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	<title>Theater &#8211; diablog.eu</title>
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		<title>Die griechische Theatergruppe Nefeli aus Stuttgart – am Puls der Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 06:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Theaterbühne Nefeli – Theatriki skini Nefeli – führt selbstgeschriebene und klassische Theaterstücke in griechischer Sprache auf. Nefeli wurde im Dezember 2017 von Maria Papadopoulou, Maria Tramountani und Routh Zampakika gegründet – „aus kultureller Not“, ... <p class="read-more-container"><a title="Die griechische Theatergruppe Nefeli aus Stuttgart – am Puls der Gesellschaft" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/die-griechische-theatergruppe-nefeli-aus-stuttgart-am-puls-der-gesellschaft/#more-16498" aria-label="Mehr Informationen über Die griechische Theatergruppe Nefeli aus Stuttgart – am Puls der Gesellschaft">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Die Theaterbühne <em>Nefeli</em> – <em>Theatriki skini</em> <em>Nefeli</em> – führt selbstgeschriebene und klassische Theaterstücke in griechischer Sprache auf.</p>
<p><em>Nefeli</em> wurde im Dezember 2017 von Maria Papadopoulou, Maria Tramountani und Routh Zampakika gegründet – „aus kultureller Not“, wie sie sagen. „Denn Stuttgart bietet Gyrosbuden, griechische Bars, Tavernen und griechische Livemusik. Aber das griechischsprachige Theater war so gut wie gar nicht vertreten.“ <em>Nefeli</em> ist seit 2018 im Kulturkabinett Kkt Stuttgart-Bad Cannstatt beheimatet, <a href="https://kkt-stuttgart.de/">hier</a>. Bei den Aufführungen werden einige Stücke per Beamer deutsch untertitelt, andere gleich in deutscher Sprache aufgeführt.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-16502 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-01_Buehne.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-01_Buehne.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-01_Buehne-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-01_Buehne-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-01_Buehne-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-01_Buehne-500x375.jpg 500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><strong>Zahlreiche Spielstätten und eine künstlerische Handschrift</strong><br />
Die Spielstätten von <em>Nefeli</em> sind inzwischen zahlreich. Neben den „Heimspielen“ im Kkt Stuttgart finden auch Aufführungen im Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen, im wunderschönen Dreigroschentheater Stuttgart-Süd, in der Eventlocation Dreamcity Winnenden, im vielbeachteten Theater tri-bühne Stuttgart, im Kommunalen Häussler Bürgerforum Stuttgart-Vaihingen und in den Griechischen Schulen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Waiblingen statt.<br />
Die künstlerische Handschrift bewegt sich zwischen klassischem Theater (Einakter, Lesungen und Monologe), musikalisch-poetischen Formaten (Hommagen an den Brand von Izmir, das griechische Kino, den Seemannsdichter Nikos Kavvadias und den Komponisten Mikis Theodorakis), Kindertheater, Seminare und Performances.</p>
<figure id="attachment_16505" aria-describedby="caption-attachment-16505" style="width: 390px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-16505" src="https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-03_SchuleWaiblingen.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-03_SchuleWaiblingen.jpg 493w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-03_SchuleWaiblingen-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-03_SchuleWaiblingen-450x338.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-16505" class="wp-caption-text">Besuch in der Griechischen Schule Stuttgart-Waiblingen</figcaption></figure>
<p>Das Repertoire reicht von Klassikern bis zu modernen griechischen AutorΙnnen. Unter der Anleitung des Regisseurs Simos Papanastasopoulos sind die Schauspielerinnen bereit zu experimentieren und neue Wege in den unendlichen Weiten des Theaters zu gehen. Zukünftig soll auch eine Frau aus den eigenen Reihen Regie übernehmen. Um sich als stets verändernde Gruppe und individuell weiterzuentwickeln, nehmen sie regelmäßig an Theaterseminaren teil. Besonders am Herzen liegen ihnen die musikalischen Abende, wie zum Beispiel die Produktion mit Aman-Musik aus Smyrni, dem heutigen Izmir. „Hier wird Schauspiel mit dem emotionalen Erbe unserer Kultur und eine ganz besondere Atmosphäre im Publikum geschaffen“, betont das Ensemble.</p>
<p><strong>Die drei Gründerinnen</strong><br />
<strong>Routh Zampakika – die Reise geht weiter</strong><br />
Routh (Foto weiter unten links) wurde 1968 in Thessaloniki geboren und ist dort aufgewachsen. „Schon als Kind trug ich zwei große Leidenschaften in mir: das Theater und das Reisen. 1996 kam ich nach Deutschland – zunächst nur für einige Monate. Hier hat mir das Theater sehr schnell gefehlt. Wie durch Fügung begegnete ich der talentierten Schauspielerin Nike M. Vassily. Unser Austausch über das Theater war inspirierend und voller Leidenschaft. Es dauerte nicht lange, bis ich selbst in dem Aristophanes-Stück <em>Plutos</em> (Der Reichtum) mitspielte. Diese Aufführung wurde für mein Leben zu einem Wendepunkt. Nicht nur künstlerisch – sondern auch persönlich. Denn dort lernte ich meinen späteren Ehemann kennen.“ Evangelos Dimopoulos ist Multiinstrumentalist und bei <em>Nefeli</em> auch für die Technik, also Licht und Sound, verantwortlich. Routh lernte fleißig Deutsch und ließ sich zur Erzieherin ausbilden. Als solche arbeitet sie in einer Kita in Schorndorf bei Stuttgart.<br />
Routh meint: „Fast 30 Jahre nach meinem Kommen verspüre ich tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich immer noch Theater spiele. Letztes Jahr habe ich das einjährige Seminar „Analyse von Theaterstücken und Regie“ abgeschlossen. Unter anderem habe ich dort gelernt, dass Theater nicht nur Unterhaltung bedeutet, sondern auch ein dynamisches Medium ist, das gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt und aktiv mitgestalten kann. Deshalb ist es für mich wichtig, dass wir mit <em>Nefeli</em> auch aktuelle Themen wie Diskriminierung oder Nationalismus auf die Bühne bringen. Im Kulturkabinett Theater Kkt in Bad Cannstatt bin ich seit über zehn Jahren künstlerisch zu Hause, und ich freue mich immer noch, dass ich mit den beiden Marias weiterhin mit Leidenschaft und Kreativität auf der Bühne stehe. Die Reise geht weiter!“</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-16504 size-single-hochkant alignleft" src="https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-02_die-3-heller-500x375.jpg" alt="" width="500" height="375" srcset="https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-02_die-3-heller-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-02_die-3-heller-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-02_die-3-heller-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2026/03/nef-02_die-3-heller.jpg 608w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" />Maria Tramountani – die Rastlose </strong><br />
Maria T. (Foto Mitte) wurde 1990 in Stuttgart geboren, ihre Großeltern waren in den 1960er-Jahren aus Griechenland nach Deutschland gekommen. Maria studierte Ethnologie und Englische Literatur in Heidelberg sowie im Masterstudium Interkulturalität und Integration in Schwäbisch Gmünd. Sie ist selbständig im Bereich Jugend- und Kulturarbeit tätig. Auch ist sie Gründerin und Vorsitzende der arabischen Schreibwerkstatt Literally Peace e.V. Stuttgart, <a href="https://evau-mag.de/literatur-projekt-literally-peace-ehrenamtliches-engagement-austausch-syrien-deutschland/">hier</a><br />
Über Nefeli sagt sie: Da wir ein mehrsprachiges Team sind ist Diversität Teil der DNA unserer Theatergruppe. Wir wollen Brücken schlagen zwischen den Kulturen und zeigen, dass Theater sich einer universellen Sprache bedient. Uns bewegt die Frage, wie wir ein jüngeres Publikum erreichen können. Ein weiteres Ziel ist es, das deutschsprachige Publikum, das wir bei vergangenen Produktionen durch simultane deutsche Untertitelung gewonnen haben, zu halten und stetig zu erweitern, um den kulturellen Austausch zu fördern.“</p>
<p><strong>Maria Papadopoulou – die Verbindung zwischen Recht und Bühne</strong><br />
Maria P. (Foto rechts) wurde in Waiblingen als Enkelin griechischer Einwanderer geboren. „In meinem Leben sind juristische Präzision und künstlerische Leidenschaft vereint. Nach dem Jurastudium an der Demokrit-Universität Thrakien und dem Aufbaustudium Master of Laws in Erlangen arbeitete ich elf Jahre als Rechtsanwältin am Landgericht Thessaloniki. Seit 2011 bin ich in Deutschland im sozialen Bereich des öffentlichen Dienstes tätig, wo ich die Rechte von Kindern und Jugendlichen vertrete. Dazu arbeite ich freiberuflich als beeidigte Übersetzerin für Griechisch.“<br />
Zu Marias Liebe zu Recht und Gerechtigkeit gesellt sich ihre Leidenschaft fürs Theater. So stand sie in Deutschland und Griechenland bei verschiedenen Theaterformationen auf der Bühne. Neben dem namhaften Schauspieler und Regisseur Tasos Pantazis lernte sie am Staatlichen Theater Nordgriechenlands in Thessaloniki die Schauspieltechnik und hinter den Kulissen die Geheimnisse der Spielleitung. Seit 2013 ist sie Mitglied des Kkt-Kulturkabinetts.<br />
„Das Theater reflektiert für mich soziale Fragen, bietet neue Perspektiven und Denkanstöße. Dabei haben Justiz und Theater haben überraschend viele Gemeinsamkeiten. Beide basieren auf Inszenierung, Rollenverteilung und Rhetorik. Daher würde ich gerne ein Theaterstück, das eine Gerichtsverhandlung zum Thema hat, mit der Unterstützung des <em>Nefeli</em>-Regisseurs Simos Papanastasopoulos entwickeln und selbst darin mitspielen. Ich denke z.B. an den Film »Die Zwölf Geschworenen«, das Debüt des US-Regisseurs Sidney Lumet aus dem Jahr 1957.“ Namensgeberin der Theatergruppe ist übrigens ihre Tochter, sie heißt Nefeli.</p>
<hr />
<p><strong><em>Nefeli</em></strong><strong> aktuell – Die Rolle der Frau: „Nur Kinder, Küche, Kirche” (von 1977)</strong><br />
Das neue Theaterstück von <em>Nefeli</em> ist eine theatralisch-musikalische Lesung des legendären italienischen Theaterwerks „Nur Kinder, Küche, Kirche” der Autorin Franca Rame, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franca_Rame">hier</a>. Sie arbeitete jahrzehntelang künstlerisch eng mit ihrem Mann Dario Fo zusammen. Die Gründerinnen von <em>Nefeli</em> betonen, dass ihnen aktuelle gesellschaftliche Themen besonders am Herzen liegen. Ein zentrales Thema ist für sie – immer wieder – die Rolle der Frau.<br />
Ihr neu eingeübtes Stück thematisiert die Stellung der Frau in der kapitalistischen Gesellschaft, insbesondere ihre sexuelle Versklavung. Im Zentrum stehen bitter komische und provokative Monologe, in denen Frauen aus unterschiedlichen sozialen Milieus ihre Erfahrungen mit patriarchalen Strukturen, Gewalt, Ausbeutung und Rollenzwängen erzählen. Das feministische, politische, oft wütende und zugleich humorvolle Stück rüttelt wach. Es deckt weibliche Lebensrealitäten und Unterdrückung auf und weist auf den Kampf um Selbstbestimmung hin. Gespielt werden eine Fabrikarbeiterin und Mutter, eine Prostituierte, die groteske Figur der „Mama Hexe“ und sogar Medea als mythologische Brechung. Diese Vielfalt zeigt, dass das Stück nicht nur Alltagsrealitäten, sondern auch archetypische und symbolische Frauenbilder nutzt, um patriarchale Muster sichtbar zu machen.</p>
<p><strong>Die Jahre, die da noch kommen sollen</strong><br />
Die drei Gründerinnen haben den Ehrgeiz, <em>Nefeli</em> als festen Bestandteil der Stuttgarter Kulturlandschaft zu etablieren und weiterhin anspruchsvolles griechisches Theater zu präsentieren, das den Geist der Zeit trifft. Auf die Frage, ob es eine besondere Tradition gibt, die sie kultivieren, antworten die drei unisono: „Wenn man es als Tradition bezeichnen kann: Nach jeder Premiere ist es für uns obligatorisch, gemeinsam griechisch essen zu gehen. Das gehört für den Zusammenhalt der Gruppe einfach dazu.“<br />
Da kann man ihnen nur guten Appetit wünschen, viel Erfolg und weiterhin alles Gute!</p>
<hr />
<p class="textinfo"><em>Kulturkabinett e.V., <a href="https://kkt-stuttgart.de/service/#kontakt">hier</a>. Text: Simon Steiner. Fotos: Nefeli. Redaktion: A.Tsingas.</em></p>
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		<title>Iphigenie im Trauerland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2022 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Ensemble „Deutsch Griechische Theater“ aus Köln präsentiert am 8.10.2022 in Athen „Iphigenie im Trauerland“ nach dem Stück „Iphigenie im Tauerland“ von Euripides. Nach dem erfolgreichen Gastspiel „Europa“ von Lars von Trier im vergangenen Jahr ... <p class="read-more-container"><a title="Iphigenie im Trauerland" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/iphigenie-im-trauerland/#more-9561" aria-label="Mehr Informationen über Iphigenie im Trauerland">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="einleitung">Das Ensemble „Deutsch Griechische Theater“ aus Köln präsentiert am 8.10.2022 in Athen „Iphigenie im Trauerland“ nach dem Stück „Iphigenie im Tauerland“ von Euripides.</p>
<p>Nach dem erfolgreichen Gastspiel „Europa“ von Lars von Trier im vergangenen Jahr in der Nationaloper von Athen, präsentiert das Ensemble in diesem Jahr „Iphigenie im Trauerland“.</p>
