Anja Kampmann, Efstathia Matzaridou und Akis Parafelas an dem etwas längeren Gedicht „Ich sag“ von Anne Martin und Fotini Patinari und Maria Tziaouri-Hilmer an den Gedichten „Tonscherbe, griechisch“ von Andreas Hutt und „Gärten II“ von Anja Kampmann. Nach einer Stunde wechselte die Zusammensetzung der Paare noch zweimal und jedes neu zusammengesetzte Paar arbeitete an einem oder zwei der bereits übersetzten Gedichte für jeweils zwanzig Minuten. So wurde jedes Gedicht von mindestens vier Personen bearbeitet, die sukzessive Änderungen und Korrekturen an der ersten Übersetzung vornahmen.</p>
<p>Die endgültige Form jedes übersetzten Gedichts, die das Ergebnis der paarweisen Übersetzungsarbeit war, wurde von der gesamten Gruppe gemeinsam geprüft und überarbeitet, wobei manchmal endgültige Lösungen gefunden wurden und manchmal nicht, was anschaulich zeigte, dass eine Übersetzung nicht immer innerhalb eines vorab bestimmten Zeitrahmens fertiggestellt werden kann und sollte.</p>
<h3 style="text-align: center;">Bilanz</h3>
<p>Am Ende des Workshops trugen Elena Pallantza und die Teilnehmer:innen ihre Erfahrungen zusammen: Das vorherrschende Klima der Zusammenarbeit wurde gelobt, die Wahrnehmung der Schwierigkeiten betont, die die Übersetzungsarbeit im Allgemeinen und die Übersetzung von Poesie im Besonderen mit sich bringt, sowie die Wichtigkeit der Zusammenarbeit während des Übersetzungsprozesses oder zumindest des sogenannten Vier-Augen-Prinzips hervorgehoben. Und wie erwartet wurden der Wunsch und die Zusicherung für zukünftige Übersetzungskooperationen geäußert.</p>
<p><span class="textinfo">Text: Alexandros Kypriotis.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>META_GRAFES Deutsch-griechische digitale Fortbildungsreihe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 17:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Zeit ist reif für META_GRAFES // Das neue Projekt von Diablog Vision e. V.  in Kooperation mit Lettrétage e. V. Mit einer digitalen Fortbildungsreihe widmet Diablog Vision e. V. diesen Herbst dem Literarischen Übersetzen. ... <p class="read-more-container"><a title="META_GRAFES Deutsch-griechische digitale Fortbildungsreihe" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/metagrafes-deutsch-griechische-digitale-fortbildungsreihe/#more-530" aria-label="Mehr Informationen über META_GRAFES Deutsch-griechische digitale Fortbildungsreihe">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Die Zeit ist reif für META_GRAFES // Das neue Projekt von Diablog Vision e. V.  in Kooperation mit Lettrétage e. V.</span></p>
<p><span class="einleitung">Mit einer digitalen Fortbildungsreihe widmet Diablog Vision e. V. diesen Herbst dem Literarischen Übersetzen. Von September bis November 2021 finden insgesamt 5 Veranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten statt, die Teilnahme ist kostenlos. Zu den Podiumsgesprächen am 6. Oktober, 3. u. 25. November sind alle Interessierten herzlich eingeladen.</span></p>
<p>Das Projekt META_GRAFES ist die Weiterführung der Projekte und Veranstaltungen der vergangenen Jahre:</p>
<ul>
<li>Nach dem griechisch-deutschen Literatursymposium „Syn_Energy Berlin_Athens“ im Literaturhaus Lettrétage in Berlin, in dessen Verlauf sich mehr als 20 Teilnehmer:innen in Text und Diskussion begegneten,</li>
<li>nach der Reise von „Syn_Energy“ mit Lyriker:innen ans Goethe-Institut Athen,</li>
<li>nach der Lesereihe „Greek Writers@Berlin“, die ebenfalls in der Lettrétage Lyrik, performatives Schreiben und Prosa erschloss,</li>
</ul>
<p>nutzt Diablog Vision e.V. die digitale Erfahrung der Corona-Zeit, die manche zu Digital Immigrants und andere zu Digital Experts gemacht hat und geht noch einen Schritt weiter.</p>
