Tsingas, Thanassis

Lebenslauf

Geboren wurde Thanassis (Athanassios) Tsingas 1956 in Athen. Bevor er jedoch die Chance hat, Griechenland kennenzulernen, wird er drei Jahre später in den deutschen Herbst katapultiert. Die Familie geht nach Karlsruhe, weil sein Vater dort Elektrotechnik studiert. Thanassis ist im Kindergarten und später in der Grundschule das einzige ausländische Kind.

Für ihn genauso unvermittelt geht es fast sechs Jahre später zurück nach Athen. Die griechische Schrift erarbeitet er sich in den Sommerferien mit Hilfe eines Onkels, es klappt erstaunlich gut. In beiden Ländern muss er sich über die Sprache behaupten, das schärft die Sinne und das Sprachgefühl. Die Deutsche Schule Athen bietet ihm später einerseits ein Stück deutscher Heimat, erweckt andererseits aber auch – durch seinen Lehrer Nikos Asonitis – seine Liebe zur griechischen Sprache.

Gleich nach dem Abitur geht es zurück nach Deutschland zum Studium, in die Fußstapfen des Vaters: Elektrotechnik. Schnell wird ihm aber klar, dass seine Liebe zur Ästhetik die Oberhand gewinnt. Er verbindet den Ingenieur mit der Ästhetik und studiert Architektur in Kaiserslautern und Berlin. Nebenbei verdient er sein Taschengeld mit Gebrauchsübersetzungen. Sein Studienschwerpunkt wird die Architekturgeschichte und so kommt er bald zum Deutschen Archäologischen Institut.

Im Frühjahr und Herbst geht er auf Ausgrabungen nach Griechenland, vermisst, zeichnet, interpretiert und ist willkommener Dolmetscher und Mittler zwischen den Kulturen. Er arbeitet an einigen Publikationen mit. Der griechische Militärdienst muss nun abgeleistet werden, 28 Monate Griechenland, in denen er das Land kennenlernt. Nach der Rückkehr nach Berlin legt er die Prüfung zum „staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher“ ab, einige Jahre ist er nebenamtlicher Prüfer am Staatlichen Prüfungsamt Berlin.

Nachdem er in den Neunzinger-Jahren die Griechische Kulturstiftung in Berlin mit aufgebaut hat, verlagert sich in der Folge (nach Aufenthalten in Freiburg und Hamburg und der abermaligen Rückkehr nach Berlin) der Schwerpunkt aufs Übersetzen. So lassen sich nebenbei auch zwei Kinder großziehen. Den Ausgrabungen wird abgeschworen, sie lassen sich mit den deutschen Schulferien nicht vereinbaren. Die Übersetzungsaufträge in die und aus der „kleinen“ Sprache Griechisch bescheren ihm die unterschiedlichsten Texte, von Feuilleton bis Optoelektronik. Spannend für ihn ist, die härtesten sprachlichen Nüsse zu knacken – sein neuer, idealer Tummelplatz ist somit diablog.eu.

Tsingas

Thanassis Tsingas, ©privat

Daten

Dipl.-Ing., Übersetzer
geb. 1956 in Athen
lebt in Berlin

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