<p>Trauerland, ein Alptraumland! Eine schreckliche Seuche ist ausgebrochen mit unermesslichen Folgen für das ganze Volk. Die Triage als trauriges Verfahren im verzweifelten Kampf gegen das Virus fordert ihre Opfer: Fremde, Alte und Kranke – der „unproduktive“ Teil der Bevölkerung. Iphigenie, eine Fremde, muss als Pflegerin im Tempel der Göttin Artemis – einem Krankenlager – pausenlos über menschliches Leben entscheiden. Voller Kummer sehnt sie sich nach der weit entfernten Heimat, nach dem geliebten Bruder Orest, nach der verlorenen Freiheit. Die unerwartete Erscheinung von Orest weckt neue Hoffnung. Der Überlebenswille führt die beiden Geschwister zu der gewagten Entscheidung aus dem Trauerland zu fliehen. Doch wie die zahlreichen Überwachungsmechanismen des Landes überlisten? Ein Land, dessen oberste Prämisse es ist, verantwortungsvoll für die Bürger zu sorgen. Ein Land, gezwungen immer wieder neu zu entscheiden zwischen Gesundheit, Sicherheit und Freiheit.</p>
<figure id="attachment_9576" aria-describedby="caption-attachment-9576" style="width: 440px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9576 size-singlepost-thumb" src="https://medien.diablog.eu/2022/10/1_Ashampoo_Snap_2022.10.03_09h14m29s_012_-450x338.jpg" alt="Foto aus Iphigenie, Frau" width="450" height="338" srcset="https://medien.diablog.eu/2022/10/1_Ashampoo_Snap_2022.10.03_09h14m29s_012_-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2022/10/1_Ashampoo_Snap_2022.10.03_09h14m29s_012_-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2022/10/1_Ashampoo_Snap_2022.10.03_09h14m29s_012_-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2022/10/1_Ashampoo_Snap_2022.10.03_09h14m29s_012_.jpg 734w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption id="caption-attachment-9576" class="wp-caption-text">©Christopher Horne</figcaption></figure>
<p>Papakostopoulos‘ neue Fassung reduziert die Personen aus Euripides Tragödie vor allem auf die zwei Protagonisten Iphigenie und Orest sowie auf die sogenannte Stimme des Staates. Die beiden Geschwister verkörpern den Wunschtraum aller jungen Menschen nach Sinnlichkeit, Nähe und letztendlich nach Freiheit. Herbert Mitschkes Musikkomposition und die Videokulissen von John David Seidler schaffen einen mythischen Bild- und Klangraum, in dem sich die zwei Protagonisten wiederfinden und gemeinsam auf eine riskante Reise Richtung Freiheit begeben. In Zeiten, in denen immer wieder neue Mutationen des Virus ausbrechen, möchten wir mit unserer allegorischen Inszenierung das Bedürfnis des Menschen nach Kommunikation hervorheben und die Hoffnung zurück in unserem Alltag bringen.</p>
<figure id="attachment_9578" aria-describedby="caption-attachment-9578" style="width: 440px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9578 size-singlepost-thumb" src="https://medien.diablog.eu/2022/10/2_bild-2-eng-450x338.jpg" alt="Iphigenie, Foto Mann" width="450" height="338" srcset="https://medien.diablog.eu/2022/10/2_bild-2-eng-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2022/10/2_bild-2-eng-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2022/10/2_bild-2-eng-768x576.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2022/10/2_bild-2-eng-500x375.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2022/10/2_bild-2-eng.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption id="caption-attachment-9578" class="wp-caption-text">©Christopher Horne</figcaption></figure>
<h3 style="text-align: left;">Die Vorstellung</h3>
<p class="textinfo">Wann: Samstag 8.10.2022, 21:00 Uhr, nur eine Vorstellung<br />
Wo: in der „Michael Cacoyannis Foundation“, Peiraios 206, 177 78 Athen (Tavros)<br />
Dauer der Aufführung: 75 min (ohne Pause)</p>
<p class="textinfo">Text und Regie: Kostas Papakostopoulos<br />
Mit griechischen Übertiteln von Alexios Mainas</p>
<p class="textinfo">Trailer: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=20i4sEcZcZI"><em>https://www.youtube.com/watch?v=20i4sEcZcZI</em></a><em> (52 sec)<br />
</em></p>
<p>Die Veranstaltung wird unterstützt vom Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem Kulturamt der Stadt Köln.</p>
<p>Fotos: Christopher Horne</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9582 size-singlepost-thumb" src="https://medien.diablog.eu/2022/10/3_stifter-450x68.jpg" alt="Unterstützer" width="450" height="68" srcset="https://medien.diablog.eu/2022/10/3_stifter-450x68.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2022/10/3_stifter-300x45.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2022/10/3_stifter-768x116.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2022/10/3_stifter-500x76.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2022/10/3_stifter.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></p>
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		<title>Die Manufaktur des Lachens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2019 16:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 3. und 4. November 2019 gastiert das Berliner GRIPS Theater zum ersten Mal in Athen (Theater Knossos, Knosou 11, 11253 Athen), zusätzlich finden Schulaufführungen (auf Deutsch mit griechischen Übertiteln) statt. Gezeigt wird zum 50jährigen ... <p class="read-more-container"><a title="Die Manufaktur des Lachens" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/manufaktur-des-lachens-grips-theater-vassilis-kukalani/#more-477" aria-label="Mehr Informationen über Die Manufaktur des Lachens">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Am 3. und 4. November 2019 gastiert das Berliner GRIPS Theater zum ersten Mal in Athen (Theater Knossos, Knosou 11, 11253 Athen), zusätzlich finden Schulaufführungen (auf Deutsch mit griechischen Übertiteln) statt. Gezeigt wird zum 50jährigen GRIPS-Jubiläum das Stück „Die Lücke im Bauzaun“, inszeniert von Vassilis Kukalani, Gründer der griechischen Jugendtheaterbühne <a href="https://syntexniageliou.gr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„</a>Manufaktur des Lachens“. Lesen Sie unser aktuelles diablog-Interview mit dem Regisseur und Schauspieler Vassilis Kukalani und hier unser älteres Gespräch mit GRIPS-Begründer <a href="https://diablog.eu/portraet/papadakis-wird-nourian-interview-volker-ludwig2443/">Volker Ludwig! </a>Nähere Informationen zu den Vorstellungen finden Sie auf der Website von <a href="https://syntexniageliou.gr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„</a>Manufaktur des Lachens“ <a href="https://syntexniageliou.gr/show-item/to-keno-sto-frachti" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.syntexniageliou.gr</a>. </span></p>
<figure id="attachment_2730" aria-describedby="caption-attachment-2730" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2730" src="https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-4.jpg" alt="drei Jugendliche mit erhobenen Händen" width="1024" height="683" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-4.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-4-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-4-768x512.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-4-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-2730" class="wp-caption-text">Die Lücke im Bauzaun, ©David Balzer</figcaption></figure>
<p>Im Juni 2019 war die „Manufaktur des Lachens“ in Berlin mit den Produktionen „Mormolis“ und „Stärker als Superman“ im Podewil und in der Akademie der Künste zu Gast. Der Gegenbesuch erfolgt mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, neben den Ensemblemitgliedern werden auch Volker Ludwig und der jetzige GRIPS-Leiter Philipp Harpain in Athen zu Gast sein.</p>
<p><span class="interview">Wie sieht es mit dem Kinder- und Jugendtheater in Griechenland aus? Gibt es eine eigenständige Tradition, die über Karagöz-Schattentheater hinaus geht (das ja ursprünglich gar nicht für Kinder gedacht war)?</span></p>
<p>Eigentlich wird das Theater in Griechenland seit den Krisenjahren gar nicht mehr subventioniert, doch in den letzten zwei Jahren wurden doch wieder Gelder an Theater und freie Gruppen vergeben. Der Witz dabei ist, dass das Kinder und Jugendtheater nicht subventioniert wird, mit dem stillen Einverständnis der Athener Theater-Community, weil das Theater für Kinder bei uns wohl als kommerzialisiert gilt. Es ist sehr schwer, gutes Kinder- und Jugendtheater in Griechenland zu machen.</p>
<p>Ich glaube, auch international wurde das Theater für junge Menschen ein wenig vernachlässigt. Als das GRIPS Theater anfing, gab es in Deutschland für Kinder nur Weihnachtsgeschichten und Märchentheater. Als die „Manufaktur des Lachens“ gegründet wurde, herrschte in Griechenland noch eine kitschige und veraltete Ästhetik. Da hätte man das Schattentheater Karagöz mit seiner volkstümlichen Subversivität bereits als progressiv ansehen können, obwohl es aus einer anderen Ära kommt. Ich würde sogar sagen, wir und das GRIPS könnten noch einiges von Karagöz lernen.</p>
<figure id="attachment_2728" aria-describedby="caption-attachment-2728" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2728" src="https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-2.jpg" alt="Vier Jugendliche in Theaterstück" width="1024" height="683" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-2.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-2-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-2-768x512.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-2-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-2728" class="wp-caption-text">Die Lücke im Bauzaun, ©David Balzer</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Volker Ludwig hat das deutschsprachige Kinder- und Jugendtheater revolutioniert (im wahrsten Sinn des Wortes). Du hast schon früh mit ihm zusammengearbeitet. Wie hat sich der Kontakt ergeben?</span></p>
<p>Ich suchte Volker Ludwig zum ersten Mal im Sommer 2011 im GRIPS Theater auf. Ich kannte die GRIPS-Stücke seit meiner Kindheit. Mein Lieblingsstück war „Ein Fest bei Papadakis“, das ich als 9-jähriger gesehen hatte und auswendig kannte. Die Lieder, die abwechselnden Dialoge auf Deutsch und Griechisch, aber mehr noch die Kultur der Frechheit der Kinder haben mich wohl „irreversibel“ geprägt.</p>
<p>Ich kam also zu Volker und dem GRIPS in einer Zeit, als in Griechenland und vor allem in Athen großer Aufruhr herrschte. Zwei Jahre davor war uns die große Finanzkrise verkündet worden, und es stand uns ein harter Winter bevor. Kollektive Angst und Depression, Aggressivität und Misstrauen waren wechselweise im alltäglichen Pulsschlag Athens zu spüren. Im Frühjahr 2011 aber kam es zu erneuten spontanen Protestbewegungen, die mit der monatelangen Besetzung des Syntagmaplatzes (durch die Occupy-Bewegung) ihren Höhepunkt erreichten. Aus diesem Tränengasalltag und im Knüppelregen erwuchsen unter Künstlern die Diskussionen: Wie stehen wir dazu? Wie nimmt man Stellung? Und was ist unsere Rolle dabei?</p>
<p>Dazu kannte ich nur einen Weg, der mir seit meiner Kindheit bekannt war und dem ich auch aus meiner späteren 30-jährigen Erfahrung nichts anderes entgegensetzen konnte: die Art und Weise des GRIPS Theaters mit alledem, was dieses Theater und seine Stücke in den frühen Jahren ideologisch prägte und was sich darin manifestierte. Es war ein Theater, das meiner Ansicht nach eine Perspektive auf Veränderung und eine soziale Vision hat, das Geschichten erzählt, die einerseits die &#8222;Mächtigen&#8220; provozieren und verspotten und andererseits das Denken der Kinder beleben und emanzipieren.</p>
<p>Ich war damals überzeugt, eine sozusagen klare revolutionäre Front in Griechenland zu vertreten. Ich kam mit so viel Schwung und fieberndem Enthusiasmus nach Berlin, um wahre Verbündete sowie politische und künstlerische Anleitung zu finden. Am Ende meines Besuches hatte ich Volker und das ganze GRIPS überzeugt: „Ich gehe jetzt zurück nach Griechenland, um mit deinem Stück Revolution zu machen“. <strong>„</strong>Ein Fest bei Papadakis” sollte “Ein Fest bei Nourian” werden. Seitdem hat das Geben und Nehmen zwischen uns nicht aufgehört.</p>
<figure id="attachment_2726" aria-describedby="caption-attachment-2726" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2726" src="https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-1.jpg" alt="Vier Jugendliche mit Ball" width="1024" height="739" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-1.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-1-300x217.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-1-768x554.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/10/grips-in-athen-1-450x325.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-2726" class="wp-caption-text">Die Lücke im Bauzaun, ©David Balzer</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Lassen sich die Stücke des GRIPS Theaters übertragen? Wie passt ihr sie an die griechische Realität an? Welche neuen Kooperationen ergeben sich dadurch?</span></p>