<p>Die deutsch-griechische digitale Fortbildungsreihe META_GRAFES mit Schwerpunkt Literaturübersetzung macht diejenigen sichtbar, die in verschiedensprachigen Literaturszenen arbeiten, und lässt sie in 2 Übersetzungsworkshops und 3 Podiumsgesprächen zu Wort kommen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1207 aligncenter" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/postkarte_D_S_01.jpg" alt="" width="839" height="595" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/postkarte_D_S_01.jpg 839w, https://medien.diablog.eu/2021/10/postkarte_D_S_01-300x213.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/postkarte_D_S_01-768x545.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px" /></p>
<p>Unter Leitung zweier erfahrener Übersetzerinnen wird deutschsprachige Lyrik ins Griechische und griechische Prosa ins Deutsche übersetzt. Anerkannte Expert:innen tauschen sich sowohl über Theorie und Praxis der Übersetzung als auch &#8211; kurz nach der Frankfurter Buchmesse &#8211; über „kleine“ Sprachen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt aus. In einer Abschlussveranstaltung im Rahmen der Internationalen Buchmesse Thessaloniki werden dem Publikum die Ergebnisse der digitalen Fortbildungsreihe META_GRAFES präsentiert und zur Diskussion gestellt.</p>
<p>Das Projekt META_GRAFES, konzipiert von Dr. Michaela Prinzinger, Vorsitzende von Diablog Vision e. V., wird durch den Projektfonds des Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.</p>
<p>Der gemeinnützige Verein Diablog Vision e.V. ist im Jahre 2017 aus dem zweisprachigen Kulturportal www.diablog.eu, deutsch-griechische Begegnungen hervorgegangen, das seit 2014 der Vermittlung zeitgenössischer Kultur im deutsch- und griechischsprachigen Raum dient.</p>
<h2>ÜBERSETZUNGSWORKSHOPS</h2>
<h3>META_GRAFES 1</h3>
<p>Freitag, 3. u. Samstag, 4. September 2021<br />
<strong>Thema: Übersetzung deutschsprachiger Lyrik ins Griechische</strong></p>
<p><strong>Werkstattleitung:</strong><br />
Dr. Elena Pallantza / Gräzistin, Literaturübersetzerin, Lehrbeauftragte für Neugriechische Sprache und Literatur an der Universität Bonn</p>
<p><strong>Eingeladener Referent:</strong><br />
Dr. Dirk Uwe Hansen / Altphilologe, Dichter, Lyrikübersetzer</p>
<p>Übersetzer:innen aus dem Deutschen ins Griechische erhalten die Gelegenheit, gemeinsam an Gedichten von zeitgenössischen deutschsprachigen Lyriker:innen zu arbeiten und übersetzungsrelevante Themen zu behandeln. Die zu übersetzenden Texte werden vorab an die Teilnehmer:innen versandt. Im Mittelpunkt der 2-tägigen Werkstatt steht die intensive Diskussion der vorliegenden Übersetzungen. Ausgehend von den konkreten Textbeispielen werden im kollegialen Gespräch die spezifischen Probleme des Übersetzens zwischen der deutschen und griechischen Sprache, aber auch grundsätzliche Fragen des literarischen Übersetzens behandelt.</p>
<p>Plätze: Bis zu 6 Teilnehmer:innen<br />
Teilnahme: Nach Bewerbung und Einreichen von Probeübersetzung<br />
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos<br />
Dauer: 12 Unterrichtsstunden (Freitagnachmittag und Samstag)<br />
Bewerbungsschluss: 20. August 2021</p>
<h3>META_GRAFES 3</h3>
<p>Freitag, 22. u. Samstag, 23, Oktober 2021<br />
<strong>Thema: Übersetzung griechischer Prosa ins Deutsche</strong></p>
<p><strong>Werkstattleitung:</strong><br />
Dr. Michaela Prinzinger / Neogräzistin, Literaturübersetzerin, Vorsitzende von Diablog Vision e. V.</p>
<p><strong>Eingeladene Referentin: </strong>Ursula Foskolou / Autorin</p>
<p>Übersetzer:innen aus dem Griechischen ins Deutsche erhalten die Gelegenheit, gemeinsam an Prosatexten von zeitgenössischen griechischsprachigen Autor:innen zu arbeiten und übersetzungsrelevante Themen zu behandeln.</p>
<p>Plätze: Bis zu 6 Teilnehmer:innen<br />
Teilnahme: Nach Bewerbung und Einreichen von Probeübersetzung<br />
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos<br />
Dauer: 12 Unterrichtsstunden (Freitagnachmittag und Samstag)<br />
