Universitas – Gemeinschaft der Künstler

Artikel von Katja Ehrhardt

Universitas – eine Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden: Workshops von syrischen, griechischen und deutschen Künstlern für Athener und Migranten, organisiert von AthenSYN, Avtonomi Akadimia und Athens Biennale 16.-28. Februar in den Räumlichkeiten der Athens Biennale, Athens Biennale, Eleusis und Skaramagas Camps. diablog.eu zählt zu den Medienpartnern des Projekts.

Krisen bieten neben dem grossen damit verbundenen Leid immer auch eine Chance zum Wachstum. Im heutigen Europa treffen Welten und Kulturen aufeinander. Durch den grossen Influx der Flüchtlinge sind wir konfrontiert mit einem einschneidenden Wandel der demographischen Struktur, die zu der durch die finanzielle Krise verursachten Erschütterungen der Beziehungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten hinzukommt. Was können wir tun?

Diese Frage haben wir – Kurator und Kunsthistoriker Sotirios Bahtsetzis und Kulturwissenschaftlerin Katja Ehrhardt – uns gestellt, bevor wir unsere Organisation AthenSYN gründeten. Die Initiative AthenSYN hat sich zum Ziel gesetzt, die internationale Zusammenarbeit mit Griechenland auf kultureller Ebene mit Schwerpunkt auf deutsch-griechischen Beziehungen zu fördern. Wir möchten Kollaborationen ermöglichen, die – im Optimalfall – zu Freundschaften führen und Vorurteile abbauen, gemeinsame Visionen und Ziele schaffen.

Auch die von der Künstlerin Joulia Strauss gegründete Avtonomi Akadimia, in der KünstlerInnen, PhilisophInnen, WissenschaftlerInnen, politische AktivistInnen aus Berlin, Athen und vielen anderen Orten Seminare im öffentlichen Garten Akadimia Platonos geben und nehmen, möchte das Verständnis der Kulturen untereinander fördern. Sie möchte eine transdisziplinäre, transnationale Universität schaffen.

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In unserem gemeinsamen künstlerischen Forschungsprojekt „Universitas“ kreieren wir vom 16.-27. Februar mit Workshops von syrischen, griechischen und deutschen Künstlern ein praxisbasiertes Modell einer “Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden“. Sie besinnt sich auf ihren Ursprung der Gemeinschaft, der wortwörtlichen Bedeutung der Lehreinrichtung namens Universität, („universitas magistrorum et scholarium“) zurück. Zu den Workshops, die in den Räumlichkeiten der Athen Biennale, im Khora Community Center und in Eleusis und Skaramagas Camps stattfinden, sind Migranten und Athener eingeladen – zum künstlerischen Schaffen, Lernen und Austausch. Wir entwickeln zusammen die Vision einer Zukunft, in der wir voneinander lernen. Mit den Beiträgen der Teilnehmer werden Kunstwerke geschaffen, die eine „kollektive Geschichte“ schreiben und in einer Ausstellung der Athen Biennale gezeigt werden. Das Projekt wird von einer Athener Ausgabe der Zeitschrift für Kultur und Politik „Krytyka Politzyczna“ begleitet.

„Universitas“ wird auf der Plattform der Biennale, die von den Medien als „social CERN“ bezeichnet wird, stattfinden, die sich als Ort „sozialer Erfindungen“ eignet. Das Community Center Khora, in dem sowohl Athenern als auch Migranten kostenlos Unterricht, Verpflegung, Workshops, zahnärztliche Versorgung und weitere Dienstleistungen angeboten werden, bietet Räumlichkeiten und Unterstützung an. Das Projekt wird vom Creative Europe Programm der EU unterstützt und in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung durchgeführt, einer gemeinnützigen Organisation, die grenzübergreifende, transdisziplinäre Kultur- und Bildungsprojekte in Europa und im Mittelmeerraum unterstützt und initiiert.

Wir alle arbeiten gemeinsam an einem neuen Miteinander. Das Risiko, in Antagonismus und gegenseitige Feindseligkeit zu verfallen und dem Gegenüber mit Vorurteilen und verallgemeinernden Kategorien entgegenzutreten, wird dadurch nicht eliminiert. Die Arbeit ist nicht leicht und es gibt immer wieder Stolpersteine. Doch wir haben einen Schritt in eine Richtung unternommen, in der Herausforderungen bereichern und wir uns ihnen gemeinsam stellen – ein Ziel, an das wir glauben und an dem wir weiterhin arbeiten werden.

Programm: www.athensyn.com/universitas.php

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