<p>Mit dem Stück „Ein Fest bei Nourian“ ging es im Oktober 2011 im Theater Poreia in Athen los, und es wurde ein Riesenerfolg. Das Stück wurde begeistert aufgenommen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Volker Ludwigs Stücke so „griechisch“ sein können, dass sie so gut zum griechischen Temperament passen. Genauso riesig freute ich mich darüber, dass die Völkerverständigung und kulturelle Freundschaft des „Nourian“-Stückes ein ganz aktuelles Bedürfnis der griechischen Gesellschaft wiederspiegelte. Die nächsten Stücke von Volker, der schon mehr als sechs Mal bei uns zu Besuch war, erwiesen sich insgesamt als sehr „griechische“, oder gar globale, internationale, wenn nicht gar internationalistische Stücke, deren Konflikte, soziale Widersprüche und Darstellungen von Freundschaft, Solidarität, Abenteuer und Liebe in der ganzen Welt eine archetypische Resonanz finden.</p>
<p>Zwischen der „Manufaktur des Lachens“ und dem GRIPS gibt es in den letzten zwei Jahren eine stetig wachsende Zusammenarbeit mit einer schönen Zukunftsperspektive. Ich glaube, die dialektische deutsche Provokationskultur findet in der temperamentvollen griechischen Frechheitskultur eine gute Ergänzung.</p>
<p><span class="textinfo">Interview: Michaela Prinzinger/Vassilis Kukalani. Redaktion: Michaela Prinzinger. Fotos: David Balzer.</span></p>
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		<title>Greek Writers@Berlin &#8211; Teil II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2019 06:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Achtung Programmänderung: 14. Oktober 2019, Literaturhaus Lettrétage Berlin: Nach dem erfolgreichen Auftakt am 19. September 2019 folgt nun Teil II der Lesereihe „Greek Writers@Berlin“. Diesmal sind wir ganz am aktuellen Puls der Zeit: performatives Schreiben, ... <p class="read-more-container"><a title="Greek Writers@Berlin &#8211; Teil II" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/greek-writers-berlin-teil-ii-margarita-tsomou-vassileia-stylianidou/#more-475" aria-label="Mehr Informationen über Greek Writers@Berlin &#8211; Teil II">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Achtung Programmänderung: 14. Oktober 2019, <a href="https://www.lettretage.de/programm/aktuelles-programm/?event_id1=8446" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Literaturhaus Lettrétage</a> Berlin: Nach dem erfolgreichen Auftakt am 19. September 2019 folgt nun Teil II der Lesereihe „Greek Writers@Berlin“. Diesmal sind wir ganz am aktuellen Puls der Zeit: performatives Schreiben, Schnittmengen zwischen bildender und darstellender Kunst, Queerness, Gender-Sprache und Sexualität(en) als Denkkategorie. Die Aktivistin und Performerin Vassiliea Stylianidou und der Theaterautor und Schauspieler Aristoteles Chaitidis treffen sich zu Präsentation ihrer Arbeit und Gespräch mit Andrea Mavroidis, Mehringdamm 61, 10965 Berlin, um 20 Uhr. diablog.eu erwartet Sie zum Ideenaustausch, wir freuen uns auf Sie!</span></p>
<p>Ein kurzer Rückblick auf die Auftaktveranstaltung am 19. September 2019:</p>
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            <ul class='slides'>
                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-2889 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2021-12-10 16:50:07" data-filename="greek-writers-1-4-892x678.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/greek-writers-1-4-892x678.jpg" height="778" width="1024" alt="ein Mann und eine Frau mit Flyern" class="slider-2878 slide-2889 msDefaultImage" title="greek-writers-1-4" /><div class="caption-wrap"><div class="caption">Greek Writers@Berlin I, Michaela Prinzinger und Thanassis Tsingas, ©Panagiotis Paschalidis</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-2891 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2021-12-10 16:52:03" data-filename="greek-writers-1-1-898x683.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medien.diablog.eu/2021/11/greek-writers-1-1-898x683.jpg" height="778" width="1024" alt="fünf frauen vor Wand mit Texten und Fotos" class="slider-2878 slide-2891 msDefaultImage" title="greek-writers-1-1" /><div class="caption-wrap"><div class="caption">Greek Writers@Berlin I, Andrea Schmidt, Birgit Kreipe,  Marina Agathangelidou, Vasileia Oikonomou, Michaela Prinzinger, ©Panagiotis Paschalidis</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-2892 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2021-12-10 16:52:31" data-filename="greek-writers-1-5-898x683.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/greek-writers-1-5-898x683.jpg" height="778" width="1024" alt="fünf Frauen auf Podium bei Lesung" class="slider-2878 slide-2892 msDefaultImage" title="greek-writers-1-5" /><div class="caption-wrap"><div class="caption">Greek Writers@Berlin I, ©Panagiotis Paschalidis</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-2893 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2021-12-10 16:53:27" data-filename="greek-writers-1-2-892x678.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/greek-writers-1-2-892x678.jpg" height="778" width="1024" alt="zwei Frauen auf Lesung" class="slider-2878 slide-2893 msDefaultImage" title="greek-writers-1-2" /><div class="caption-wrap"><div class="caption">Greek Writers@Berlin I, Marina Agathangelidou, Vasileia Oikonomou, ©Panagiotis Paschalidis</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-2894 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2021-12-10 16:53:47" data-filename="greek-writers-1-6-898x683.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/greek-writers-1-6-898x683.jpg" height="778" width="1024" alt="Lesung mit Autorinnen" class="slider-2878 slide-2894 msDefaultImage" title="greek-writers-1-6" /><div class="caption-wrap"><div class="caption">Greek Writers@Berlin I, ©Panagiotis Paschalidis</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-2895 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2021-12-10 16:54:14" data-filename="greek-writers-1-3-892x678.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/greek-writers-1-3-892x678.jpg" height="778" width="1024" alt="zwei Frauen bei Lesung" class="slider-2878 slide-2895 msDefaultImage" title="greek-writers-1-3" /><div class="caption-wrap"><div class="caption">Greek Writers@Berlin I, Marina Agathangelidou, Birgit Kreipe, ©Panagiotis Paschalidis</div></div></li>
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<p>Am 14. Oktober 2019 geht’s weiter: Lernen Sie die griechisch-deutsche Literaturszene in Berlin kennen! Zwei Grenzgänger*innen zwischen verschiedenen künstlerischen Genres treffen sich zum Ortstermin in Kreuzberg. Vassileia Stylianidou arbeitet als Video- und Installationskünstlerin und verwendet in ihren Werken damit verwandte künstlerische Medien wie Text, Sound/Musik und Performance. Die Begriffe Körperpolitik, Architektur der Städte, Arbeit, Verteilung von Reichtum spielen für Stylianidou eine große Rolle, ebenso wie die stete Neuverhandlung von öffentlicher und privater Geschichte, öffentlichen und privaten Räumen.</p>
<p>Themen, die Chaitidis beschäftigen, sind die Überschreitung von künstlerischen Genregrenzen, der Dialog mit dem griechischen Mythos, insbes. in Form von Frauenfiguren, und die Mittel des Theaters zur Umsetzung innerer Zustände. In den letzten Jahren hat er seinen Aktionsradius ständig erweitert, von der Mitwirkung bei Opernproduktionen und Filmen über den Schritt zum eigenen Schreiben und Inszenieren von Theaterstücken bis hin zur Hinterfragung und Überschreitung von Geschlechterrollen.</p>
<p>Andrea Mavroidis steigt mit den beiden in eine Diskussion zum Thema Sprache und Performance, Sprache und politische Praxis ein.</p>
<p><strong>Vassileia Stylianidou</strong>, geb. 1967 in Thessaloniki, lebt in Athen und Berlin. Sie arbeitet in ihren Performances und Videos mit Sprache und Text. 2018 arbeitete sie an einem Projekt mit dem Athener Museum of Queer Arts und dem Berliner Schwulen Museum, 2019 nahm sie an der 4. Biennale für Performance-Philosophie in Amsterdam teil. Sie wurde durch zahlreiche Stipendien gefördert und befasst sich in ihren Projekten mit Fragen wie Gender, Queerness und den komplexen Verbindungen von Körper, Gender, Sprache, Sexualität und Politik. Ausstellungen der bildenden Künstlerin wurden in Vlaams Cultuurhuis de Brakke Grond, Amsterdam; nGbK, Berlin; SMU Berlin; Indus Valley School of Art and Architecture in Karachi, Pakistan; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Haus am Kleistpark, Berlin; VCA Margaret Lawrence Gallery, Melbourne; KUNSTHALLE ATHENA, Athen; Onassis Cultural Center, Athen; National Museum for Contemporary Art, Athen gezeigt. Mehr auf der Website der Künstlerin: <a href="http://stylianidou.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.stylianidou.com</a>.</p>
<figure id="attachment_2887" aria-describedby="caption-attachment-2887" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2887" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/stylianidou-greek-writers-2.jpg" alt="Figur vor Textwand" width="1024" height="576" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/12/stylianidou-greek-writers-2.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2021/12/stylianidou-greek-writers-2-300x169.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/12/stylianidou-greek-writers-2-768x432.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2021/12/stylianidou-greek-writers-2-450x253.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-2887" class="wp-caption-text">©Vassileia Stylianidou, Performance</figcaption></figure>
<p><strong>Aristoteles Chaitidis</strong>, Jahrgang 1981, wurde in München geboren, wo er seine frühe Kindheit verbrachte. Anschließend wuchs er zwischen Griechenland und Deutschland auf, absolvierte 2001 in Thessaloniki das deutsche Abitur und studierte anschließend Neuere Deutsche Literaturwissenschaften, Neogräzistik und Philosophie an der LMU München.  Mit Hauptsitz in Berlin, wo er sich mit künstlerischen Projekten im Bereich Textarbeit, Dramaturgie, Übersetzung, Lesung und Schauspiel beschäftigte, pendelt er in den letzten Jahren zwischen Deutschland, Österreich und Griechenland. Stücke von ihm wurden u.a. in Wien, Hamburg, Podgorica, Athen aufgeführt, in den meisten Fällen in eigener Regie. Sein Monolog-Stück &#8222;Das Marie-Fragment&#8220; läuft seit mehr als drei Jahren in verschiedenen Produktionen sowohl auf Deutsch als auch auf Griechisch in Wien und auf Gastspielen in Deutschland, Griechenland und Österreich. Seit Jahren tourt er außerdem mit seinem Programm der Metamorphosen von Ovid, dessen Queere Edition er in Wien und Thessaloniki bereits auf LGBTQ-Festivals zeigte. Von 4. bis 8. November 2019 ist ebenfalls in Thessaloniki sein Stück Anadyomene zu sehen. Seit neuestem stellt er auch sein Talent als Countertenor unter Beweis. Mehr auf der Website des Autors: <a href="https://aristoteles-chaitidis.jimdo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.aristoteles-chaitidis.jimdo.com</a>.</p>
<figure id="attachment_2879" aria-describedby="caption-attachment-2879" style="width: 590px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2879" src="https://medien.diablog.eu/2021/12/Chaitidis-lesend.jpg" alt="Mann der aus einem Buch vorliest" width="600" height="400" srcset="https://medien.diablog.eu/2021/12/Chaitidis-lesend.jpg 600w, https://medien.diablog.eu/2021/12/Chaitidis-lesend-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2021/12/Chaitidis-lesend-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-2879" class="wp-caption-text">Aristoteles Chaitidis, ©John Sobek</figcaption></figure>
<p><strong>Andrea Mavroidis</strong> ist Redakteurin der griechischen Sendung COSMO-Ellliniko Randevou. Sie lebt und arbeitet in Berlin.</p>
<p>Die Veranstaltungen werden durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.</p>
<p><span class="textinfo">Text: diablog.eu. Fotos: Vassileia Stylianidou, Panagiotis Paschalidis, John Sobek. Mehr zum Literaturhaus Lettrétage finden sie hier: <a href="https://www.lettretage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.lettretage.de</a>.</span><span class="textinfo"><br />
</span></p>
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		<title>„Himmelweg“ oder die Unsichtbarkeit des Grauens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2019 04:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Die griechische Regisseurin Elena Karakouli inszeniert Juan Mayorgas „Himmelweg“ im Rahmen des diesjährigen Theater-Festivals von Athen und Epidaurus. Einige Tage vor der Premiere am 7. Juni sprach sie mit der diablog-Mitarbeiterin Elena Pallantza über das ... <p class="read-more-container"><a title="„Himmelweg“ oder die Unsichtbarkeit des Grauens" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/himmelweg-oder-die-banalitaet-des-boesen-theater-interview-elena-karakouli/#more-460" aria-label="Mehr Informationen über „Himmelweg“ oder die Unsichtbarkeit des Grauens">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Die griechische Regisseurin Elena Karakouli inszeniert Juan Mayorgas „Himmelweg“ im Rahmen des diesjährigen Theater-Festivals von Athen und Epidaurus. Einige Tage vor der Premiere am 7. Juni sprach sie mit der diablog-Mitarbeiterin Elena Pallantza über das Stück.</span></p>
<p>„Himmelweg“. Ein zynischer Euphemismus der Nazis für die Rampe, die in die Gaskammern führte. Und der Titel des Theaterstücks von Juan Mayorga, dem prominenten spanischen Theaterschriftsteller, das auf einer realen Begebenheit basiert: dem Besuch einer Delegation des Roten Kreuzes im Lager Theresienstadt im Juni 1944 und dem Versuch der SS durch eine „Stadtverschönerung“ den Alltag im Lager als eine Idylle zu präsentieren, um die internationale Öffentlichkeit zu täuschen und etwaige „Gerüchte“ zu zerstreuen.</p>