Bewerbungsschluss: 20. August 2021</p>
<h2>PODIUMSGESPRÄCHE</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1201 aligncenter" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_02.jpg" alt="" width="1024" height="536" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_02.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_02-300x157.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_02-768x402.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<h3>META_GRAFES 2</h3>
<p>Mittwoch, 6. Oktober 2021, 18.00 Uhr &#8211; 19.30 Uhr (UTC +2)<br />
<strong>Thema: Theorie und Praxis der Übersetzung</strong></p>
<p><strong>Podiumsteilnehmer:innen:</strong><br />
Spiros Moskovou / Literaturübersetzer, Journalist, Leiter der Griechischen Redaktion der DW,<br />
Dr. Alexandra Rassidakis / Professorin für germanistische Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Aristoteles Universität Thessaloniki, Übersetzerin deutsch- und griechischsprachiger Literatur,<br />
Kostas Spatharakis / Verleger (antipodes Verlag), Lektor und Übersetzer</p>
<p><strong>Moderatorin:</strong><br />
Ioanna Meitani / Germanistin, Lektorin, Literaturübersetzerin</p>
<p>Arbeitssprache: Griechisch</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1203 aligncenter" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_04.jpg" alt="" width="1024" height="536" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_04.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_04-300x157.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_04-768x402.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<h3>META_GRAFES 4</h3>
<p>Mittwoch, 3. November 2021, 18.00 Uhr &#8211; 19.30 Uhr (UTC +1)<br />
<strong>Thema: „Kleine“ Sprachen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt</strong></p>
<p><strong>Podiumsteilnehmer:innen:</strong><br />
Ingo Držečnik / Germanist, Geschichts- und Politikwissenschaftler, Verleger (Elfenbein Verlag, Berlin),<br />
Sebastian Guggolz / Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler, Verleger (Guggolz Verlag, Berlin),<br />
Erika Hornbogner / Verlagsleiterin (Drava Verlag, Klagenfurt)</p>
<p><strong>Moderator:</strong><br />
Theo Votsos / Übersetzer deutschsprachiger und griechischer Literatur, Freier Kulturredakteur</p>
<p>Arbeitssprache: Deutsch</p>
<h2>ABSCHLUSSVERANSTALTUNG</h2>
<p>Im Rahmen der 18. Internationalen Buchmesse Thessaloniki</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1205 aligncenter" src="https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_05.jpg" alt="" width="1024" height="536" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_05.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_05-300x157.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/10/FB_MG_05-768x402.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<h3>META_GRAFES 5</h3>
<p>Donnerstag, 25. November 2021, 18.00 Uhr &#8211; 19.00 Uhr (UTC +1)<br />
<strong>Thema: Resultate der Fortbildungsseminare</strong></p>
<p><strong>Podiumsteilnehmer:innen:<br />
</strong>Ioanna Meitani / Germanistin, Lektorin, Literaturüberetzerin,<br />
Dr. Elena Pallantza / Gräzistin, Literaturübersetzerin, Lehrbeauftragte für Neugriechische Sprache und Literatur an der Universität Bonn,<br />
Dr. Michaela Prinzinger / Neogräzistin, Literaturübersetzerin, Vorsitzende von Diablog Vision e. V.,<br />
Theo Votsos / Übersetzer deutschsprachiger und griechischer Literatur, Freier Kulturredakteur</p>
<p><strong>Moderator:</strong> Kostas Agorastos / Journalist, Chefredakteur von bookpress.gr</p>
<p>Arbeitssprache: Griechisch</p>
<p><strong>Videokünstler:innen:</strong> Alkistis Kafetzi / Petros Kolotouros</p>
<p><strong>Info:</strong> events@diablog.eu</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>META_GRAFES Teil II: Online-Übersetzungsworkshop griechischer Prosa ins Deutsche am 10. und 11. September 2021</title>
		<link>https://diablog.eu/uebersetzung/ausschreibung-meta_grafes-online-uebersetzungsworkshop-griechischer-prosa-ins-deutsche-am-10-und-11-september-2021/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 09:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[META_GRAFES Teil II: Online-Übersetzungsworkshop griechischer Prosa ins Deutsche ausgeschrieben! Aufgrund der Ferienzeit und der Nachfrage wurde die Bewerbungsfrist bis 20. August 2021 verlängert. Am 10. und 11. September 2021 können sich ingesamt 6 Teilnehmer:innen in ... <p class="read-more-container"><a title="META_GRAFES Teil II: Online-Übersetzungsworkshop griechischer Prosa ins Deutsche am 10. und 11. September 2021" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/ausschreibung-meta_grafes-online-uebersetzungsworkshop-griechischer-prosa-ins-deutsche-am-10-und-11-september-2021/#more-525" aria-label="Mehr Informationen über META_GRAFES Teil II: Online-Übersetzungsworkshop griechischer Prosa ins Deutsche am 10. und 11. September 2021">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">META_GRAFES Teil II: Online-Übersetzungsworkshop griechischer Prosa ins Deutsche ausgeschrieben! Aufgrund der Ferienzeit und der Nachfrage wurde die Bewerbungsfrist bis 20. August 2021 verlängert. Am 10. und 11. September 2021 können sich ingesamt 6 Teilnehmer:innen in einer 2-tägigen Werkstatt über ihre Texte austauschen. Ergreifen Sie die Gelegenheit zur beruflichen Weiterbildung! Die Leiterin Michaela Prinzinger freut sich auf Ihre Bewerbung.</span></p>
<p>Ebenso ist ein Online-Übersetzungsworkshops deutscher Lyrik ins Griechische mit Elena Pallantza am 3. und 4. September 2021 ausgeschrieben, die Ausschreibung finden Sie <a href="https://diablog.eu/allgemein/ausschreibung-meta-grafes-online-uebersetzungsworkshop-deutscher-lyrik-ins-griechische-3-und-4-september-2021/">hier</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-526 aligncenter" src="https://medien.diablog.eu/2021/11/meta-grafes-2.jpg" alt="zwei Bleistifte eine Brille und Text auf Deutsch und Griechisch" width="1024" height="668" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/11/meta-grafes-2.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/11/meta-grafes-2-300x196.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/11/meta-grafes-2-768x501.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 style="text-align: center;">META_GRAFES Teil II: Online-Übersetzungsworkshop<br />
griechischer Prosa ins Deutsche<br />
am 10. und 11. September 2021</h3>
<p><em>Gefördert durch den Projektfonds des Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, durchgeführt von Diablog Vision e. V. in Kooperation mit Lettrétage e. V.</em></p>
<p>Wir laden ein zu META_GRAFES Teil II: Griechisch-Deutscher Online-Übersetzungsworkshop Prosa, bei dem Übersetzer:innen aus dem Griechischen ins Deutsche die Gelegenheit erhalten, gemeinsam an Prosatexten von zeitgenössischen griechischen Autor:innen zu arbeiten und übersetzungsrelevante Themen zu behandeln. Im Mittelpunkt der 2-tägigen Werkstatt steht die intensive Diskussion der vorliegenden Übersetzungen.</p>
<p>Die zu übersetzenden Texte werden vorab an die Teilnehmer·innen versandt. Ausgehend von den konkreten Textbeispielen, werden im kollegialen Gespräch die spezifischen Probleme des Übersetzens zwischen der griechischen und deutschen Sprache, aber auch grundsätzliche Fragen des literarischen Übersetzens behandelt. Der Workshop ist offen für bis zu 6 Teilnehmer:innen, die Arbeitssprache ist Deutsch. Der Autor/die Autorin wird als Referent:in eingeladen.</p>
<p>Die Nachbereitung des Workshops enthält die Publikation der Ergebnisse in Print- und Onlinezeitschriften, die Erstellung eines künstlerischen Kurzvideos mit Arbeitsmaterialien aller Teilnehmer:innen und eine Präsentation im Zuge der Buchmesse Thessaloniki 24.-28. November 2021.</p>