<figure id="attachment_6411" aria-describedby="caption-attachment-6411" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6411" src="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-3.jpg" alt="Juan Mayorga, Himmelweg" width="1024" height="684" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-3.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-3-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-3-768x513.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-3-450x301.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-6411" class="wp-caption-text">Juan Mayorga, „Himmelweg“, ©Elina Giounanli</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Lass uns mit dem Faktum beginnen. Was hat Dich an dieser relativ unbekannten Geschichte fasziniert?</span></p>
<p>Was in Theresienstadt stattgefunden hat, ist zwar eine Nebengeschichte, doch auch ein Teil der Wirklichkeit und keine literarische Erfindung. Es gab Menschen, die diesen Plan geschmiedet, bis ins kleinste Detail vorbereitet und umgesetzt haben. Das monatelange Unternehmen der Beschönigung im Vorzeigeghetto war eine große Täuschung. Die Fassaden der Gebäude wurden gereinigt und gestrichen, eine Schule, Restaurants, ein Spielplatz wurden errichtet, die Straßen haben Namensschilder bekommen. Die Häftlinge wurden zu Stadteinwohnern, jemand wurde zum Bürgermeister der selbstverwalteten Stadt ernannt. Die Kulisse für ein Schauspiel, das offensichtlich überzeugen konnte, als die Delegation des Roten Kreuzes den geplanten Besuch durchgeführt hat.</p>
<p><span class="interview">„Ich habe nichts Unnatürliches gesehen, ich konnte ja nicht erfinden, was ich nicht gesehen habe. Hätten sie [die Häftlinge] mir geholfen, hätte ich die Wahrheit geschrieben“, entschuldigt sich im Nachhinein der leichtgläubige Vertreter des Roten Kreuzes. Gewissensberuhigung, gefährliche Naivität oder zynische Lüge?</span></p>
<p>Wir sollten hier zunächst die historischen Personen und Mayorgas Helden auseinanderhalten. Im Rahmen meiner Recherche für das Projekt sah ich in dem berühmten Dokumentarfilm von Lanzmann ein Interview mit Maurice Rossel, dem schweizerischen Delegierten des Roten Kreuzes, einem reuelosen alten Mann, sehr nüchtern. Das einzige, was eine Aufregung vermuten ließ, war die manische Art, mit der er rauchte. Er schien es sich in seiner eigenen Lebenslüge gemütlich gemacht zu haben. In Mayorgas Stück ist der Gesandte des Roten Kreuzes hingegen ein Mann, der von der Vergangenheit heimgesucht wird. 25 Jahre lang erlebt er jede Nacht den gleichen Alptraum und kehrt an den Ort zurück, den er zu jener Zeit besucht hat. Er behauptet jedoch, nichts gesehen zu haben, keine Öfen, keine abgemagerten Häftlinge, nichts. „Ich habe eine fast normale Stadt gesehen“, schrieb er in seinem Bericht, und besteht darauf, dass er auch im Nachhinein den gleichen Bericht wieder schreiben würde. Im Stück wird jedoch deutlich, dass da eine Reue ist, die ihn zurück an den Ort des Verbrechens bringt, zu einem öffentlichen Geständnis.</p>
<figure id="attachment_6407" aria-describedby="caption-attachment-6407" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6407" src="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-1.jpg" alt="Juan Mayorga, Himmelweg" width="1024" height="684" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-1.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-1-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-1-768x513.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-1-450x301.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-6407" class="wp-caption-text">Juan Mayorga, „Himmelweg“, ©Elina Giounanli</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Eine Version der „Banalität des Bösen“ &#8230;</span></p>
<p>Wir treffen des Öfteren die Wahl, nicht hinzuschauen, auf das, was neben uns geschieht. Es ist eine Entscheidung, und dieses Verhalten hat mit Sensibilisierung zu tun. Goebbels Sekretärin, Brunhilde Pomsel, gab legte mit 106 Jahren ein Geständnis ab: „Wir wollten es ja auch nicht wissen.“ Es ist diese Entscheidung, die Augen zu verschließen, das Geschehen nicht an sich heranzulassen.</p>
<p><span class="interview">Grausam ist es aber auch, den Opfern die Verantwortung zuzuweisen, sie hätten sich nicht ausreichend beschwert.</span></p>
<p>Es ist sicherlich viel bequemer, anderen die Schuld zu geben. Der Gesandte des Roten Kreuzes wirft den angeblich privilegierten Juden eine Passivität vor, weil sie ihn nicht um Hilfe gebeten und nicht protestiert hätten, statt sich selbst dafür zu beschuldigen, dass er nicht sah, was er hätte sehen müssen. Er sei, sagt er, „die Augen der Welt“ gewesen. Aber diese Augen sahen nur das, was man ihnen zu sehen gab. Es waren viele Türen da, die nie geöffnet wurden.</p>
<p><span class="interview">Also ist „Himmelweg“ nicht nur „Erinnerungstheater“ für den Holocaust.</span></p>
<p>Dazu möchte ich auf den Schriftsteller verweisen, der in wenigen Tagen bei der Premiere in Athen dabei sein wird. Er hat uns einen sehr wichtigen Brief geschickt, in dem er unter anderem schreibt: <em>„Die Zuschauer sahen in „Himmelweg“ nicht nur einen Ausschnitt aus dem dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte abgebildet, sondern auch ein Werk über die Tötung von Unschuldigen, die Ausbeutung der Opfer, die Propaganda, die Euphemismen, die Unsichtbarkeit des Grauens. Schauen wir aufmerksam um uns herum, ist das alles heute leider wieder zu sehen. Und ich denke, es gibt eine zentrale Frage in „Himmelsweg“, die sich jeder selbst stellen kann: Ob ich, mitten auf der Bühne der Welt, nicht bloß eine Rolle bin, die von anderen geschrieben und inszeniert wurde.“</em></p>
<figure id="attachment_6413" aria-describedby="caption-attachment-6413" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6413" src="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-7.jpg" alt="Juan Mayorga, Himmelweg" width="1024" height="684" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-7.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-7-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-7-768x513.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-7-450x301.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-6413" class="wp-caption-text">Juan Mayorga, „Himmelweg“, ©Elina Giounanli</figcaption></figure>
<p><span class="interview">„Die Unsichtbarkeit des Grauens“, diese nur angedeutete Präsenz des Alptraums, ist in der Tat ein immer wiederkehrendes Thema im Theater von Juan Mayorga. Wie bist du damit in deiner Inszenierung umgegangen? Was geschieht oder was geschieht nicht in „Himmelweg“?</span></p>
<p>Nichts ist im Stück realistisch. Es gibt Anspielungen, unausgesprochene Handlungen. Die Täuschung, die Manipulation – das hat mich sehr beschäftigt. Deshalb gibt es auch über die Aufführung hinaus eine Ausstellung mit visuellem Material dazu. Es gibt auch einen Moment in unserer Vorstellung, den es in Mayorgas Stück nicht gibt, in dem die Realität bis auf die Bühne vordringt. Mayorgas Anliegen ist nicht, die historische Wirklichkeit zu rekonstruieren. Er untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Opfern und Tätern, die Mechanismen des menschlichen Bewusstseins, die Macht des Spektakels und der Überzeugung und die Natur des Tricks. „Himmelweg“ ist eine Studie der Täuschung.</p>
<p><span class="interview">&#8230; was in gewisser Hinsicht das Wesen des Theaters ausmacht?</span></p>
<p>Ja, das Stück ist auch ein Kommentar zur Kunst des Theaters. „Wenn ein Schauspieler einen Nagel einschlägt, dann schlägt er einen Nagel ein, während er gleichzeitig nichts tut“, so beschreibt der deutsche Kommandant die Melancholie des Schauspielers, wenn der Vorhang fällt. Aber wir müssen etwas Grundlegendes klarstellen: Theater hat nichts mit manipuliertem Betrug zu tun. Es setzt eine Wahrheit voraus, die Wahrheit des Schauspielers, des künstlerischen Schaffens. In den zwei Stunden, die ein Stück dauert, bietet das Theater die Erfahrung eines konzentrierten Lebens an.</p>
<p><span class="interview">Möchtest du uns von den beiden anderen Personen erzählen? Vom Kommandanten &#8230;?</span></p>
<p>Der deutsche Kommandant ist der Regisseur des Spektakels, ein gebildeter Mann, der Theater und Literatur liebt. Oft verwendet er Theaterbegriffe und er ist dabei, das Werk seines Lebens zu kreieren. Er ist von seiner Phantasie überwältigt, schreibt ein Drehbuch, verteilt Rollen. Und es bestätigt eine der tragischen Lehren aus der Geschichte der beiden Weltkriege, dass ein hoher Bildungsstand nicht ausreicht, um Barbarei und Entmenschlichung zu verhindern. Sein Alibi lautet: „Auch mich erstickt die Sprache der Bürokraten, es ist nicht meine Sprache, schau dir meine Bibliothek an&#8230; Aber es ist die Sprache, die der Situation entspricht, eine Sprache der Ziele und der Entscheidungen.“</p>
<figure id="attachment_6409" aria-describedby="caption-attachment-6409" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6409" src="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-2.jpg" alt="Juan Mayorga, Himmelweg" width="1024" height="684" srcset="https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-2.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-2-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-2-768x513.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2019/06/himmelweg-2-450x301.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-6409" class="wp-caption-text">Juan Mayorga, „Himmelweg“, ©Elina Giounanli</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Und der jüdische Vermittler, der die Psychologie der Opfer für den Täter übersetzt? Ist er de facto eine positive Figur?</span></p>
<p>Der jüdische Vermittler ist derjenige, der als Dolmetscher dient. Dieser Mann hat die schwierige Aufgabe, seine eigenen Leute zu retten, indem er mit seinem Henker kooperiert. Er weiß nicht, ob er Zeit gewinnt oder ob er ihnen schadet. Er ist de facto eine positive Persona, er ist das Opfer. Und er ist auch ein Mensch, der lebenswichtige Entscheidungen zu treffen hat. Seine Rolle ist komplex.</p>
<p><span class="interview">Liest man das Stück, hat man den Eindruck, dass keine einzige eindimensionale Antwort gegeben wird.</span></p>
<p>Genial ist auch, wie das Stück endet: mit einer Probe, die niemals endet.</p>
<p><span class="interview">Und der Zuschauer kennt zwar die Wahrheit, bleibt aber zugleich in einer Distanz, da er das Grauen hinter den Kulissen nicht sieht. Wie wirkt sich das auf seine Teilnahme aus?</span></p>
<p>Im Idealfall wünsche ich mir, dass der Zuschauer in den gleichen Prozess wie der Gesandte des Roten Kreuzes einbezogen wird. Er soll getäuscht werden, die Lüge entdecken, die Wahrheit erkennen und seinen eigenen Bericht schreiben, seine eigenen Assoziationen herstellen – mit dem Wissen von heute.</p>
<p><span class="interview">Und die Hoffnung? Woraus entsteht sie neu?</span></p>
<p>In seinem qualvollen Versuch, Auschwitz’ Logik zu verstehen, schreibt Primo Levi: „Auschwitz war kein plötzliches Abschweifen, sondern die logische Konsequenz der Ereignisse.“ Darin sehe ich die Hoffnung. Wenn wir diesen Satz begreifen, sind wir vielleicht in der Lage, die Augen offen zu halten für das, was um uns herum geschieht.</p>
<p>Im Stück gibt es eine Szene, in der ein kleines Mädchen nach den Anweisungen aus dem Drehbuch des Kommandanten zu seiner Puppe sagen muss: „Sei höflich, Walter! Sag diesem Herrn guten Tag!“ Am Tag der Inspektion fällt es aus der Rolle und sagt: „Flieh, Rebecca, der Deutsche kommt!“ Und zerstört damit einen perfekt inszenierten Moment. In dieser Zerstörung liegt auch eine Hoffnung. Im authentisch unbeugsamen Teil des Menschen, das jeder von uns in sich trägt. Vorausgesetzt, es wird gesehen. Vorausgesetzt, es geht nicht in einer Maskerade unter.</p>
<p><span class="textinfo">Interview: Elena Karakouli/Elena Pallantza. Fotos: Elina Giounanli.</span></p>
<p><strong>Juan Mayorga, „Himmelweg“</strong><br />
<strong>Übersetzung: Maria Chatziemmanouil</strong><br />
<strong>Regie: Elena Karakouli</strong><br />
<strong>mit: Nikos Psarras, Dimitris Papanikolaou, Thanassis Dimou, Ilias Andreou, Elli Papanikolaou, Melissanthi Regkoukou</strong><br />
<strong><a href="https://www.facebook.com/pages/Athens-Festival-Peiraios-260/225839240770133?eid=ARDtNwEWyHoLT9eU9_2ZtSKoGPocwKhbcguDSZoRYBmc3qQhiu911oiyFJaRV7vfFXMVLMScpROoB1Bu">Φεστιβάλ</a> Festival Athen-Epidaurus</strong><br />
<strong>7., 8., 9. και 10. Juni 2019, 21:00</strong><br />
<strong>Piraios 260, 182 33 Tavros</strong><br />
<strong>*mit griechischen und englischen Übertiteln</strong></p>
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		<title>Thessaloniki in Berlin: Europäische Kulturtage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2018 16:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[9. August bis 9. September 2018: Thessaloniki im Rahmen der &#8222;Europäischen Kulturtage&#8220; zu Gast in Berlin. Erleben Sie ein reichhaltiges Kulturprogramm im Berliner Museum für Europäische Kulturen! Die Stadt Thessaloniki steht für europäische Kulturgeschichte zwischen ... <p class="read-more-container"><a title="Thessaloniki in Berlin: Europäische Kulturtage" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/musik/thessaloniki-in-berlin-europaeische-kulturtage/#more-421" aria-label="Mehr Informationen über Thessaloniki in Berlin: Europäische Kulturtage">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">9. August bis 9. September 2018: Thessaloniki im Rahmen der &#8222;Europäischen Kulturtage&#8220; zu Gast in Berlin. Erleben Sie ein reichhaltiges <a href="https://www.smb.museum/veranstaltungen/veranstaltungsreihe.html?tx_smb_pi1[eventSerie]=64828" target="_blank" rel="noopener">Kulturprogramm</a> im Berliner Museum für Europäische Kulturen!</span></p>