<p>Außerdem finden im Rahmen der digitalen Fortbildungsreihe META_GRAFES am 3. und 4. September 2021 ein Übersetzungsworkshop deutschsprachiger Lyrik ins Griechische sowie die Seminare „Theorie und Praxis der Übersetzung“ am 6. Oktober 2021 und „Kleine Sprachen und die deutschsprachige Literaturszene“ am 3. November 2021 statt.</p>
<p><strong>Werkstattleitung:</strong> Michaela Prinzinger</p>
<p><strong>Teilnehmerkreis:</strong> Übersetzer:innen mit der Sprachrichtung Griechisch-Deutsch</p>
<p><strong>Dauer:</strong> 12 Unterrichtsstunden von Freitagnachmittag, 10. September 2021, bis Samstag (ganztägig), 11. September 2021.</p>
<p><strong>Kosten:</strong> Die Teilnahme ist kostenlos.</p>
<p><strong>Neuer Bewerbungsschluss:</strong> 20. August 2021.</p>
<p><strong>Bewerbungsunterlagen:</strong></p>
<p>– kurze formlose Biobibliographie des Bewerbers/der Bewerberin (auf Deutsch oder Griechisch).<br />
– die Übersetzung eines kurzen Prosatextes. Wir bitten die Bewerber:innen, den Text per E-Mail (web@diablog.eu) anzufordern.</p>
<p>Eine Teilnahme ist nur für die gesamte Dauer des Workshops möglich.</p>
<p>Bitte alle Bewerbungsunterlagen namentlich kennzeichnen und in getrennten Dateien per E-Mail einsenden an:<br />
web@diablog.eu; Betreff: META_GRAFES: Prosa.<br />
Sie erhalten eine Eingangsbestätigung per E-Mail.</p>
<p>Medienpartner ist das von Übersetzer:innen betriebene zweisprachige Kulturportal www.diablog.eu, deutsch-griechische Begegnungen.</p>
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		<item>
		<title>META_GRAFES Teil I: Online-Übersetzungsworkshop deutscher Lyrik ins Griechische am 3. und 4. September 2021</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 07:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[META_GRAFES Teil I: Online-Übersetzungsworkshop deutscher Lyrik ins Griechische ausgeschrieben! Aufgrund der Ferienzeit und der Nachfrage wurde die Bewerbungsfrist bis 20. August 2021 verlängert. Am 3. und 4. September 2021 können sich insgesamt 6 Teilnehmer:innen in ... <p class="read-more-container"><a title="META_GRAFES Teil I: Online-Übersetzungsworkshop deutscher Lyrik ins Griechische am 3. und 4. September 2021" class="read-more button" href="https://diablog.eu/uebersetzung/ausschreibung-meta-grafes-online-uebersetzungsworkshop-deutscher-lyrik-ins-griechische-3-und-4-september-2021/#more-524" aria-label="Mehr Informationen über META_GRAFES Teil I: Online-Übersetzungsworkshop deutscher Lyrik ins Griechische am 3. und 4. September 2021">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">META_GRAFES Teil I: Online-Übersetzungsworkshop deutscher Lyrik ins Griechische ausgeschrieben! Aufgrund der Ferienzeit und der Nachfrage wurde die Bewerbungsfrist bis 20. August 2021 verlängert. Am 3. und 4. September 2021 können sich insgesamt 6 Teilnehmer:innen in einer 2-tägigen Werkstatt über ihre Texte austauschen. Ergreifen Sie die Gelegenheit zur beruflichen Weiterbildung! Die Leiterin Elena Pallantza freut sich auf Ihre Bewerbung.</span></p>
<p>Den Link zur Ausschreibung eines gleichartigen Online-Übersetzungsworkshops griechischer Prosa ins Deutsche mit Michaela Prinzinger am 9. und 10. September 2021 finden Sie <a href="https://diablog.eu/allgemein/ausschreibung-meta_grafes-online-uebersetzungsworkshop-griechischer-prosa-ins-deutsche-am-10-und-11-september-2021/">hier</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1216 aligncenter" src="https://medien.diablog.eu/2021/07/meta-grafes-3.jpg" alt="zwei Bleistifte und Text auf Deutsch und Griechisch" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/07/meta-grafes-3.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/07/meta-grafes-3-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/07/meta-grafes-3-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<h3 style="text-align: center;">META_GRAFES Teil I: Online-Übersetzungsworkshop<br />
deutscher Lyrik ins Griechische<br />
am 3. und 4. September 2021</h3>
<p><em>Gefördert durch den Projektfonds des Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, durchgeführt von Diablog Vision e. V. in Kooperation mit Lettrétage e. V.</em></p>
<p>Wir laden ein zu META_GRAFES Teil I: Deutsch-Griechischer Online-Übersetzungsworkshop Lyrik, bei dem Übersetzer:innen aus dem Deutschen ins Griechische die Gelegenheit erhalten, gemeinsam an Gedichten von zeitgenössischen deutschsprachigen Lyriker:innen zu arbeiten und übersetzungsrelevante Themen zu behandeln. Im Mittelpunkt der 2-tägigen Werkstatt steht die intensive Diskussion der vorliegenden Übersetzungen.</p>
<p>Die zu übersetzenden Texte werden vorab an die Teilnehmer:innen versandt. Ausgehend von den konkreten Textbeispielen werden im kollegialen Gespräch die spezifischen Probleme des Übersetzens zwischen der deutschen und griechischen Sprache, aber auch grundsätzliche Fragen des literarischen Übersetzens behandelt. Der Workshop ist offen für bis zu 6 Teilnehmer:innen, die Arbeitssprache ist Griechisch. Der Autor/die Autorin wird als Referent:in eingeladen.</p>
<p>Die Nachbereitung des Workshops enthält die Publikation der Ergebnisse in Print- und Onlinezeitschriften, die Erstellung eines künstlerischen Kurzvideos mit Arbeitsmaterialien aller Teilnehmer:innen und eine Präsentation im Zuge der Buchmesse Thessaloniki 24.-28. November 2021.</p>
<p>Außerdem finden im Rahmen der digitalen Fortbildungsreihe META_GRAFES am 10. und 11. September 2021 ein Übersetzungsworkshop griechischer Prosa ins Deutsche sowie die Seminare „Theorie und Praxis der Übersetzung“ am 6. Oktober 2021 und „Kleine Sprachen und die deutschsprachige Literaturszene“ am 3. November 2021 statt.</p>
<p><strong>Werkstattleitung:</strong> Elena Pallantza</p>
<p><strong>Teilnehmerkreis:</strong> Übersetzer:innen mit der Sprachrichtung Deutsch-Griechisch</p>
<p><strong>Dauer:</strong> 12 Unterrichtsstunden von Freitagnachmittag, 3. September 2021, bis Samstag (ganztägig), 4. September 2021.</p>
<p><strong>Kosten:</strong> Die Teilnahme ist kostenlos.</p>
<p><strong>Neuer Bewerbungsschluss:</strong> 20. August 2021.</p>
<p><strong>Bewerbungsunterlagen:</strong></p>
<p>– kurze formlose Biobibliographie des Bewerbers/der Bewerberin (auf Griechisch oder Deutsch).<br />
– die Übersetzung eines Gedichts. Wir bitten die Bewerber:innen, den Text per E-Mail (web@diablog.eu) anzufordern.</p>
<p>Eine Teilnahme ist nur für die gesamte Dauer des Workshops möglich.</p>
<p>Bitte alle Bewerbungsunterlagen namentlich kennzeichnen und in getrennten Dateien per E-Mail einsenden an:<br />
web@diablog.eu; Betreff: META_GRAFES: Lyrik.<br />
Sie erhalten eine Eingangsbestätigung per E-Mail.</p>
<p>Medienpartner ist das von Übersetzer:innen betriebene zweisprachige Kulturportal www.diablog.eu, deutsch-griechische Begegnungen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Iakovos Kambanellis&#8216; Werk in Wien</title>
		<link>https://diablog.eu/literatur/iakovos-kambanellis-in-wien-mauthausen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 18:02:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Elena Strubakis präsentiert in Kooperation mit der Diplomatischen Akademie vom 22. bis zum 24. Juli 2021 zu Ehren von Iakovos Kambanellis und seinem einzigen Prosawerk ein weiteres künstlerisches Projekt mit hundert bildenden Künstlerinnen und Künstlern. ... <p class="read-more-container"><a title="Iakovos Kambanellis&#8216; Werk in Wien" class="read-more button" href="https://diablog.eu/literatur/iakovos-kambanellis-in-wien-mauthausen/#more-523" aria-label="Mehr Informationen über Iakovos Kambanellis&#8216; Werk in Wien">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Elena Strubakis präsentiert in Kooperation mit der Diplomatischen Akademie vom 22. bis zum 24. Juli 2021 zu Ehren von Iakovos Kambanellis und seinem einzigen Prosawerk ein weiteres künstlerisches Projekt mit hundert bildenden Künstlerinnen und Künstlern.</span></p>