<p>Die Stadt Thessaloniki steht für europäische Kulturgeschichte zwischen Orient und Okzident. Seit jeher ist die nordgriechische Metropole Ankunfts- und Abschiedsort für Migrantinnen und Migranten und zeichnet sich durch ihre Multikulturalität und ein reges gesellschaftliches Leben aus. Vier Wochen lang steht Thessaloniki nun im Fokus der 17. Europäischen Kulturtage des Museums Europäischer Kulturen (MEK). Über die Fotoausstellung „Thessaloniki: Looking at time through moments – Photographs 1900–2017“ und das vielfältige Veranstaltungsprogramm wird der Facettenreichtum der Stadt erfahr- und erlebbar: Die Arbeiten lassen Themen der Veranstaltungen visuell anschaulich werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-8414" src="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-opfer_des_grossen_brandes.jpg" alt="historische Schwarzweissaufnahme, Brandopfer" width="1024" height="745" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-opfer_des_grossen_brandes.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-opfer_des_grossen_brandes-300x218.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-opfer_des_grossen_brandes-768x559.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-opfer_des_grossen_brandes-450x327.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-opfer_des_grossen_brandes-500x364.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<blockquote class="zitat"><p>Die Opfer des Großen Brandes am 18. August 1917 mit ihren geretteten Habseligkeiten. Das Feuer vernichtete den größten Teil der Altstadt (mehr als 1 Mio. m2), rund 70.000 Menschen wurden obdachlos. Das historische Zentrum wurde nach neuen Plänen unter Εrnest Hébrard, einem französischen Architekten, Archäologen und Stadtplaner, wieder aufgebaut. © Vangelis Fyssikas Collection, unbekannter Fotograf</p></blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Ausstellung</h3>
<p>Die Fotografien der Ausstellung des Thessaloniki Museum of Photography gewähren Einblicke in das Leben Thessalonikis von 1900 bis heute. Historische Aufnahmen zeigen Ereignisse, die für die Stadt und ihre Bewohner bedeutend waren. Sie spiegeln, ebenso wie die Aufnahmen zeitgenössischer Fotografen, den urbanen Alltag wider.<br />
Alle Arbeiten sind Leihnahmen aus Museen der Stadt wie auch von Privatpersonen, zusammengetragen und kuratiert von Hercules Papaioannou, Direktor des Thessaloniki Museum of Photography.</p>
<div class="page" title="Page 1">
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<div class="column">
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-8412" src="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade.jpg" alt="historische Schwarzweissaufnahme, Strandpromenade, Weisser Turm, Thessaloniki" width="1024" height="1024" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade-300x300.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade-150x150.jpg 150w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade-768x768.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade-450x450.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-strandpromenade-500x500.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<blockquote class="zitat"><p>An der Strandpromenade, ca. 1950–58© Sokratis Iordanidis Archive/Thessaloniki Museum of Photography</p></blockquote>
</div>
</div>
</div>
<h3 style="text-align: center;">Veranstaltungsprogramm</h3>
<p>Die Veranstaltungen vertiefen die Wirkung der Bilder. Inhaltliche Schwerpunkte widmen sich der Aufarbeitung der Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs von griechischer wie von deutscher Seite und dem bis heute bedeutenden Thema Migration. Verschiedene Perspektiven der Akteure und unterschiedliche künstlerische Ausdrucksmittel erweitern den Blick auf die Stadt und ihre Bewohner.</p>
<p>In Formaten, die mit den vielen hier lebenden ethnischen Communities entstanden sind, wie Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Konzerte, Performances, Gespräche und Filmvorführungen, erfahren Besucherinnen und Besucher viel über die Geschichte und Gegenwart dieser kosmopolitischen Stadt. Dazu trägt auch Hellas Filmbox einmal pro Woche mit Spielfilmen und Dokumentarfilmen bei.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-8406 size-single-hochkant" src="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-boissonnas-muslimische-frauen-500x650.jpg" alt="historische Schwarzweissaufnahme, Trigonion Turm Thessaloniki" width="500" height="650" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-boissonnas-muslimische-frauen-500x650.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-boissonnas-muslimische-frauen-231x300.jpg 231w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-boissonnas-muslimische-frauen-768x998.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-boissonnas-muslimische-frauen-450x585.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-boissonnas-muslimische-frauen.jpg 788w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<blockquote class="zitat"><p>Muslimische Frauen spazieren durch die Oberstadt. Im Hintergrund der Trigonion Turm, 1919. Heute, knapp ein Jahrhundert später, laufen muslimische Frauen wieder durch die Straßen Thessalonikis, die meisten von ihnen sind Geflüchtete aus Syrien.© Fred Boissonnas Archive/Depository Thessaloniki Museum of Photography.</p></blockquote>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Im Veranstaltungsprogramm werden vor allem auch aktuelle Fragen aufgeworfen, z.B. wie sich Thessaloniki der griechischen Staatskrise gestellt hat und welche kreativen Wege die Menschen gefunden haben, mit ihr umzugehen.<br />
Kulturschaffende und Politiker stellen Aktivitäten und Initiativen vor, so zum Beispiel am 25. August, mit Präsentation und Podiumsgespräch mit Stavroula Poulimeni (Journalistin, Thessaloniki) und Elias Anagnostopoulos (Tageszentrum für Flüchtlinge Alkyoni, Thessaloniki) zum Thema: „Das Thessaloniki der Solidarität in Zeiten der Krise“.</p>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Auch historische Ereignisse aus der reichen Geschichte und Kultur der Stadt stehen im Fokus, so z.B. am 1. September, wenn Kyriakos Chatzikyriakidis (Universität Thessaloniki) über „Thessaloniki: die Stadt der Flüchtlinge“ berichtet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-8410" src="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe.jpg" alt="historische Schwarzweissaufnahme, Internationale Messe Thessaloniki" width="1024" height="1024" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe-300x300.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe-150x150.jpg 150w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe-768x768.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe-450x450.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-iordanidis-internationale-messe-500x500.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<blockquote class="zitat"><p>Die Internationale Messe, 1960er-Jahre© Sokratis Iordanidis Archive / Thessaloniki Museum of Photography</p></blockquote>
<p>In weiteren Vorträgen und Gesprächsrunden werden u.a. die bedeutende jüdische Kultur, die die Stadt seit dem 15. Jahrhundert prägte, vorgestellt. Das brutale Ende dieser Kultur im Zweiten Weltkrieg, aber auch die Mechanismen der Reflexion, der Verdrängung und Erinnerung bilden einen wesentlichen Schwerpunkt. So beispielsweise bei dem Podiumsgespräch: „Salonica – das untergegangene und vergessene <em>Jerusalem des Balkans</em>“ am 23. August, in dem es darum geht, wie während des Zweiten Weltkriegs die Nationalsozialisten die jüdische Gemeinde Thessalonikis auslöschten.</p>
<p>Schließlich lassen musikalische und kulinarische Genüsse die vier Wochen im Sommer zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Vernissage am 9. August wird bereits mit einigen Highlights aufwarten. So wird das Trio Synerga das Publikum mit griechischer Musik &#8211; Rembetiko, Laiko, Entechno und Pardosiako &#8211; erfreuen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-8408" src="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-harissiadis-ueberfuellte-tram.jpg" alt="historische Schwarzweissaufnahme, Galerius-Bogen, Thessaloniki" width="1008" height="1024" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-harissiadis-ueberfuellte-tram.jpg 1008w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-harissiadis-ueberfuellte-tram-295x300.jpg 295w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-harissiadis-ueberfuellte-tram-768x780.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-harissiadis-ueberfuellte-tram-450x457.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/08/MEK-harissiadis-ueberfuellte-tram-500x508.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1008px) 100vw, 1008px" /></p>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<blockquote class="zitat"><p>Junge Männer halten sich an der überfüllten Tram fest, die unter dem Römischen Galerius-Tor in der Egnatia Straße hindurchfährt.© Dimitris Harissiadis, Benaki Museum/Photographic Archives</p></blockquote>
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<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Jeden Dienstag gibt es eine Filmvorführung. Zwei Spielfilme und zwei Dokumentarfilme werden gezeigt, begleitet jeweils eine durch eine Einführung und ein anschließendes Gespräch.<br />
Der Donnerstag und das Wochenende werden mit Vorträgen, Präsentationen und Gesprächen reich besetzt sein. Den Abschluss bildet eine Finissage am 9. September, bei der sich die Stadt selbst mit ihren vielfältigen kulturellen Aktivitäten präsentiert. Musik, Tanz, Wein und Kulinarik vervollständigen das Bild.</p>
<p>Die Europäischen Kulturtage 2018 „Thessaloniki. Facetten einer Stadt“ sind ein Projekt des MEK in Kooperation mit der Botschaft von Griechenland in Deutschland, dem Magistrat der Stadt Thessaloniki, dem Thessaloniki Museum of Photography, der Heinrich-Böll-Stiftung in Thessaloniki, dem Zentrum Modernes Griechenland an der Freien Universität Berlin, Hellas Filmbox, dem Verein „Respekt für Griechenland e.V.“ und den griechischen Communities in Berlin wie auch dem Verein der Freunde des MEK und dem Restaurant <em>eßkultur</em>.</p>
<p><strong>Museum Europäischer Kulturen</strong><br />
<strong>Arnimallee 25, 14195 Berlin-Dahlem</strong><br />
<strong>Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr</strong></p>
<p><strong>Europäische Kulturtage: Thessaloniki. Facetten einer Stadt</strong></p>
<p><strong>9. August – 9. September 2018</strong><br />
<strong>mit einer Ausstellung des Thessaloniki Museum of Photography Thessaloniki: Looking at time through moments. Photographs 1900–2017</strong><br />
<strong>Eröffnung: 9. August 2018, 18 Uhr</strong></p>
<p>Das Programm finden Sie online <a href="https://www.smb.museum/veranstaltungen/veranstaltungsreihe.html?tx_smb_pi1[eventSerie]=64828" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<p><span class="textinfo">Quelle: Pressemitteilung.</span></p>
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		<title>Lächerliche Finsternis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2018 06:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[3.-6. Mai 2018 &#8211; NEW GREEK WAVE: Zeitgenössisches Theater aus Griechenland am Theater Bremen. Zu Gast ist auch „Lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz, inszeniert von Katerina Giannopoulou und übersetzt von Greg Liakopoulos. Michaela Prinzinger traf ... <p class="read-more-container"><a title="Lächerliche Finsternis" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/laecherliche-finsternis-new-greek-wave-theater-bremen-festival/#more-404" aria-label="Mehr Informationen über Lächerliche Finsternis">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">3.-6. Mai 2018 &#8211; NEW GREEK WAVE: Zeitgenössisches Theater aus Griechenland am Theater Bremen. Zu Gast ist auch „Lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz, inszeniert von Katerina Giannopoulou und übersetzt von Greg Liakopoulos. Michaela Prinzinger traf sich für diablog.eu mit den beiden Theatermachern zum Gespräch über ihre Arbeit. Den Spielplan des Festivals finden Sie <a href="http://www.theaterbremen.de/de_DE/spielplan/new-greek-wave.1168842" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</span></p>