<p>Iakovos Kambanellis (1921-2011) ist dem breiteren Publikum durch die Vertonung seiner Gedichte durch Mikis Theodorakis bekannt, insbesondere durch die berühmte „Mauthausen-Kantate“.</p>
<p>Als junger Mann wurde Kambanellis 1943 beim Versuch, aus dem von der Wehrmacht besetzten Griechenland in die Schweiz zu fliehen, in Österreich verhaftet und mit der Häftlingsnummer 10205 ins österreichische Konzentrationslager Mauthausen verbracht. Bis zum 5. Mai 1945 blieb er dort gefangen, als US-amerikanische Truppen das KZ stürmten und die Häftlinge befreiten.</p>
<p>Die einschlägige Literatur endet meist mit der Befreiung. Anders bei Kambanellis, seine Aufzeichnungen beginnen erst mit diesem Tag. Er beschreibt die Zeit danach: Frauen, Männer und Kinder mussten im Lager weiterhin ausharren, weil keine Transportmittel zur Verfügung standen und weil sie in ihrem desolaten Zustand eine Reise nicht überlebt hätten.</p>
<figure id="attachment_1221" aria-describedby="caption-attachment-1221" style="width: 557px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1221" src="https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-1.png" alt="Schwarzweissporträt und Buchtitel" width="567" height="427" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-1.png 567w, https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-1-300x226.png 300w" sizes="auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px" /><figcaption id="caption-attachment-1221" class="wp-caption-text">Der junge Iakovos Kambanellis ©Albin Michel // Die erste Ausgabe von „Mauthausen“, 1963 ©Kedros Verlag</figcaption></figure>
<p>Kambanellis berichtet in seinem Buch auch von den Reaktionen der Bevölkerung in den umliegenden Dörfern und schildert den Weg in den Alltag. Die Griechinnen und Griechen des Lagers hatten ihn zu ihrem Delegierten für das internationale Lagerkomitee ernannt, er verhandelte mit den Befreiern. 150 jüdische Griechinnen, die trotz des Verbots der Briten nach Palästina wollten, baten ihn, sie nicht allein zu lassen, nicht vor ihnen aufzubrechen. Gemeinsam mit ihnen flüchtete er schließlich heimlich in Lkws, deren Ladung als „Kartoffeln“ deklariert war. Nach seiner Rückkehr nach Athen schrieb Kambanellis Theaterstücke und wurde zu einem der bedeutendsten Bühnen- und Filmautoren Griechenlands. Dieses Jahr feiert Griechenland den 100. Geburtstag des „Vaters des neugriechischen Theaters“, das Ministerium für Kultur und Sport hat das Jahr 2022 zum „Iakovos Kambanellis-Jahr“ erklärt.</p>
<p>Erst 1963 publizierte Kambanellis seine Erinnerungen unter dem schlichten Titel „Mauthausen“. Eine überarbeitete Fassung erschien 1995, insgesamt erschienen beim Kedros Verlag mehr als 30 Auflagen. Sein einziges Prosawerk wurde in viele Sprachen übersetzt, erst 2010, fast fünfzig Jahre später, erschien die deutsche Ausgabe in der Übersetzung von Elena Strubakis unter dem Titel „Die Freiheit kam im Mai“ im Wiener Ephelant Verlag.</p>
<p>Christian Angerer von der Gedenkstätte Mauthausen hatte mit Nina Aichberger Unterrichtsmaterialien erstellt, die an das Kapitel „Ein Staat ohne Grenzen“ angelehnt waren. Elena Strubakis gestaltete gemeinsam mit ihm ein „Lehrbuch für Jung und Alt“. Sie erweiterten die Materialien, fügten Fragen und weitere Informationen hinzu, bereicherten sie mit der wunderbaren Lyrik von Kambanellis‘ „Mauthausen-Kantate“ und schlossen die acht Bilder mit ein, die Strubakis  während der Übersetzung gemalt hatte. Das Buch erschien unter dem Titel „Gute Zeichen“.</p>