<figure id="attachment_7847" aria-describedby="caption-attachment-7847" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7847" src="https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-14.jpg" alt="Theaterstück, zwei Menschen auf der Bühne" width="1024" height="683" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-14.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-14-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-14-768x512.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-14-450x300.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-14-500x333.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7847" class="wp-caption-text">Lächerliche Finsternis, Nationaltheater Athen, ©Karol Jarek</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Greg und Katerina, ihr lebt als Theatermacher in Berlin und Athen. Anfang Mai seid ihr zum NEW GREEK WAVE Festival ins Theater Bremen eingeladen. Wie und wo seid ihr auf das Stück von <a href="https://www.fischerverlage.de/autor/wolfram_lotz/20850" target="_blank" rel="noopener">Wolfram Lotz</a> „Lächerliche Finsteris“ gekommen, das ihr mit deutschen Übertiteln zeigen werdet? Wie seid ihr mit den Festivalmacherinnen in Kontakt gekommen?</span></p>
<p><em>Katerina:</em> Auf das Stück sind wir kurz nach seiner Uraufführung gekommen, da wir einen guten Bezug zur deutschen Theaterlandschaft haben. Und seitdem war es für uns klar: Dieses Stück muss auch in Griechenland aufgeführt werden. Dann haben die Bremer Festivalkuratorinnen direkt Kontakt zu uns aufgenommen.</p>
<p><span class="interview">Grundthema des Stücks ist der europäische Kolonialismus und sein Blick auf das Fremde. Es ist ein Stück über Kolonialherrschaft und Männlichkeit, Religion und Schuldgefühle, Eurozentrismus und Massenmedien, Identität und die Grenzen der szenischen Realität. Du, Greg, hast das Stück ins Griechische übersetzt, und Katerina hat es an der <a href="https://www.n-t.gr/en/experimentalstage" target="_blank" rel="noopener">Experimentalbühne des Athener Nationaltheaters</a> inszeniert. Was hat euch daran sofort angesprochen und zu eurer Inszenierung inspiriert?</span></p>
<p><em>Katerina:</em> Ja das stimmt, das gehört alles zum Inhalt des Stücks. Und es wird umso interessanter, da es mit einem ironischen, ja fast zynischen, und ungewöhnlichen Humor geschrieben ist &#8211; ein probates Mittel, um mit unserer absurden Welt klarzukommen. Lotz hat ein Universum grotesker Figuren und unmöglicher Regieanweisungen geschaffen, was unserer Meinung nach zu einer Bühne, die den Namen Experimentalbühne trägt, ganz gut passte.</p>
<p><em>Greg:</em> Die „Lächerliche Finsternis“ stellt inhaltlich eher eine Ausnahme für die Theaterszene Griechenlands dar, da die Griechen sich selbst kaum als Teil eines Kolonialsystems betrachten. Und dieser Aspekt war uns wichtig. Und darüber hinaus wollten wir Wolfram Lotz dem griechischen Publikum vorstellen, das war seine griechische Erstaufführung.</p>
<p><em>Katerina:</em> Es ist beeindruckend, wie er aus Coppolas „Apocalypse Now“ und Conrads „Herz der Finsternis“ etwas Neues geschaffen hat, indem er Klischees und Vorurteile, die nicht immer gleich als solche erkennbar sind, auf den Kopf stellt.</p>
<figure id="attachment_7841" aria-describedby="caption-attachment-7841" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7841" src="https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-2.jpg" alt="Theaterstück, zwei Menschen auf der Bühne" width="1024" height="683" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-2.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-2-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-2-768x512.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-2-450x300.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-2-500x333.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7841" class="wp-caption-text">Lächerliche Finsternis, Nationaltheater Athen, ©Karol Jarek</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Ursprünglich war das Stück ein Hörspiel, dann ein Theaterstück. Darin gibt der Autor den Regisseuren große Freiheiten. Wie habt ihr die genutzt? Habt ihr das Stück teilweise „umgeschrieben“ oder den Athener Umständen „angepasst“?</span></p>
<p><em>Katerina:</em> Die Entscheidung, ein Hörspiel auf die Bühne zu übertragen, hat unsere Arbeit erheblich erschwert, da wir es zuerst fürs Theater bearbeiten mussten. Das war für uns eine Herausforderung, die uns sehr motiviert hat. Die ursprüngliche „Hörbarkeit“ des Stücks und sein omnipräsenter Humor wurden zum Dreh- und Angelpunkt all unseren Veränderungen und Eingriffe. Da es um die griechische Erstaufführung ging, bestand die Gefahr, dass einiges an der „Lächerlichen Finsternis“ zu fremd bzw. deutsch klingen würde. So haben wir uns eher auf die gesamteuropäische Dimension des Stücks konzentriert, da Griechenland Teil einer eurozentrischen Weltsicht ist, obwohl es für sich die Rolle des Außenseiters reklamiert.</p>
<p><span class="interview">Wolfram Lotz spricht in seiner „Rede zum Unmöglichen Theater“ vom Theater als Ort, wo Fiktion und Wirklichkeit aufeinanderprallen, ja, wo Fiktion in Wirklichkeit umgewandelt wird. Wo seht ihr die Sprengkraft des zeitgenössischen Theaters, das Lotz als „Berg Harmageddon“ bezeichnet, also als Ort der alles entscheidenden Schlacht zwischen Realität und Phantasie?</span></p>
<p><em>Greg:</em> Das Theater ist zugleich ein Ort der Lüge (d.h. der Fiktion und Phantasie) und ein Ort der Wahrheit und Wirklichkeit (die Körper der Schauspieler*nnen auf der Bühne einerseits, die der Zuschauer*nnen andererseits). Diese beiden Gegenspieler stehen in ewigem Kampf miteinander &#8211; wohl wissend, dass es keinen Sieger geben kann. Während um uns herum eine Kultur der Virtual Reality, des Eskapismus und der Suche nach alternativen Realitäten auf dem Vormarsch ist, hat das Theater die Chance, die Wirklichkeit als Fiktion zu betrachten, als ein absurdes Werk eines dementen Greises, um ihr danach ins Auge zu blicken und ihr lächelnd einen Kaugummi ins Haar zu kleben. Das ist mein „Unmögliches Theater“ und das ist die „Lächerliche Finsternis“.</p>
<p><em>Katerina:</em> Es wird erst wirklich interessant, wenn man anfängt, mit den Grenzen zu experimentieren. Die Wirklichkeit ist immer da, und das Theater sollte sie eher „mitdenken“, als vor ihr zu flüchten. Die Bühne ist ein Kinderspielplatz, wo Wirklichkeit und Fiktion fröhlich miteinander spielen und zusammen ein heiteres Lied anstimmen.</p>
<figure id="attachment_7845" aria-describedby="caption-attachment-7845" style="width: 1014px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7845" src="https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-13.jpg" alt="Theaterstück, zwei Menschen auf der Bühne" width="1024" height="683" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-13.jpg 1024w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-13-300x200.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-13-768x512.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-13-450x300.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/04/finsternis-13-500x333.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7845" class="wp-caption-text">Lächerliche Finsternis, Nationaltheater Athen, ©Karol Jarek</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Greg, was waren für dich die größten Herausforderungen bei der Übertragung von „Lächerliche Finsternis“?</span></p>
<p><em>Greg:</em> Lotz benutzt eine besondere, zugleich alltägliche und erhabene Sprache, und hat ein Stück geschaffen, das voller kultureller und politischer Zitate, ambivalenter Aussagen und unerfüllter Erwartungen ist. Die größte Herausforderung war, eine angemessene Übertragung dieser Sprache ins Griechische zu finden und dabei der einzigartigen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit treu zu bleiben.</p>
<p><span class="interview">Katerina, du nimmst im Anschluss an das Bremer Festival am Internationalen Forum des <a href="https://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/theatertreffen/ueber_festival_tt/aktuell_tt/start.php" target="_blank" rel="noopener">Berliner Theatertreffens</a> teil. Wie möchtest du deinen Aufenthalt nutzen und welche Perspektive siehst du für eine verstärkte Wahrnehmung des griechischen Theaters im deutschsprachigen Raum?</span></p>
<p><em>Katerina:</em> Für eine junge Theatermacherin ist die Teilnahme am Internationalen Forum vor allem deswegen wichtig, weil man die Möglichkeit hat, sich mit KollegInnen aus aller Welt auszutauschen &#8211; eine Chance, die einem sonst nur sehr selten geboten wird. In jedem Kunstwerk ist die Geschichte und somit auch die Herkunft seines Schöpfers eingeschrieben. Daraus ergibt sich die spannende Frage, wie diese unterschiedlichen Ansätze miteinander kommunizieren können. Das griechische Theater verfügt nur über wenige Möglichkeiten, sich nach außen zu wenden und in einen internationalen Austausch einzutreten. Festivals wie NEW GREEK WAVE und das Internationale Forum des Berliner Theatertreffens sind daher umso wichtiger!</p>
<p><span class="textinfo">Interview: Michaela Prinzinger/Katerina Giannopoulou, Greg Liakopoulos. Redaktion: Michaela Prinzinger. Fotos: Karol Jarek.</span></p>
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		<title>Experiment: Comics auf der Bühne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2018 07:30:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 18. März 2018 feiert ein interessantes theatralisches Experiment in Wien Premiere: Werke des griechischen Comic-Künstlers Arkas werden vom Ensemble „Zur Sonne“ im Theater Brett, Münzwardeingasse 2, bis zum 25. März 2018 auf die Bühne ... <p class="read-more-container"><a title="Experiment: Comics auf der Bühne" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/experiment-comics-auf-der-buehne-zur-sonne-arkas/#more-400" aria-label="Mehr Informationen über Experiment: Comics auf der Bühne">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Am 18. März 2018 feiert ein interessantes theatralisches Experiment in Wien Premiere: Werke des griechischen Comic-Künstlers <a href="http://www.arkas.gr/index.php/gr/1/lang/en0.htm" target="_blank" rel="noopener">Arkas</a> werden vom Ensemble „<a href="http://www.zursonne.at/de/stucke" target="_blank" rel="noopener">Zur Sonne</a>“ im <a href="http://www.theaterbrett.at/relaunch/" target="_blank" rel="noopener">Theater Brett</a>, Münzwardeingasse 2, bis zum 25. März 2018 auf die Bühne gebracht. Wie genau, erzählen Regisseur Thodoros Limitsios und Komponist <a href="http://www.liakakiskomponist.com/file/Welcome.html" target="_blank" rel="noopener">Periklis Liakakis</a>.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-single-hochkant wp-image-7753" src="https://medien.diablog.eu/2018/03/poster-arkas-zursonne-500x706.jpg" alt="Arkas Plakat Theater" width="500" height="706" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/03/poster-arkas-zursonne-500x706.jpg 500w, https://medien.diablog.eu/2018/03/poster-arkas-zursonne-212x300.jpg 212w, https://medien.diablog.eu/2018/03/poster-arkas-zursonne-450x636.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/03/poster-arkas-zursonne.jpg 725w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><span class="interview">Thodoros, wie bist du auf den Gedanken gekommen, Werke des Comic-Künstlers Arkas zum Thema eines Theaterstücks zu machen? Wie wollt ihr das konkret umsetzen?</span></p>
<p><em>Thodoros Limitsios:</em> Comics waren von jeher eine Herausforderung für mich. Mein erstes Theaterstück als Laienschauspieler 1994 in Griechenland war eine Comic-Inszenierung. Ich kann mich noch sehr gut an meine vielen Fragen an den Regisseur erinnern, die sich mir bei der Umsetzung aufdrängten, so zum Beispiel: Wie lässt man eine Skizze lebendig werden, die an sich schon eine Übertreibung darstellt? Damals hatten wir es mit Skizzen zu tun, die nur Menschen abbilden. Bei Arkas sind auch Tiere dabei. Das ist eine noch größere Herausforderung. Als ich nach dem Ende unseres Stücks „Die Damen vom Hof“ über das nächste Theaterstück nachdachte, stieß ich zufällig auf ein Interview mit Dimitris Agoras, der die Comics von Arkas originell inszeniert und sie in einer Aufführung in Athen vorstellt hatte.</p>
<p>Sofort bat ich Dimitris darum, mir das Stück zum Lesen zu geben. Der Text gefiel mir auf Anhieb. Es war nichts Neues für mich, weil ich mehr oder weniger alle Comics von Arkas kannte, aber das, was Dimitris daraus gemacht hatte, war wirklich faszinierend. Das wird unser nächstes Theaterstück, sagte ich mir. Ich schloss die Augen und versuchte, alle Charaktere in meiner Fantasie auf die Bühne zu bringen. Mithilfe unserer Vorstellungskraft gelingt es uns, immer tiefer in die Welt von Arkas vorzudringen. Isovitis (=lebenslänglich Verurteilter) einer von Arkas` Helden, entflieht auf diese Weise aus der „harten Realität“ des Gefängisses (der Welt).</p>
<p><span class="interview">Arkas und sein humoristischer Blick auf den griechischen Alltag ist allen Griechen ein Begriff. Kann man das einem deutschsprachigen Publikum nahe bringen?</span></p>
<p><em>Thodoros Limitsios:</em> Arkas` besonderer Humor entspringt der griechischen Realität, könnte man sagen. Wenn man seine Comics aufmerksam liest und etwas genauer hinschaut, dann kann man in den meisten seiner Comics viele Gemeinsamkeiten mit der sozialen Realität anderer Länder entdecken. Was die Übersetzung angeht, so würde ich behaupten, dass es viele Wortspiele gibt, die sehr schwer in eine andere Sprache zu übertragen sind, aber das gilt ja nicht nur für die Comics von Arkas, sondern auch für viele andere Texte. Ich glaube, dass Arkas zwar eine „besondere Behandlung“ braucht, aber durchaus ins Deutsche übersetzt werden kann. Man sollte aber jeden einzelnen Witz besonders sorgfältig betrachten und versuchen, einen  entsprechenden Ausdruck in der Muttersprache zu finden, der vielleicht nicht immer hundertprozentig dem Original entspricht, aber dem Zuschauer einen gelungenen Zugang zu Arkas‘ Humor gewährt.</p>
<p><em>Periklis Liakakis:</em> Gereimte Dichtung und Komödien sind wohl am schwersten zu übersetzen. Hier haben wir es mit einem Comic zu tun, der sich nicht nur einer anderen Sprache bedient, sondern noch dazu auch eine unterschiedliche Lebenshaltung zeigt. Der griechische Humor ist völlig anders als der deutsche. Aus diesem Grund ist unser Versuch noch schwieriger. Da das Theater aber ein Konglomerat aus vielen Elementen ist (dem Text, der Schauspielkunst, der passenden Dramaturgie, der Musik, der Beleuchtung usw.) glaube ich, dass diese „Umsetzung“ sehr gut gelingen kann. Natürlich wird sich der Erfolg aber endgültig erst nach der Vorstellung am Applaus feststellen lassen…</p>
<div class="klar">

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</div>
<p><span class="interview">Periklis, du lebst als Komponist „ernster“ Musik in Wien. Wie hat sich dieses Projekt mit der deutsch-griechischen Theatergruppe „Zur Sonne“ ergeben?</span></p>
<p><em>Periklis Liakakis:</em> Ich kenne die Gruppe von Anfang an, als sie ihr erstes Stück, eine Hommage an den großen griechischen Dichter Jannis Ritsos, aufführte. Damals war sie eine Laienschauspielgruppe, die noch in den Kinderschuhen steckte, aber von Anfang an war ihre große Begeisterung für die Sache zu spüren. Damals beschloss ich, ihren Werdegang zu verfolgen. Zu meiner großen Freude stieg die Qualität ihrer Arbeit von Aufführung zu Aufführung. Die treibende Kraft der Gruppe und ihr Regisseur ist Thodoros Limitsios. Eines Tages sprach ich meine Bewunderung für seine Arbeit aus, und wir kamen miteinander ins Gespräch. Da ich Komponist bin und hauptsächlich für das Musiktheater arbeite, entstand die Idee zu einer Zusammenarbeit schon bei dieser ersten Begegnung fast von allein.</p>
<p><span class="interview">Du hast immer wieder mit Text und Ton gearbeitet, vor allem in zeitgenössischen Opern. Welche Art von Musik hältst du für die theatralische Umsetzung von Arkas-Geschichten für geeignet?</span></p>
<p><em>Periklis Liakakis:</em> Zunächst einmal schaue ich bei einem Projekt, ob sich meine musikalischen Ideen auch finanziell realisieren lassen. Wenn genug Geld vorhanden ist, wähle ich fast immer Live-Musik. Wenn die finanziellen Mittel beschränkt sind, verwende ich als Alternative elektronische Klänge. Im vorliegenden Fall beschloss ich, elektronische Klänge zu verwenden, nicht nur, weil ich die Ausgaben niedrig halten wollte, sondern hauptsächlich, weil ich der Auffassung bin, dass zu artifiziellen Personen (Protagonisten aus Märchen oder Comics) artifizielle Musik am besten passt. Ich mag keine Live-Musik vom Band im Theater. Wenn ich solche Musik im Theater höre, dann habe ich immer den Eindruck, dass sie aus Versehen da hineingeraten ist und eigentlich ins Kino wollte. In unserem Stück hören Sie Klänge, die an Instrumente erinnern, aber keine sind… Sie hören beispielsweise einen Klang, der Sie an den Klang einer Geige erinnert, aber in Wirklichkeit gar keine Geige ist, oder einen Klang, der Sie an ein Klaviers erinnert, aber in Wirklichkeit gar kein Klavier ist. Das ist für mich musikalisch die passende Form, einen Comic auf der Bühne umzusetzen.</p>

<a href='https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7.jpeg'><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7-300x200.jpeg" class="attachment-medium size-medium" alt="Mitglied Theatergruppe Zur Sonne" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7-300x200.jpeg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7-768x512.jpeg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7-450x300.jpeg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7-500x333.jpeg 500w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-7.jpeg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>
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<a href='https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1.jpeg'><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1-300x200.jpeg" class="attachment-medium size-medium" alt="Mitglied Theatergruppe Zur Sonne" srcset="https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1-300x200.jpeg 300w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1-768x512.jpeg 768w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1-450x300.jpeg 450w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1-500x333.jpeg 500w, https://medien.diablog.eu/2018/03/arkas-zursonne-liakakis-1.jpeg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>

<p><span class="interview">Theodoros, kannst du uns kurz über die Idee, Gründung und die bisherigen Produktionen eurer Theatergruppe erzählen? In welcher Sprache werden die Stücke gezeigt?</span></p>
<p><em>Thodoros Limitsios:</em> 2001, kurz nachdem ich nach Wien gezogen war, kam mir die Idee, ein griechisch-österreichisches Theaterensemble zu gründen. Ich fand es schade, dass es in Österreich, wo das griechische Element spürbar vorhanden ist, noch kein griechisches Theater gab. Ein Jahr später begann unsere wunderbare Reise… zur Sonne, was uns zum Namen unserer Theatergruppe inspirierte. Mein Ziel war von Anfang an, die griechische Kultur in Österreich kreativ zu fördern. Das neugriechische Theater ist vielen Menschen hier noch unbekannt, ganz im Gegensatz zum antiken griechischen Drama. 2013 führten wir unser erstes Stück auf. Wir präsentierten Gedichte und ihre Vertonungen des großen griechischen Lyrikers Jannis Ritsos. Direkt danach, 2014, zeigten wir eine Musical-Hommage ans griechische Kino mit Szenen aus 13 griechischen Komödien, wieder mit Live-Musik und Gesang. 2015 inszenierten wir die Lysistrata von Aristophanes. Es war das erste Stück, das wir mit deutscher Übertitelung machten. „Der Hof der Wunder“ von Jakob Kambanellis kam 2016 mit Übertitelung auf die Bühne, und 2017 stellten wir die Kinofassung von Dimitris Jatzoutzakis vor: „Die Damen vom Hof“.</p>
<p>Wir danken für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg für eure Aufführungen!</p>
<p><span class="textinfo">Interview: Michaela Prinzinger/Thodoros Limitsios, Periklis Liakakis. Übersetzung: Nina Bungarten. Fotos: Periklis Liakakis.</span></p>
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		<title>Warum musste Theo sterben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Dec 2017 07:20:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Die NSU-Morde: Wie setzen sich Künstler damit auseinander? Soeben wird Fatih Akins neuer Film „Aus dem Nichts“ diskutiert. Miltiadis Oulios hat sich in einem Theaterstück dem griechischen Opfer der Anschläge zugewendet. Nina Bungarten hat ihn ... <p class="read-more-container"><a title="Warum musste Theo sterben?" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/oulios-theater-nsu-warum-musste-theo-sterben/#more-389" aria-label="Mehr Informationen über Warum musste Theo sterben?">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">Die NSU-Morde: Wie setzen sich Künstler damit auseinander? Soeben wird Fatih Akins neuer Film „Aus dem Nichts“ diskutiert. Miltiadis Oulios hat sich in einem Theaterstück dem griechischen Opfer der Anschläge zugewendet. Nina Bungarten hat ihn für diablog.eu dazu befragt. Aufführungen können Sie am 15. und 16. Dezember 2017 im <a href="http://www.pathosmuenchen.de/cms/cms.php?pageName=2&amp;detailId=255" target="_blank" rel="noopener">PATHOS München</a> und am 11. und 12. Januar 2018 am <a href="https://fft-duesseldorf.de/" target="_blank" rel="noopener">FFT Düsseldorf</a> sehen.</span></p>
<p>Theodoros Voulgaridis aus München war das siebte Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Ebenso wie die Hinterbliebenen aller türkischstämmigen Opfer wurde auch die Familie des griechischstämmigen Schlüsselmachers durch die Ermittlungen der Polizei jahrelang stigmatisiert &#8211; bis hin zur Zerstörung ihrer sozialen Existenz. „Warum musste Theo sterben?“ bringt diese Erfahrungen auf die Bühne und stellt sie in den Mittelpunkt einer Reflektion über Rassismus in unserer Gesellschaft und die Widersprüche einer als „gut integriert“ geltenden Einwanderergruppe. Die partizipative Theaterproduktion lädt dabei das Publikum zur Diskussion ein: Wo stehen wir angesichts des NSU-Skandals, wo stehen wir angesichts des Rechtsrucks in Deutschland und Europa?</p>
<p>Miltiadis Oulios, 1973 geboren, ist Sozialwissenschaftler und lebt und arbeitet als Journalist, Autor, Vortragsredner, Moderator und Reporter in Köln und Düsseldorf. Miltiadis Oulios plädiert für eine menschliche kosmopolitische Haltung angesichts der brennenden Fragen unserer Gegenwart. 2015 erschien sein Buch „Blackbox Abschiebung &#8211; Geschichte, Theorie und Praxis der deutschen Migrationspolitik“. Das aktuelle Theaterstück entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur Antonis Chryssoulakis und dem Bruder des ermordeten Theo, Gavriil Voulgaridis.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-7584" src="https://medien.diablog.eu/2017/12/Plakat_WMTS.jpg" alt="Plakat Oulios Theater Theo NSU" width="958" height="374" srcset="https://medien.diablog.eu/2017/12/Plakat_WMTS.jpg 958w, https://medien.diablog.eu/2017/12/Plakat_WMTS-300x117.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2017/12/Plakat_WMTS-768x300.jpg 768w, https://medien.diablog.eu/2017/12/Plakat_WMTS-450x176.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2017/12/Plakat_WMTS-500x195.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 958px) 100vw, 958px" /></p>
<p><span class="interview">Sie sind eigentlich Journalist. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Theaterstück über dieses sehr komplexe Thema zu schreiben?</span></p>
<p>Die Idee dazu kam durch die Vorbereitungen zum „Tribunal NSU-Komplex auflösen“ in Köln und die Anfrage an mich, etwas aus deutsch-griechischer Perspektive beizusteuern. Nun hatte ich mich auch schon mit dem NSU-Skandal beschäftigt, in meiner damaligen Sendung „Radiopolis“ dem Thema auch eine ganze Stunde gewidmet. Zugleich trieb mich aber auch die Frage um, weshalb wir bei diesem Thema so wegschauen. Die Ermordung von Theodoros Boulgaridis ist bei den Griechen in Deutschland kein großes Thema gewesen. Vom staatlichen Rassismus, der sich bei den Ermittlungen offenbarte, ganz zu schweigen. Mein Unbehagen mit dieser Situation und die Dramatik dieser ganzen Geschichte bewogen mich dazu, auch tatsächlich eine dramatische Form zu suchen. Ich empfand es als zu wenig, einfach nur einen Vortrag  dazu vorzubereiten. Ich wollte ohnehin schon länger mit meinem Freund, dem Theatermacher Antonis Chryssoulakis, zusammenarbeiten, und so entwickelte sich die Idee zu diesem Stück.</p>
<p><span class="interview">Brannte Ihnen das Thema sehr unter den Nägeln?</span></p>
<p>Selbstverständlich brannte mir dieses Thema unter den Nägeln, auch weil ich schon in der Vergangenheit anti-rassistisch aktiv war und weil mich vor allem diese konsequente Verweigerung der staatlichen Stellen, ob Behörden oder Polizei, ihren eigenen Rassismus überhaupt zu benennen und zu reflektieren, aufregt.</p>
<p><span class="interview">Halten Sie Theater als Ort der „Katharsis“ für am besten geeignet, Aufklärung zu betreiben?</span></p>
<p>Das Theater ist tatsächlich als Ort der Katharsis und der Aufklärung geeigneter, weil es uns unmittelbar konfrontiert und nachfühlen lässt, was zum Beispiel die Familien der Ermordeten erlebt haben, weil es uns emotional anspricht und zugleich Wissen auf einer anderen Ebene transportiert als ein rein sachlicher Text.</p>
<p><span class="interview">Könnten Sie noch etwas zum <a href="http://www.nsu-tribunal.de/" target="_blank" rel="noopener">Tribunal NSU-Komplex auflösen</a> sagen? Was war das genau?</span></p>
<p>Das war ein viertägiger Kongress am Schauspiel Köln, der von linken Gruppen, Betroffenen und Unterstützern organisiert wurde und zum Ziel hatte, öffentlich als Zivilgesellschaft Anklage zu erheben gegen all das, was den NSU-Terror ermöglicht hat und was vor Gericht in München zu wenig zur Sprache kommt.</p>
<p><span class="interview">Sind Sie selbst schon einmal von dieser „Behördenmaschinerie“ persönlich betroffen gewesen und haben Sie darunter gelitten?</span></p>
<p>Nein, das kann ich nicht behaupten. Das einzige, was mir in den Sinn kommt, sind jeweils zwei Situationen, einmal als Jugendlicher auf der Ausländerbehörde und einmal später bei der Einbürgerung, die etwas mit dem „Zum-Anderen-gemacht-werden“ zu tun haben, aber in keiner Weise mit dem zu vergleichen sind, was die Hinterbliebenen der NSU-Opfer durch die Stigmatisierung durch die Polizei und die Medien durchmachen mussten.</p>
<p><span class="interview">Haben Sie für Ihre Arbeit mit den Angehörigen des Ermordeten Kontakt aufgenommen?</span></p>
<p>Ja, wir haben uns an Gavriil Voulgaridis, den Bruder des ermordeten Theo, gewandt und sehr gut und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet. Gavriil Voulgaridis ist zum Tribunal in Köln gekommen, hat dort unsere Vorstellung gesehen und uns gebeten, damit nach München zu kommen.</p>