<figure id="attachment_1223" aria-describedby="caption-attachment-1223" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1223" src="https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-2.png" alt="Frauenporträt und Buchtitel" width="620" height="461" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-2.png 620w, https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-2-300x223.png 300w" sizes="auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px" /><figcaption id="caption-attachment-1223" class="wp-caption-text">Elena Strubakis//Umschlag von „Gute Zeichen“, 2018, Ephelant Verlag Wien, beides ©Elena Strubakis</figcaption></figure>
<p>Die positive Resonanz darauf veranlasste Elena Strubakis weiterzuarbeiten. Nun sollten andere bildende Künstlerinnen und Künstler zu „Erzählerinnen“ und „Erzählern“ des Prosawerkes werden. Sie lud Kolleg:innen aus dem deutschsprachigen Raum ein, mitzuwirken: Sie sollten das gesamte Buch bildnerisch umsetzen.</p>
<p>Es ist nicht das erste Großprojekt von Elena Strubakis zu diesem Thema. Bereits am 7. Oktober 2018 hatte sie zusammen mit Prof. Dr. Franz Richard Reiter die „Marathonkonzertlesung&#8220; auf dem Wiener Stephansplatz in einem Zelt veranstaltet. 100 Persönlichkeiten lasen damals in über 14 Stunden das gesamte Buch. Der ORF besorgte den Livestream.</p>
<figure id="attachment_1225" aria-describedby="caption-attachment-1225" style="width: 523px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1225" src="https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-3.png" alt="Toreinfahrt und Poster" width="533" height="432" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-3.png 533w, https://medien.diablog.eu/2021/06/kambanellis-3-300x243.png 300w" sizes="auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px" /><figcaption id="caption-attachment-1225" class="wp-caption-text">Portal der Diplomatischen Akademie Wien // Vorankündigung der Werkschau, beides ©Elena Strubakis</figcaption></figure>
<p>Der Einladung zum jetzigen Projekt folgten Künstlerinnen und Künstler sowie Schülerinnen und Schüler mit großem Engagement und Begeisterung. Die berühmte Fotografin Lisl Steiner, der Philhellene, Übersetzer und Maler Otto Staininger, die auch als Model bekannte Malerin Britta Dion zeigen neben vielen anderen ein Bild zu je einer Passage. Die verbildlichte Erzählung von Kambanellis´ Buch wird nun vom 22. bis zum 24. Juli 2021 als multimediale Werkschau in der Diplomatischen Akademie Wien erstmals dem Publikum gezeigt. Die gemeinschaftliche Präsentation von rund 100 Kunstwerken an einem Ort zum Thema Nationalsozialismus und KZ Mauthausen ist ein Novum. Das Event „Hundert  Künstlerinnen und Künstler – Hundert Kunstwerke der Freiheit“ steht unter der Ägide von Kardinal Christoph Schönborn, Oberrabbiner Jaron Engelmayer, Bischof Michael Chalupka und Metropolit Arsenios Kardamakis.</p>
<p><em><strong>Elena Strubakis</strong>, geboren 1963 in Wien, ist seit ihrer Kindheit künstlerisch tätig und wurde von Oskar Kokoschka unterrichtet. Mit 12 Jahren zog sie zu ihrer Familie nach Griechenland. Dort eignete sie sich die Techniken der Ikonenmalerei an. Zurück in Wien studierte sie Architektur und arbeitete im Bereich Entwurf im öffentlichen Bau und später als funktionale Planerin. Als Architektin wurde Elena Strubakis international bekannt durch ihre innovativen Planungen von Krankenhäusern, als bildende Künstlerin hingegen für ihre großflächigen Werke in Öl, die sie später zu Zyklen formte, wie es ihr Oswald Oberhuber beigebracht hatte. Für die Übertragung von Kambanellis´ „Mauthausen“ ins Deutsche, das unter dem Titel „Die Freiheit kam im Mai“ erschien, erhielt sie 2010 eine Übersetzungsprämie des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur als „Auszeichnung für die besonders gelungene literarische Übersetzung”.</em></p>
<p><span class="textinfo">Text: A. Tsingas. Fotos: Albin Michel, Kedros Verlag, Elena Strubakis.</span></p>
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