<a href="https://diablog.eu/kuenste/theater/oulios-theater-nsu-warum-musste-theo-sterben/"><img decoding="async" src="https://diablog.eu/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FMdsLKebSTqM%2Fhqdefault.jpg" alt="YouTube Video"></a><br />Hinweis YouTube Video: Bei Klick auf den Player werden Tracking-Daten an Google - YouTube übertragen. → <a href="https://diablog.eu/datenschutzerklaerung/">Datenschutzerklärung</a><br /></p>
<p><span class="interview">Inwiefern ist Euer Stück partizipativ? In welcher Form hat man sich das genau vorzustellen?</span></p>
<p>Das Publikum wird während des Stückes direkt angesprochen. Vor allem aber stehen wir nach dem Stück zum Publikumsgespräch bereit, und bislang fanden danach auch immer Diskussionen statt.</p>
<p><span class="interview">Wie hat das Publikum darauf reagiert?</span></p>
<p>Das kommt immer sehr gut an. Viele Menschen sind zu unserem Erstaunen durch das Stück zum ersten Mal intensiver mit dem Thema NSU konfrontiert. Sie sind schockiert und dann bereit, mehr darüber zu erfahren und auch selbstkritisch über die eigenen Rassismen zu diskutieren. Mein besonderer Dank gilt Natalie Bayer vom Projekt „Migration bewegt die Stadt“ am Stadtmuseum in München, die sich sehr für das Stück eingesetzt hat.</p>
<p><span class="textinfo">Interview: Nina Bungarten/Miltiadis Oulios. Foto: Miltiadis Oulios. Informationen zu den Vorstellungen: <a href="https://www.facebook.com/wmths/" target="_blank" rel="noopener">www.facebook.com/wmths</a></span></p>
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		<title>HANS &#8211; Mitten im Einen das Viele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2017 11:05:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[HANS, Theaterstück über den Militärarzt Dr. Hans Löber auf Milos: Athener Premiere am 10. November 2017 im Theater BIOS in Gazi, Folgevorstellung am 11. November. diablog.eu sprach mit Elissavet Hasse, der Initiatorin und Regisseurin des ... <p class="read-more-container"><a title="HANS &#8211; Mitten im Einen das Viele" class="read-more button" href="https://diablog.eu/kuenste/theater/hans-theaterstueck-zu-dr-hans-loeber-auf-milos-militaerarzt/#more-383" aria-label="Mehr Informationen über HANS &#8211; Mitten im Einen das Viele">Weiterlesen ...</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="einleitung">HANS, Theaterstück über den Militärarzt Dr. Hans Löber auf Milos: Athener Premiere am 10. November 2017 im <a href="https://www.facebook.com/events/157704428146020/" target="_blank" rel="noopener">Theater BIOS</a> in Gazi, Folgevorstellung am 11. November. diablog.eu sprach mit Elissavet Hasse, der Initiatorin und Regisseurin des Projekts, das vom Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds gefördert wurde. Das Theaterstück wurde von unserem Redaktionsmitglied Elena Pallantza ins Griechische übersetzt. Lesen Sie dazu auch unseren <a href="https://diablog.eu/literatur/der-arzt-hans-loeber-insel-milos/">diablog-Artikel</a> zur Buchpublikation mit den Briefen des Militärarztes.</span></p>

<a href='https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_poster.jpg'><img loading="lazy" decoding="async" width="450" height="600" src="https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_poster.jpg" class="attachment-singlepost-thumb size-singlepost-thumb" alt="Hans Löber Theater Poster" srcset="https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_poster.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_poster-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a>
<a href='https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_1.jpg'><img loading="lazy" decoding="async" width="450" height="600" src="https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_1.jpg" class="attachment-singlepost-thumb size-singlepost-thumb" alt="Hans Löber, Milos, Militärarzt" srcset="https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_1.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2017/10/hans_loeber_1-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a>

<p><span class="interview">Wie bist du auf die Lebensgeschichte von Hans Löber gestoßen?</span></p>
<p>Das Theaterstück versteht sich als Fortsetzung der künstlerischen Reihe „<a href="https://diablog.eu/portraet/deine-eigene-geschichte-ein-neuer-blick-auf-die-deutsche-besatzung-griechenlands/">Deine eigene Geschichte</a>“, die sich mit erlebten und erzählten Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung in Griechenland befasst. Im Rahmen meiner bisherigen Arbeiten bin ich bei einer Recherche auf die Seite diablog.eu gestoßen. Dort habe ich im vergangenen Oktober auch die Besprechung des Buches, „Der Arzt Hans Löber, Briefe aus Milos“, gelesen und wusste sofort, dass diese Geschichte ein guter Bühnenstoff ist. diablog.eu war mir dabei behilflich, Hans Löbers Sohn, der über die Rechte verfügt, ausfindig zu machen.</p>
<p><span class="interview">Wie sieht die historische Ausgangslage aus?</span></p>
<p>Dr. Löber diente 1943-44 für anderthalb Jahre auf Milos als Marinestabsarzt. In dieser Zeit schickte er jeden Sonntag seiner Frau in Deutschland einen Brief; es werden insgesamt 57. Diese Briefe lassen einen starken Tagebuch-Charakter erkennen. Sie beschreiben den Alltag des Arztes unter bewusster Aussparung der Kriegsereignisse. Teilweise vergisst der heutige Leser, dass Dr. Löber ein Marinestabsarzt des deutschen Militärs in einem besetzen Land war.</p>
<p>Mit pragmatischem Willen richtet Löber in kürzester Zeit ein komplettes Krankenhaus auf der Insel ein, operiert erfolgreich mehr als 200 Griechen und bekämpft, ebenfalls erfolgreich, die Malaria. Seine Frau Helga aus Deutschland hilft ihm dabei, indem sie Medikamente und chirurgische Instrumente organisiert und nach Milos schickt. Die Miloten nennen Dr. Löber bis heute „den guten Arzt“ und scheinen ihn dabei in bester Erinnerung zu haben.</p>
<figure id="attachment_7512" aria-describedby="caption-attachment-7512" style="width: 630px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7512 size-full" src="https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_3.jpg" alt="Hans Loeber Theaterstück Team" width="640" height="480" srcset="https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_3.jpg 640w, https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_3-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_3-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_3-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-7512" class="wp-caption-text">Das Team des Theaterstücks HANS</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Wie ist daraus dann ein Theaterprojekt geworden und mit wem arbeitest du dabei zusammen?</span></p>
<p>Die Faktenlage, auf deren Basis das Stück entstehen sollte, war sehr dünn. Es waren ja gar keine Briefantworten mehr vorhanden. Der Autor Jürgen Himmelsbach, der das Theaterstück geschrieben hat, sah darin die Möglichkeit, eine Interpretation zu schaffen, die sich klar an der Gegenwart unserer heutigen Lebensverhältnisse orientiert. Mit anderen Worten, es zeigt sich das Bild eines Menschen, wie wir es uns heute vorstellen. Es entsteht durch unseren Blick.</p>
<p>Mit Jürgen Himmelsbach arbeite ich jetzt schon zum dritten Mal zusammen. Wir haben zuvor schon das Tanztheater-Projekt „Ikaria“ in der JVA Köln-Ossendorf sowie das Tanztheater „Agonia“ im Rhenania umgesetzt. Unser deutsch-griechisches Team besteht aus 3 Schauspielern (Martin Bretschneider, der Dr. Löber verkörpert, Yiannis Nikolaou und Eftychia Livaniou) und 7 Tänzern. Emilia Bouriti hat die Choreografie übernommen und vervollständigt zusammen mit der französischen Kostümbildnerin, Dominique Delcausse, unser internationales Team.</p>
<p><span class="interview">Ihr seid auch auf Milos gereist und habt für das Projekt Zeitzeugen befragt: Wie ist euch die Bevölkerung dort begegnet? Welche Erinnerungen hat sie an Löber?</span></p>
<p>Auf Milos haben wir im Juni diesen Jahres sechs Zeitzeugen getroffen. Einer der Zeitzeugen, Gregory Belivanakis, hat über dreißig Jahre an einer historischen Aufarbeitung der deutschen Besatzungszeit gearbeitet und ein umfangreiches Buch mit dem Titel „Die Deutschen auf Milos, 1941-1945“ herausgebracht. In seinen Zeugnissen und den Erzählungen anderer Zeitzeugen wurde nach und nach die Atmosphäre greifbar, die damals geherrscht haben muss. Für den Prozess, ein Theaterstück zu schaffen, war es freilich notwendig, auch in Militärarchiven nach Löbers Akte zu forschen. Vor Ort hingegen war der Kontakt mit den Menschen unerlässlich, um die Lebenswirklichkeit, die uns geschildert wurde, einzufangen.</p>
<p>Zu unserem Erstaunen konnten die Zeitzeugen viel berichten. Und unser Eindruck war: Sie taten es gerne. Dr. Löber weckte bei ihnen alte Emotionen und ein Gefühl der Dankbarkeit, das niemals erloschen ist. Die Erfahrungen, welche die Miloten mit dem Arzt gemacht haben, gehören, wenn man so will, zu den „Paradoxien“ des Krieges, die bis heute nachwirken.</p>
<p><span class="interview">Wie steht es um die Rekonstruktion der Person „Löber“? Und ist ein Zusammenhang zum Stück erkennbar?</span></p>
<p>Drei Protagonisten, eine Schauspielerin und zwei Schauspieler, spielen, teils faktisch rekonstruiert, teils fiktiv, die Geschichte von Dr. Löber innerhalb von vier Szenen. Neun Tänzer ergänzen diese Szenen dramaturgisch. Sie werden zur Metapher für Unbewusstes, Wachstum und Wachstumsrhythmen. Jeder Szene folgt im Anschluss ein Dreiecksgespräch, in dem inneren Stimmen Raum gegeben wird und Interessenskonflikte sichtbar werden. Ein Prolog und Epilog umrahmen das Stück, öffnen und erweitern das Thema über das begrenzt Biographische hinaus.</p>
<figure id="attachment_7514" aria-describedby="caption-attachment-7514" style="width: 630px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7514" src="https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_4.jpg" alt="Hans Löber Theaterstück, drei beteiligte Schauspieler" width="640" height="480" srcset="https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_4.jpg 640w, https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_4-300x225.jpg 300w, https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_4-450x338.jpg 450w, https://medien.diablog.eu/2017/10/Hans_Loeber_4-500x375.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-7514" class="wp-caption-text">Die beteiligten Schauspieler am Theaterstück HANS</figcaption></figure>
<p><span class="interview">Wird das Theaterstück helfen, die Person Dr. Löber besser zu verstehen? Wäre es etwa für seinen Sohn hilfreich?</span></p>
<p>Als ich mich zum ersten Mal mit Dr. Löbers Sohn getroffen habe, hat er sich über die Idee eines Stückes über sein Vater gefreut, aber auch darauf hingewiesen, dass der Vater kein Widerstandskämpfer war und nichts gegen den Willen seiner Vorgesetzten unternommen hat.</p>
<p>Ob nun das Stück für den Sohn neue Erkenntnisse oder Zugänge zu seinem Vater schafft, ist eine schwierige Frage. Letztlich ist das Stück ja gar nicht auf ein solches Ziel ausgelegt. Die zentrale Frage, die uns immer wieder beschäftigt hat, war, wie es Löber als Mediziner, tiefgläubigem Protestanten und Familienmenschen, als Pioniergeist, als Menschen mit kulturellen Werten gelingen konnte, seine Persönlichkeit und Ideale mit einem faschistischen Regime in Einklang zu bringen und sich gar mit ihm zu identifizieren. Die komplexe Motivationslage eines Menschen, der zwischen Karriere und Hippokratischem Eid abwägen musste, zwischen der alten Heimat und einer neuen Lebensperspektive, war in den Proben für alle eine Herausforderung. All die Fragen, die dabei auftauchten, finden im Stück ihren Widerhall.</p>
<p>Bei der Inszenierung verzichte ich auf eine mystifizierende oder glorifizierende Darstellung des Arztes als Held. Das Beispiel von Dr. Löber scheint dennoch wichtig zu sein, weil das Individuum aus der Masse gleichgeschalteter Faschisten herausragt. Dadurch werden Differenzierungen vorgenommen und ein schon verstanden geglaubtes Thema neu bewertet. So gesehen könnte auch für den Sohn die Aufführung als Anerkennung für den Vater und seine Leistungen für die Menschen auf Milos verstanden werden. Für einen Vater, den er nie kennenlernen durfte, denn Dr. Löber starb noch vor seiner Geburt.</p>
<p>Der Sohn, Hanns-Georg Löber, unterstützt das Projekt und stellt sich für eine Publikumsdiskussion nach der Aufführung zur Verfügung. Abschließend möchte ich mich beim Auswärtigen Amt für die Unterstützung durch den Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds herzlich bedanken.</p>
<p><span class="textinfo">Interview: Michaela Prinzinger/<a href="http://www.elissavethasse.de/home.html" target="_blank" rel="noopener">Elissavet Hasse</a>. Fotos: Archiv Hanns-Georg Löber, Elissavet Hasse. Lesen Sie ergänzend auch den diablog-Artikel von Florian Schmitz zum Projekt „<a href="https://diablog.eu/portraet/deine-eigene-geschichte-ein-neuer-blick-auf-die-deutsche-besatzung-griechenlands/">Deine eigene Geschichte</a>“.<br />
</span></p>
<p>Text und Musik: Jürgen Himmelsbach<br />
Regie: Elissavet Hasse<br />
Choreografie: Emilia Bouriti<br />
Übersetzung: Elena Pallantza<br />
Kostüme: Dominique Delcausse<br />
Schauspieler: Martin Bretschneider, Ioannis Nikolaou, Eftychia Livaniou</p>
<p>Premiere: 10.11.2017, 20 Uhr, anschließend Publikumsdiskussion<br />
Weitere Vorstellung am 11.11.2017, 20 Uhr</p>
<p>Theater BIOS, Pireos 84, Gazi, Tel. 0030 2103425335</p>
<p>Eintritt frei!</p>
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